Himmelfahrt Über sieben Wolken musst du geh’n

„Auf Wolke sieben sein“ – das war das Thema zum Himmelfahrtsgottesdienst auf der Altersbacher Meilerstätte, mit dem Gläubige aus dem Haseltal – und bis aus Springstille und Breitenbach – in den 40. Tag nach Ostern starteten.

Wie auf Wolke sieben fühlten sich auch viele Herren der Schöpfung, die ihn als Vatertag – nach einer gefühlten Ewigkeit pandemischer Beschränkungen – endlich wieder für ihre ganz eigenen Prozessionen nutzen konnten.

Tausende zog es hinaus in die Wälder und auf die Berge, wo an den traditionell beliebten Treffpunkten – vom Pless bis auf das Knüllfeld – Bratwürste und einige kühle Blonde auf sie warteten. Mit dabei waren jedoch meist auch Frauen und Kinder, denn der Trend der vergangenen Jahre, hin zum Familientag in der Natur, bewahrheitete sich auch diesmal wieder. Nur, was den Himmel betraf, mussten die Wanderer ein wenig Geduld mitbringen. Denn an ihm hingen am Morgen durchaus mehr als sieben Wolken, und aus ihnen regnete es hier und da auch den ein oder anderen Regentropfen auf die Weiden mit den Schäfchen.

Auf den Wolken, so glauben viele Menschen, schwebte, auf den Tag genau vor 2022 Jahren, Jesus Christus gen Himmel. Vielleicht war es die berühmte Wolke mit der Nummer sieben – so tastete sich in Altersbach, Pfarrerin Ute Borchert, mit einem Augenzwinkern an den Himmelfahrtstag heran. Und tatsächlich wurde sie im Talmud, dem Jahrtausende alten Ratgeber der Juden für das richtige Leben, fündig. Auch Jesus stand als Jude in der Tradition des Talmud, in der von sieben Wolken und sieben Himmeln die Rede sei. Auf Wolke sieben sein, das beschreibe eine außergewöhnliche Hochstimmung und ein Verliebtsein.

Und weil die Liebe durch den Magen geht, gab es zum Himmelfahrtsgottesdienst der Pfarrer im Haseltal, auf der Altersbacher Meilerstätte, nicht nur Bratwürste, sondern endlich auch wieder die berühmte Hexensuppe aus dem Pfarrhaus Fromke. Gemeinsam mit den Schneiders aus Floh-Seligenthal kümmerten sie sich um die kulinarische Versorgung, Ute Borchert und der Springstiller Pfarrer, Uwe Hanis, um die geistliche, und Kantorin Dorothea Krüger schließlich um die musikalische.

Gemeinsam Kirchen- und Volkslieder singen, zusammen zu feiern, das tat allerorten gut. So auch auf der Himmelfahrtsfeier im Werratal, dem „Gottesdienst und Grillen“ auf dem Breitunger Schloss. Mit den Pfarrerinnen Elke Krtschil (Frauenbreitungen), Enikö Somogyi (Barchfeld/Herrenbreitungen), Anette Wenderoth (Klinikseelsorgerin) und Milina Reichardt-Hahn (Fambach) war hier Frauenpower zum Männertag angesagt. Gut 200 Besucher fanden den Weg zum grenzübergreifenden Fest der benachbarten Landeskirchen. Sowohl aus Frauenbreitungen (EKM), als auch aus den kurhessischen Kirchgemeinden Barchfeld, Herrenbreitungen und Fambach (EKKW) kümmerten sich viele Helfer um das Gelingen – allen voran die Herrenbreitunger Familie Reum.

Und Gottesdienst hin, Gottesdienst her – im Tagesverlauf ließ sich schließlich auch die Sonne ein ums andere Mal blicken. Für die Gesegneten und die Bierseligen gleichermaßen. wlm

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