Hochwasserschutz in Straufhain Neue Konzepte für die Zukunft

Kurt Lautensack

Angesichts zunehmender Extremwetterlagen wird verstärkt über Maßnahmen zum Hochwasserschutz diskutiert. Gemeinden wie Straufhain stehen dabei im Fokus, da sie für Gewässer wie die Kreck verantwortlich sind.

Die Streufdorfer Kreck. Foto:  

In letzter Zeit wird auf allen politischen Ebenen, vom Bund bis hin zu den Gemeinden, intensiv über Hochwasserschutzmaßnahmen und die Erstellung oder Überarbeitung von Hochwasserschutzkonzepten diskutiert. Diese Themen betreffen nicht nur die politische Ebene, sondern sind auch für jeden Einzelnen relevant, der sich um Umweltschutz und den Schutz seiner Mitmenschen sorgt. Die Notwendigkeit solcher Schutzmaßnahmen hat sich in den letzten Jahren und auch aktuell in vielerlei Hinsicht gezeigt, sowohl zum Schutz von Eigentum als auch zur Vermeidung von Zerstörung.

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Verantwortlichkeit der Gemeinden

Es ist allgemein bekannt, dass die Gemeinden für die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung sowie für kleinere Flüsse und Bäche verantwortlich sind. Um den Gemeinden in dieser Aufgabe zu unterstützen, fördert das Land die Erstellung sogenannter „integraler Hochwasserschutzkonzepte“ (iHWSK) für die jeweiligen Gewässer. Das Vorhandensein eines solchen integralen Hochwasserschutzkonzepts ist Voraussetzung für etwaige Förderungen von Hochwasserschutzmaßnahmen. Die ganzheitliche Vorgehensweise des iHWSK beinhaltet Maßnahmen wie die Wiederherstellung des Wasserrückhalts in der Fläche, konkrete Objektschutzmaßnahmen zur Gefahrenabwehr und die Flächenvorsorge.

Fallbeispiel Gemeinde Straufhain

In Straufhain betrifft dieses Thema die Streufdorfer Kreck und die Rodach. Bürgermeister Tino Kempf betont, dass die Kreck zwar nicht so gefährdet ist wie die Rodach, jedoch der Gewässerunterhaltungsverband „Obere Werra/Schleuse“ bei der Rodach gute Arbeit geleistet habe. Daher hat der Gemeinderat die Fördermaßnahme zur Erstellung des integralen Hochwasserschutzkonzepts für die Kreck an den genannten Verband übertragen. Zusätzlich zu dieser Entscheidung wird die Maßnahme mit 70 Prozent gefördert, und bei Übertragung an den Verband erhöht sich der Fördersatz auf 80 Prozent. Die Eigenmittel, die dafür in den Haushaltsjahren 2025 – 2027 aufgebracht werden müssen, belaufen sich laut Beschlussvorlage auf ca. 10.300 Euro und sollen gleichmäßig auf die genannten Jahre verteilt werden.

Das Flusssystem der Kreck umfasst alle direkten und indirekten Zuflüsse der Kreck, wie den Saarbach, den Erlenbach, die Helling und einige andere Bäche und Flüsschen. Insgesamt ist die Kreck etwa 30 km lang, bevor sie in Gemünda (Bayern) als Nebenfluss in die Rodach mündet, die dann in die Itz fließt und schließlich den Main speist. Der größte Teil des Flusssystems im Heldburger Land besteht aus den vier Quellflüssen Gompertshäuser, Gellershäuser, Westhäuser und der Streufdorfer Kreck. Die Gompertshäuser Kreck, die vom Leingraben gespeist wird, fließt durch Gompertshausen und weiter im Wiesengrund bis nach Gellershausen, wo sie mit der Gellershäuser Kreck vereint. Letztere entspringt nahe der Landesgrenze zu Bayern bei Leitenhausen, fließt durch den „Speicher Westhausen“ und vereinigt sich dann mit der Gompertshäuser Kreck.

Die vereinigte Kreck fließt dann zur südlichsten Landesgrenze Thüringens, wo sie diese unterhalb von Lindenau überquert. Anschließend nimmt sie die Helling auf und mündet schließlich nach ca. 10 km bei Gemünde in die Rodach. Fotos zur Streufdorfer Kreck zeigen verschiedene Perspektiven des Flussverlaufs, beispielsweise Blick in Richtung Ortsausgang und die Kreck unterwegs in Richtung Seidingstadt.