Hochschule Schmalkalden Intensivere Partnerschaft mit der Stadt

Annett Recknagel

Im Rahmen der Feierlichkeiten um den 30. Geburtstag der Hochschule in Schmalkalden wurde ein Vertrag zwischen der Stadt und der Einrichtung unterzeichnet.

Schmalkalden - Zwei Unterschriften und ein Siegel setzten die Rahmenkooperationsvereinbarung 2021 in Kraft. Soll heißen: Die Stadt Schmalkalden will künftig noch intensiver mit der Hochschule zusammenarbeiten. Zum Jahresempfang, der ganz im Zeichen des 30. Jahrestages der Hochschule Schmalkalden stand, bekräftige Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski nachdrücklich: „Stadt und Hochschule gehören zusammen.“ Dafür stünden nicht nur gemeinsame Neujahrsempfänge oder eine vor zwölf Jahren abgeschlossene Vereinbarung über längere Öffnungszeiten einer Kindereinrichtung in der Nachbarschaft. Man habe vieles getan, analysiert und sich dabei immer wieder die Frage nach der künftigen Arbeit gestellt. Mit dem Ergebnis: „Wir müssen wechselseitig aufeinander aufmerksam machen – zusammenrücken, trotz der räumlichen Trennung“, so der Stadtchef. Wobei die 800 Meter, die zwischen Hochschule und Innenstadt lägen, in Schmalkalden schon erheblich wären. Künftig wollen beide Partner das Miteinander noch intensivieren.

Der entsprechende Vertrag wurde noch vor dem Festvortrag anlässlich des 30. Geburtstages der Hochschule unterzeichnet. Die Stadt will die Hochschule künftig bei Veranstaltungen mit einbeziehen. Das biete sich bereits zum Thüringen Tag 2023 an. Auch zur 1150-Jahr-Feier zwölf Monate später soll das so sein. Andersherum könnten Schmalkalder auf dem Campus stattfindende Events besuchen. Die Stadt ihrerseits versuche, wenn es um Praktika von Studierenden gehe, die Industrie mit einzubinden. Zudem wolle sie das duale Studium bewerben, das, so Kaminski, eine große Möglichkeit für die gesamte Region darstelle, eben weil man auf diese Weise junge Menschen in der näheren Umgebung halten könne. „Wir freuen uns, dass wir die Hochschule hier haben“, formulierte der Bürgermeister. Ab 2022 werde die Stadt zudem einen Förderpreis zur Verfügung stellen.

„Das, was schon sehr gut ist, kann noch besser werden“, äußerte sich der Präsident der Hochschule, Gundolf Baier, zu Beginn seines Festvortrages. Ebenso wie Kanzler Wolfgang Ramsteck freute er sich über die Präsenzveranstaltung. „Natürlich war uns der Gesundheitsschutz in der Pandemie wichtig, doch gleichzeitig haben wir einen Auftrag von Lehre und Forschung umzusetzen“, stellte er heraus. Das sei bestens gelungen. Natürlich wäre das Arbeit wegen neuer digitaler Formate auch aufwendiger gewesen. Doch man habe an der Hochschule gute Konzepte entwickelt, so dass Studierende jetzt endlich wieder vor Ort sein könnten. Freilich blickte Baier auch zurück: Als sehr gutes Ergebnis des Wiedervereinigungsprozesses wurde die Einrichtung am 1. Oktober 1991 als eine von drei Fachhochschulen in Thüringen ins Leben gerufen. Natürlich kennt Baier die traditionell viel längere Geschichte der Bildungsanstalt, ab 1950 war sie Ingenieurschule.

Die Campusentwicklung begann. 2020 hatte man geplant, auf zwei Jahrzehnte Campusneubau zurück blicken zu können. Die Feier allerdings fiel dem Corona-Virus zum Opfer. Eine schöne Verpackung aber sei nicht alles. Baier nannte die fünf Felder der Hochschule – Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrecht. „Alle sind von einer großen Dynamik gekennzeichnet“, erklärte er. Forschungslinien und Forschungsschwerpunkte bezeichnete er als Leuchttürme. Die Drittmitteleinnahmen hätten sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Die Hochschule werde in Zusammenhängen mit Schlagworten wie Medizin- und Kunststofftechnik, Robotik, Automatisierung, E-Gouvernement, Gestaltung und künstlicher Intelligenz genannt. Auch das Lebenslange Lernen, die tertiäre Weiterbildung, sei eine feste Größe. Nicht vergessen dürfe man zudem die Internationalität. Die Studierenden kommen zu einem Drittel aus dem Ausland, zu einem zweiten Drittel aus Thüringen und zum letzten Drittel aus Bayern und Hessen.

„Wir sind national und international ein Zuwanderungsmagnet“, formulierte der Präsident. Als er seinen Dienst hier antrat, habe er eine quicklebendige und dynamische Hochschule vorgefunden. Für die Zukunft habe man sich vorgenommen, den Campus zu erweitern und zu modernisieren. Wie die Lehr- und Lernsettings der Zukunft Aussehen würden, konnte Baier nicht beantworten. Möglicherweise werde die Telearbeit als ein Ergebnis der Pandemie forciert. „Hochschule der Zukunft ist eine spannende und vielschichtige Herausforderung“, so Baier. Natürlich gehöre die Digitalisierung dazu. Man werde sie auch nutzen. Doch: „Wir werden keine digitale Hochschule werden“, betonte er.

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden Förderpreise vergeben. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule (GFF) übergab Preise an Birgit Tisborn-Ullrich, die 2020 ihren Master of Law mit der Note 1,3 im Wirtschaftsrecht abgeschlossen hatte und für 2021 an Valentin Iselt, ebenfalls Wirtschaftsrecht mit 1,2 am Ende. Samuel Werner und Julian Gundelwein bekamen Förderpreise für ihre Abschlüsse vom Verband deutscher Werkzeug- und Formenbauer. Zudem wurde Rebeca Natale aus Venezuela im Bereich internationaler Studiengänge geehrt. Auch fünf Unternehmen der Region freuten sich über Preise.

Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Vimaria-Quartett. Auch waren viele Ehrengäste, darunter Vorgänger von Gundolf Baier, anwesend. Die Veranstaltung selbst war eine Kooperation von Stadt, Hochschule und GFF.

 

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