Historisch und nützlich Bierzöpfel – er wärmt das Bier

Zu kaltes Bier kann gehörig auf den Magen schlagen. Das wussten schon die Altvorderen – und erfanden den Bierwärmer. Etliche Leser erinnerten sich jetzt an dieses nützliche Utensil.

Erstaunlich viele Meininger beteiligten sich an dem Ratespiel, das die Heimatzeitung kürzlich nach einem Besuch des Heimatmuseums Helmershausen ausgerufen hatte: „Was ist das?“, fragten wir vor zu einem Foto mit einem eigentümlichen Stück Rund-Metall, das in der Küche des Museums aufbewahrt wird.

Gisela Fitz aus Sülzfeld erkannte den Bierwärmer – denn das ist es – sofort: aus der Gastwirtschaft, die ihre Großeltern in Meiningen betrieben. Und Ernst-Jochen Düker aus Meiningen wusste, dass sein Vater am Stammtisch im „Zwinger“ in Meiningen so etwas benutzte. Eberhard Fuckel aus Meiningen hatte dieses Ding im Gasthaus in Breitungen gesehen. Die meisten der über 30 Anrufer nannten übrigens „Bierwärmer“ als Antwort, es gab jedoch auch „Bierzöpfel“ und „Bierschnipper“ als Bezeichnung: Bernhard Malsch aus Hermannsfeld kennt das Utensil als Bierzöpfel, ebenso wie Günter Rosenbusch aus Melkers. Klaus Wegner aus Meiningen sagt „Bierschnipper“, und so nennt es auch ein anderer Meininger am Telefon und verweist auf den „Sonnenwirt“ im Schafhof Meiningen, wo das Teil benutzt wurde.

„Kaltschale“ wird warm

Sogar ein Bayer auf der Durchreise, der zufällig unsere Heimatzeitung in die Hände bekommen hatte, meldete sich und enttarnte das geheimnisvolle Objekt. Schließlich hatte es ja auch Bedeutung für des Bayern liebstes Getränk, das Bier: Mit warmem Wasser gefüllt, brachte es die „Hopfenkaltschale“ – früher im Keller der Gastwirtschaften gelagert und ziemlich frisch – auf eine für den Magen verträgliche Temperatur.

„Später verwendete man statt der Bierwärmer aus Metall gleich einen Tauchsieder“, weiß Bernd Ebert, der im Heimatmuseum nicht nur dies, sondern noch viele andere Geschichten bei Rundgängen erzählen kann. Der Bierwärmer im Museum stammt übrigens sehr wahrscheinlich aus der Gastwirtschaft Banz in Helmershausen.

Als Preis – natürlich Bier

Glücksfee Karin Jeschke, Chefin des Heimatvereins, hat nun kürzlich – just an ihrem Geburtstag – drei Gewinner der Rätselrunde gezogen: Konstanze Kühn aus Meiningen – deren Mann der eigentlich Wissende im Hintergrund war – bekommt eine Kiste Kaltennordheimer Rhönbier, gestiftet von der Heimatzeitung Meininger Tageblatt. Steffen Gleim, gleichfalls aus Meiningen, kann sich über eine Magnumflasche Prachtbräu aus der Rhönbrauerei, gestiftet von Rhönblick-Bürgermeister Christoph Friedrich, freuen, ebenso wie Matthias Bretschneider aus Meiningen. Sie alle hatten die richtige Lösung gewusst. Ein Dank geht an Familie Koch in Helmershausen, die all die Anrufe entgegennahm und fast nicht zum Frühstücken kam...

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