Ratscher - Unbarmherzig brennende Sonne, staubige Pisten; riesige Rinderherden auf der Suche nach ein bisschen Grün in der kargen Landschaft; ein paar Kakteen, die den harten Bedingungen trotzen und harte Kerle, die ihre ausgetrockneten Kehlen mit Whiskey spülen: der Wilde Westen aus dem Film war - klimatisch gesehen - dann doch etwas weiter weg als erhofft. Vor allem am Samstag spielte das Wetter bis in den Nachmittag hinein nicht so recht mit, der abendliche Sonnenuntergang über dem See allerdings entschädigte allemal für die zahlreichen morgendlichen Regenschauer. Schöner geht das auch in der Prärie wohl kaum.

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Der Wettermix war aber irgendwie auch als Sinnbild für das ganze Festival zu sehen - das lebte wieder einmal von einer guten Mixtur aus deutscher und internationaler Countrymusik und einem Drumherum in einmaliger Kulisse, was es so kein zweites Mal gibt. Und das Klima unter den Countryfans am Bergsee Ratscher war ohnehin wieder prächtig wie immer. So sahen das auch Ralf Toense und Harald Götz aus Hoya in Niedersachsen. "Auf dem Zeltplatz sind wir sowieso auf alles vorbereitet", sagten die erfahrenen Camper und Festival-Stammgäste, gerade als ihnen wiederum ein paar Regentropfen auf die Hüte fielen. Mit zwölf Leuten waren sie schon am vergangenen Wochenende angereist und verbrachten wie die meisten echten Fans die ganze Woche am Bergsee. 420 Kilometer Weg haben sie dafür auf sich genommen.. "Wir besuchen zwar mehrere Festivals, aber das hier am Bergsee ist von der Atmosphäre her das schönste", schwärmte Ralf Toense alias Doc Holiday, dem zum perfekten Outfit des bekannten Wild-West-Helden eigentlich nur noch das silberne Hutband fehlte. "Aber das finde ich bestimmt auch noch irgendwann einmal", hoffte er, denn die Händlermeile am Bergsee hatte zwar fast alles zu bieten, nur dieses eine kleine Detail leider nicht.