Erster in Südthüringen Dauerweihnachtsmarkt in Hildburghausen

Marvin Kalwa
Am Donnerstag ist noch viel zu tun in der „Stadt-Alm“. Danny Brohm freut sich trotzdem schon auf den Start Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Noch nie gab es in Südthüringen einen Weihnachtsmarkt über den ganzen Dezember. Wenn die „Stadt-Alm“ in Hildburghausen am Freitag ihre Türen öffnet, wird diese Lücke mehr als geschlossen: Geöffnet ist nämlich bis zum 6. Januar.

Warm ist es schon einmal. Hinter einer Kaminverkleidung bullert eine Standheizung vor sich hin. „Der Diesel ist ja zum Glück gerade billig“, ruft Danny Brohm, während er mit eiligen Schritten den Innenraum seines neuen Zeltes durchmisst. Es gibt hier, einen Tag vor der Eröffnung der „Stadt-Alm“, ansonsten nämlich noch viel zu tun. Zunächst der ganze Wust aus Werkzeugen, Kartons, Holzbrettern und Arbeitsbänken: muss alles bis morgen raus. Dafür rein müssen noch die Holzbänke mit Lehnen, das Lammfell und, ganz wichtig, die Getränke. Dazwischen wird der Boden noch einmal geschrubbt. „Das kann eine lange Nacht werde“, sagt Brohm. Dafür hat Hildburghausen, wenn man so will, dann ab Freitag seinen ersten Dauer-Weihnachtsmarkt. Wobei, Korrektur Brohm, es ist sogar der erste Dauerweihnachtsmarkt in ganz Südthüringen.

Insgesamt liegt hier eine typische Brohmsche Aktion vor: Der konkrete Plan, auf dem Parkplatz neben dem Polizeigebäude eine Art Winteralmwirtschaft aus dem Boden zu stampfen, kam erst vor drei Wochen. Vor zwei Wochen kaufte er mit das Zelt aus Leipzig. Trotz des Chaos am Tag vor der Eröffnung betritt man, verglichen mit dem doch eher tristen Parkplatz, eine andere Welt: Die Wände des Zeltes sind außen komplett holzvertäfelt, innen sowie am Giebel wird die Holzoptik durch Planen nachempfunden. Von der Decke hängen acht Hirschgeweih-Kronleuchter. Wo er den mannshohen Leuchtketten-Hirsch hinstellen wird, weiß Brohm noch nicht: „Draußen wird er vielleicht geklaut.“

Auf ähnlich spontane Weise erlebte die Stadt im Sommer, wie neben dem Stadttheater plötzlich ein als Cocktailbar fungierender Container einflog. Der „Stadtstrand“ lockte über die warmen Monate viele Besucher an, auch abends. „Die Stadt-Alm ist der Stadtstrand des Winters“, sagt Brohm. Auch die Stadt beteilgt sich mit einem Zuschuss an der gut einmonatigen Veranstaltung.

Das heißt aber nicht, dass man in der Alm keine besinnliche Weihnachtsstimmung erleben kann, weil etwa DJs aus dem Moon Circus-Kosmos von Danny Brohm ganztägig die Hütte bespielen würden. Die Live-Musik am Wochenende soll tatsächlich bis 23 Uhr draußen von einer Extra-Bühne auf der Almterrasse kommen. Danach geht es aus Rücksicht auf die Nachbarn aber drinnen weiter. Komplettiert wird die winterliche Hüttegaudi unter anderem durch Glühbier (nicht so süß wie Glühwein) aus Belgien und Handbrot, das sich die Gäste nach Wunsch belegen lassen können. „Ich bin sicher, dass viele vorbeikommen werden“, sagt Brohm.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, dass sich die Stadt Hildburghausen mit einem Zuschuss an dem Kauf des Zeltes beteiligt hat. das ist falsch. Die Stadt beteilgt sich nur an der Veranstaltung in dem Zelt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. 

 

Bilder