Hilfe in der Quarantäne Biathlet Lesser versorgt Russen Latypow

dpa
Erik Lesser bei einem Wettkampf - Symbolfoto. Foto: Anders Wiklund/TT/AP/dpa

Biathlet Erik Lesser hilft seinem Kontrahenten Eduard Latypow in der Corona-Not.

Weil der 27-jährige Russe beim Weltcup in Oberhof positiv auf das Virus getestet worden war und in Thüringen insgesamt zwei Wochen in Quarantäne bleiben muss, stattet Lesser ihn mit Trainingsequipment aus. «Da ich hier wohne und es in Sachen Fahrrad nichts gibt, was ich nicht habe, habe ich mein Fahrrad mit der Rolle angeboten», sagte Lesser dem TV-Sender Sky am Sonntag: «Er kriegt auch Schuhe und eine Hose, die Größe müsste ungefähr passen.»

Latypow dürfe laut Lesser, der in Oberhof ein Haus hat, zwar zwei Stunden pro Tag zum Training aus seinem Hotelzimmer, habe ansonsten aber wenig Möglichkeiten zum Trainieren. «Ich kann mir vorstellen, dass das für ihn eine schwierige Situation ist kurz vor den Olympischen Spielen», sagte Ex-Weltmeister Lesser, der seine Aktion nicht überbewertet sehen will: «Das ist nur eine kleine Geste und eine Möglichkeit, international mal zusammen zu agieren.»

Der 33 Jahre alte Lesser lobte die Russen derweil für ihre Arbeit in den vergangenen Jahren. Nach vielen Dopingproblemen sei nun ersichtlich, «dass da sehr viel sauber läuft», sagte der Thüringer: «Die haben sich sicherlich um 180 Grad gedreht. Und ich habe absoluten Respekt, wie sie die letzten beiden Jahre gearbeitet haben.»

Eine Ausnahme machte Lesser aber doch. «Der Einzige, der im Team eine Vergangenheit hat, ist Loginow», sagte der Routinier. Alexander Loginow war wegen Epo-Missbrauchs bis 2016 zwei Jahre gesperrt. Er hatte am Freitag den Weltcup-Sprint in Oberhof gewonnen.

 

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