Dazu kämen tropische Nächte in den großen Städten. „Genau diese Wetter-Kombination aus Dauerhitze und fehlender Abkühlung macht den Juli zum anstrengendsten Monat des Sommers.“
Trockenstress für die Natur
Auch für die Natur bedeute dies eine enorme Belastungsprobe, so Jung weiter. Nach dem viel zu trockenen Frühjahr seien die Böden vielerorts ausgezehrt. Vor allem in Ostdeutschland, in Franken und entlang des Rheins drohten Trockenstress, braune Wiesen und sinkende Flusspegel. Der Süden und Westen bekämen die kräftigste Hitze ab, der Osten dazu die größte Trockenheit.
Auch der Deutsche Wetterdienst geht von einem Sommer aus, der wärmer sein wird als der Durchschnitt der Sommer im Zeitraum von 1991 bis 2020. Amelie Hoff aus dem Klimavorhersage-Team des DWD erklärt: „Unsere aktuelle saisonale Klimavorhersage zeigt eine Wahrscheinlichkeit von rund 62 Prozent für mehr heiße Tage, also Tage mit einer Maximumtemperatur über 30 Grad, im Vergleich zum Durchschnitt von 1991 bis 2020.“
Dies bezieht sich auf den Zeitraum Juni bis August. Auch die Weltwetterorganisation (WMO) geht in ihren Modellierungen mit moderater Wahrscheinlichkeit von einem wärmeren Sommer aus.
Ozean-Daten deuten auf Super-Sommer hin
Das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg geht von einem wahrscheinlich heißen Sommer aus und bezieht sich auf Ozean-Daten: Europäischen Hitzesommern gehe häufig ein Wärmestau im Nordatlantik voraus, der sich jeweils etwa drei Jahre vor einem Hitzeextrem aufbaue.
Solche extrem warmen Sommer ließen sich also bis zu drei Jahre im Voraus vorhersagen. Ursache des Wärmestaus sind Anomalien des Wärmetransports im Ozean, die sich auch auf die Atmosphäre auswirken.
Ferne Vorhersage bedeutet schlechte Prognosekraft
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Durchschnittstemperatur von Juni bis August über dem langjährigen Mittel liegt, beträgt laut DWD nach aktuellen Modellrechnungen rund 80 Prozent. Damit wird ein wärmerer Sommer als wahrscheinlich eingestuft. Eine konkrete Wetterprognose ist das aber nicht.
Saisonale Vorhersagen beschreiben klimatische Tendenzen über drei Monate hinweg und unterscheiden sich deutlich von der täglichen Wettervorhersage. Zwar lassen sich daraus Hinweise auf mögliche Entwicklungen ableiten, doch die Aussagekraft bleibt begrenzt.