Hilfe in letzter Lebensphase „Letzte Hilfe“ als neuer Kurs im Landkreis

Kornelia Goldermann, Elke Krtschil und Ria Hoffmann (von links) sind die drei Frauen aus der Rhön, die ein Kursleiterzertifikat für „Letzte Hilfe“ abgelegt haben und spezielle Informationen zu dem Thema weitergeben wollen. Foto: /privat

Kornelia Goldermann, Elke Krtschil und Ria Hoffmann dürften zu den ersten in Südthüringen gehören, die Menschen in „Letzter Hilfe“ schulen können – damit diese das Ende des Lebens anderer qualifiziert begleiten können.

Kaltensundheim - Die drei Frauen haben erfolgreich ihre Kursleiterschulung auf diesem speziellen Gebiet beendet und dürfen nun selbst Kurse in der Region geben. Auch für sie war diese Weiterbildung nicht einfach, denn Corona verlangte auch hier reine Online-Schulungen. Doch alle drei Rhönerinnen – sie kommen aus Mittelsdorf, aus Fischbach und aus Schafhausen – sind in der Hospizbegleitung bereits erfahren, und so lag ihnen das Thema „Letzte Hilfe“ sehr am Herzen, sagt Kornelia Goldermann, die beim Sozialwerk Meiningen im ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst arbeitet.

„Erste Hilfe kennt jeder“, sagt sie – „aber es ist auch eine Letzte Hilfe möglich, am Ende eines Lebens.“ Für wen ist dies wichtig? Für pflegende Angehörige und Menschen, die wissen, dass eine Lebensverkürzung auf ihr Umfeld zukommt, empfehlen die Kursleiterinnen die Infoveranstaltungen und Kurse, die sie in der nächsten Zeit anbieten wollen. Ein Termin mit der Volkshochschule Meiningen ist bereits vereinbart: Hier wird am 22. Oktober dieses und am 7. März des kommenden Jahres in Meiningen ein Kurs „Letzte Hilfe“ angeboten.

„Wir können uns auch vorstellen, in Vereinen, in Kommunen, im Kirchenkreis, in Seniorenklubs oder ähnlichen Konstellationen Menschen unser Wissen weiterzugeben“, erläutert Kornelia Goldermann. Mit dem Rhönklub Kaltennordheim gibt es bereits Kontakte, um auch in diesen Strukturen Kurse zu organisieren.

In dem Lehrgang wird das „Kleine Einmaleins der Sterbebegleitung“ vermittelt. „Am Ende wissen, wie es geht“, umschreibt das bundesweite Projekt „Letzte Hilfe“ sein Ziel.

Wie man schwerkranke und sterbende Menschen am Lebensende umsorgt, wie man auch mit der eigenen Trauer umgeht, wie man die Angst vorm Sterben nimmt, das wollen die Kursleiterinnen gern im Umfeld betroffenen Menschen nahebringen. „Der Kurs, der einen Abend umfasst, stattet auch mit dem Wissen aus, welche Veränderungen sich für einen sterbenden Menschen und seine Familie ergeben, er erklärt Hilfsangebote und er umfasst sogar praktische Übungen, die einem Sterbenden seine letzten Stunden erleichtern können“, so erläutert Kornelia Goldermann den Kursinhalt. Nicht umsonst hat das Projekt „Letzte Hilfe“ den Förderpreis für ambulante Palliativversorgung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin erhalten.

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