Hitzewelle Es wird heiß: So beugt man dem Hitzekoller vor

Wolfgang Swietek
Kein trockener Vortrag: Das Thema Hitze wurde auch mit einigen kleinen Sketchen dargestellt – von Heike Sittig vom Kreisseniorenbüro und von Verena Müller sowie weiteren Mitgliedern der Wefa Hildburghausen. Foto: Wolfgang Swietek

Ratschläge, um gut durch die Sommerhitze zu kommen, gab es bei einer Veranstaltung im Klub der Volkssolidarität in Schmeheim.

Vorbeugen ist besser als heilen, sagt der Volksmund. Und dass extreme Hitze Probleme bereiten kann – nicht nur älteren Menschen – ist ebenfalls nicht neu. Der Klimawandel tut noch ein Übriges, dass diese Situation immer häufiger auftreten wird. Bleibt nur, sich vorsorglich zu schützen, um nicht erst allzu große Probleme zu bekommen.

Wie das gehen kann und was dabei zu beachten ist, war bei einer Veranstaltung in Schmeheim zu erfahren. Dafür hatte die Gruppe der Volkssolidarität kompetente Partner gewonnen: Gekommen war Heike Sittig vom Kreisseniorenbüro, das sich in Trägerschaft des Diakoniewerkes der Superintendenturen Sonneberg und Hildburghausen/Eisfeld befindet, sowie Kathrin Linnig, Präventionskoordination vom Trägerwerk Soziale Dienste in Thüringen. Gefördert werden diese Bemühungen über das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben der Generationen.

Doch diese etwas sperrig klingenden Titel spielten in der lockeren Runde in Schmeheim nur eine untergeordnete Rolle. Auch verzichteten Heike Sittig und Kathrin Linnig auf einen langen, trockenen Vortrag. Stattdessen hatten sie Verena Müller und eine kleine Gruppe von der Wefa Hildburghausen mit ins Boot geholt, mit denen sie gemeinsam kleine Spielszenen und Sketche einstudiert hatten. Anschaulich führten sie vor, wie man sich gegen Hitze im Alltag schützen kann, was man an besonders heißen Tagen tun oder besser lassen sollte, damit es gar nicht erst zu einem Hitzschlag kommt. Sonnenbrille und ein Regenschirm, der sich auch als Sonnenschirm verwenden lässt, helle Kleidung und vor allem viel trinken – besser Wasser und keine zuckerhaltige Cola – sind nur einige der Tipps, die die Akteure spielhaft übermittelten.

Mag sein, dass dies recht simpel klingt, doch die Folgen von übergroßer Hitze können beträchtlich sein. Nicht ohne Grund hat die Weltgesundheitsorganisation den Klimawandel als die größte Katastrophe der nächsten Jahre ausgemacht. Bereits in den vergangenen Jahren lagen die Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt, auch bei uns in Thüringen. Und das mit einer nachweisbar höheren Todesrate. Wenn auch nachts die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken, spricht man von tropischen Nächten. Der Körper erholt sich nicht mehr von der Belastung des Tages, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme oder Atembeschwerden können die Folge sein. Nachgewiesen ist auch, dass in einigen Fällen das logische Denken nachlässt und Aggressivität zunimmt. Von einem Sonnenstich oder einem Hitzekollaps spricht dann der Volksmund. Wenn es dazu gekommen ist, dann ist ein Besuch beim Hausarzt dringend geboten.

Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung saßen die Besucher noch lange beisammen, doch das Gesprächsthema blieb das Gleiche. Da erinnerte sich die Leiterin der Gruppe der Volkssolidarität Jutta Leuthäuser an ihre Kindheit: „1972 ist meine Oma gestorben. Da ist mir ein Satz meiner Mutter bis heute in Erinnerung, als sie sagte: Bei dieser Hitze sterben die alten Leute wie die Fliegen.“

Tipps für ältere Menschen

Hitze kann bei älteren Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen (Hitzeerschöpfung, Hitzschlag).

Besonders alleine lebende Ältere mit Mobilitätseinschränkungen, ungünstiger Wohnsituation und bestimmten Vorerkrankungen sind gefährdet.

Durch einfache Maßnahmen, wie: mehr Trinken, Abkühlung des Körpers (Duschen, Arm-/Fuß-Bäder) und der Wohnung (Schattieren, Lüften) und angepasstes Verhalten (Kleidung, keine Anstrengungen) können Ältere Hitzeerschöpfung vermeiden.

Ältere Menschen sollten mit ihrem Hausarzt das Hitze-Risiko und die Medikamente besprechen. Außerdem sollten sie mit dem Hausarzt ein Netzwerk aus Helfern organisieren.

 

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