Hochzeitshoch Alles auf die 2

Der 22.2. 2022 war auch in Suhl ein beliebtes Datum für Eheschließungen. Sechs Paare gaben sich im Standesamt das Ja-Wort, ein Paar heiratete in der Kirche.

Suhl - Damit hatten Maik Albrecht und seine frisch angetraute Ehefrau Mandy, die bis Dienstagmorgen noch Greiner hieß, nicht gerechnet. Als sie nach ihrer Trauung am späten Vormittag aus dem Standesamt in den nasskalten Steinweg treten, regnet es Konfetti und Reis auf sie. Mandy schlägt die Hände vor den Mund, ihr Ehemann schaut ungläubig. Arbeitskolleginnen und Freunde reichen ihnen Sekt, umarmen sie, gratulieren. Dabei wollten die beiden doch nur in ganz kleiner Runde, mit der engsten Familie heiraten. „Die meisten wussten gar nichts davon. Oder etwa doch?“, fragt Maik in die gut gelaunte Runde. Die unverhoffte Gratulationsrunde, die schon eine halbe Stunde im eisigen Wind vor der Tür bibbert, bittet die Frischvermählten nach einem Schluck Rotkäppchen erst mal an den obligatorischen Sägebock mit Holzstamm. Dann wird die Nagelschere zum Ausschneiden eines roten Herzens mit m&m-Aufschrift gereicht.

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„Wir stehen auf die 2“

Die Brautleute sind überglücklich. „Herrlich. Eine gelungene Überraschung. Und das nach 20 Jahren  ...“, sagt Mandy. Denn so lange sind die beiden schon ein Paar. Nur eben ohne Trauschein.

Das sollte sich 2022 ändern, meinte Maik. Beim Blick in den Kalender stach ihm der 22.2. ins Auge. „Weil Schnapszahlen Glück bringen sollen und die Ziffer zwei schon immer eine wichtige Rolle in unserem Leben spielt.“ Die Hausnummer, das Auto-Nummernschild, der Geburtstag des Bräutigams, das Kennenlernen, als sie beide 20 waren  ... überall ist die Zwei vertreten. So sollte es auch zur Hochzeit sein. Dafür nahm man auch das wenig einladende Winterwetter in Kauf. Am 11. September machte er seiner Mandy bei der Hochzeit seines Cousins einen Heiratsantrag. Und nun sind die beiden ein Ehepaar. Auch, wenn es nicht mit dem allenthalben begehrten Termin am 22.2. geklappt hätte, geheiratet hätte Maik seine Mandy dieses Jahr auf jeden Fall. „Das war nicht allein vom Datum abhängig, sondern getragen von unserer grenzenlosen Liebe“, sagt der 40-jährige, der in Suhl ein Tattoo-Studio be-treibt.

Viel besser könne ihre Beziehung mit der Hochzeit aber kaum noch werden, sind sich die beiden einig. „Wenn wir weiter genau so glücklich sind wie bisher, dann haben wir heute alles richtig gemacht“, sagt eine überglückliche Mandy, die von ihren Arbeitskolleginnen des Textil- und Werbedruckunternehmens „Shirtschleuder“ aus Ilmenau im-mer wieder gedrückt und gefeiert wird. Im Sommer, verspricht sie, soll es eine große Party für alle geben. Die Kolleginnen und Freunde des Paares haben’s freudig vernommen. „Dann lassen wir’s krachen.“ Am Hochzeitstag selbst wird nur in kleinem Kreis mit den Eltern und der Oma gefeiert.

Göttlicher Segen

Eine Gratulation erreicht die beiden schließlich noch von der anderen Seite des Steinwegs. Dort, in der Hauptkirche St. Marien, haben sich zur gleichen Zeit Daniela und Peter Hüppe vor Pfarrerin Anna Böck und dem Herrn das Ja- Wort gegeben. Beide heirateten schon am 12.12. 2012 und haben sich am diesjährigen Schnapszahldatum nun auch kirchlich trauen lassen. „Alles Gute für euch!“, ruft Peter Hüppe über den Steinweg. Die Trauung sei wunderschön gewesen. „So, wie wir uns das gewünscht und vorgestellt hatten“, schwärmen die beiden mit Blick auf ihre niegenagelneuen Eheringe, in denen das besondere Datum eingraviert ist.

Ob das Schnapszahldatum den Suhler Hochzeitspaaren wirklich Glück bringt und ihre Ehen besonders lange, im besten Fall bis ans Lebensende halten – das liegt wohl weniger an der besonderen Zahlenfolge als vielmehr an den Brautleuten selbst – und was sie aus ihrem abgegebenen Eheversprechen im Alltag jenseits der Schnapszahl-Tage machen.