Historischer Platz Baumfrevler köpfen „Wilde Buche“

Theo Schwabe
Falk Ritzmann, Organisator des alljährlichen Wilde Buchen Festes ist erschüttert und hält die abgebrochene Baumspitze in den Händen Foto: Theo Schwabe

Die „Wilde Buche“ ist ein historischer Ort bei Dietzhausen und Ziel von Naturfreunden. Nun haben aber Baumfrevler zugeschlagen.

Trotz mehrere Rückschläge versuchen engagierte Naturfreunde seit 2006 immer wieder aufs Neue das historische Areal der über 200 Jahre alten „Wilden Buche“ zwischen Eulskopf und Schaftalsgrund nahe der A 71 mit einer Buchen-Neuanpflanzungen zu einer beliebten Begegnungsstätte zu entwickeln. Jetzt gab es einen erneuen, sehr derben Rückschlag.

Klaus Wilder wollte seinen Augen nicht trauen, als er am Montag in den frühen Abendstunden nach der sogenannten neuen stattlich gewachsenen Buche schaute, um der mittlerweile fast viereinhalb Meter jungen durstigen Buche etwas Wasser zu geben. Der Baum wurde am 15. Juli 2015 gepflanzt. Die Krone des mittlerweile auf fast fünf Meter gewachsenen Baumes lag jetzt abgebrochen im Gras.

Wer und was die Baumfrevler dazu bewegt hat, die neue Wilde Buche in ihrem endlich so geglückten stattlichen Wachstum zu beschädigen, können weder die Organisatoren des jährlichen Wilde-Buchen-Festes noch Klaus Wildner und seine Pflegecrew um Manfred Hoffmann, Matthias Braun und Jörg Naumann nachvollziehen. „Warum ausgerechnet die stattlich neue gewachsene Buche?“, fragen sich die Festorganisatoren Falk Ritzmann und Silvio Juschkat. Das Buchenfest feierte in diesem Jahr mit großer Resonanz seine 15. Auflage.

Die Geschichte der Neupflanzung war schon eine Odyssee, erinnert sich Klaus Wildner. Engagierte Natur- und Heimatfreunde und Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald standen 2002 neben der mehr als 200 Jahre alten Buche, die einen Blitzeinschlag völlig zerstört wurde. Zur Wiederbelebung des historischen Ortes sollte eine neue Buche gepflanzt werden. 2006 kam es endlich dazu. Bereits ein Jahr später – am 15. April 2007 – wurde das erste Wilde- Buchen-Fest ins Leben gerufen. Das war ein großer Erfolg, erinnert sich Falk Ritzmann und sagt: „Es war eine richtige Entscheidung mit der Neuanpflanzung, den geschichtsträchtigen Platz an der Wilden Buche wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und zu zeigen, wie schön unsere Heimat ist.“

Doch so sehr man sich bemühte - das stets neue Buchen-Pflänzchen wollte einfach nicht gedeihen. „Fünf Mal“, erinnert sich Klaus Wildner, „pflanzten wir eine neue Buche ein.“ Es gab viele Gründe und Spekulationen, warum die Buche einfach nicht wachsen wollte. Vielleicht war der Boden rings um die Buche durch die Erdablagerungen im Rahmen des Autobahnbaus zu sehr verfestigt. Oder man hatte nicht den richten Zeitpunkt für eine Neuanpflanzung gewählt.

Doch die Naturfreunde um Klaus Wildner und dem damaligen Mäbendorfer Manfred Gießler gaben nicht auf. Nach fünf Anläufen wuchs und schoss die Buche nun ab 2015 in die Höhe und erfreute Gäste, Wander- und Naturfreunde zum jährlichen Fest mit frischen Grün und stämmigen Wachstum.

Klaus Wildner sieht nach dem aktuellen Rückschlag noch eine Rettung: „Wir werden die Bruchstelle über den nach oben zeigenden Triebstellen absägen und hoffen, dass die jungen Wilde Buche die Operation verträgt und sich erholt.“ Anzeige werde bei der Polizei erstattet, man suche Zeugen.

 

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