Hildburghausen: Müllsammelaktion Müllsammelaktion: Von Fernseher bis Traktorreifen

Hildburghausen macht Frühjahrsputz: Die Aktion des Nabu und der Stadtverwaltung am Sonntag ist ein voller Erfolg. 44 Teilnehmer sammeln im Stadtgebiet mehr als 70 große Säcke Müll.

Einerseits war die Müllsammelaktion des Hildburghäuser Ortsvereins des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und der Stadtverwaltung am Sonntag ein voller Erfolg – andererseits auch ein deutlicher Beleg dessen, was alles im Stadtgebiet und in die Natur weggeworfen wird, anstatt es ordnungsgemäß zu entsorgen. „Mit so viel Müll hätte ich nicht gerechnet“, bekannte Esther Dölle, die Vorsitzende des hiesigen Ortsvereins. „Uns sind deshalb sogar die Müllsäcke ausgegangen und es gibt noch mehr zu tun.“ Obwohl Hildburghausen im Vergleich zu Großstädten „sauber ist“, sei beim genauen Hinsehen eben „viel Unrat zu finden“ – etwa in der Bahnhofstraße, „seit jeher die Müllhalde schlechthin“, oder an der Wiedersbacher Straße, im Volksmund Docke genannt, wo Autofahrer offensichtlich allzu gerne ihren Müll nach Besuch eines bekannten Fastfood-Restaurants per Wurf aus dem Autofenster entsorgen. Unterwegs waren die Frühjahrsputzer aber unter anderem auch Richtung Leimrieth, am Radweg nach Ebenhards, am Römersbach, in der Siedlung, am Friedhof und an der Schwimmhalle. In Neuendambach suchten die Mitglieder des Heimatvereins entlang der Straße alles ab und legten anschließend mit Schaufel und Rechen zur Verschönerung des Ortes Hand an.

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44 Teilnehmer, davon zwölf Kinder und sechs Jugendliche sammelten am Sonntag von 10 Uhr bis 13.30 Uhr fleißig Müll und waren sehr überrascht, was sie alles fanden. Die Palette der Utensilien reichte von einem Flachbildfernseher und einem Röhrenfernseher über unzählige Fahrradreifen und 15 Autoreifen bis hin zu einem Traktorreifen. „Dazu kamen jede Menge Papier, Flaschen, Scherben und noch viel mehr“, sagte Esther Dölle. „Unglaublich, was alles weggeworfen wird.“ Das fand auch Bürgermeister Tilo Kummer (Die Linke), der ebenso vertreten war wie die Stadtratsmitglieder Alett Pommer und Patrick Hammerschmidt (Pro Hbn) mit Kindern sowie mehrere Jugendliche des FSV 06 Eintracht Hildburghausen mit Markus Harzer als erwachsenem Begleiter. Hammerschmidt fuhr einen Teil der gefüllten Säcke mit Auto und Anhänger gleich zum Container am Römersbach. Die restlichen im Stadtgebiet platzierten Säcke sollen die Mitarbeiter des Bauhofs am Montag abholen. Das Teilhabezentrum Am Bahnhof Hildburghausen hatte spontan seinen Bus zur Verfügung gestellt, um etliche Helfer zur ihren Einsatzorten zu bringen.

„Die Resonanz für die Aktion war richtig gut, weil sich am Sonntag noch etliche dazugesellt haben, die nicht angemeldet waren“, schätzte Esther Dölle ein. Ausgestattet mit Handschuhen, Müllsäcken, Eimern, Greifern oder alternativ auch langen Bratwurstzangen gingen die Teilnehmer ans Werk, um dem Ansinnen von Nabu und Stadtverwaltung gerecht zu werden: „Durch unseren tatkräftigen Einsatz können wir alle dafür sorgen, dass unsere Stadt und unsere Natur wieder sauber wird.“

Esther Dölle war zufrieden mit dem Ergebnis und bescheinigte den Teilnehmern aller Altersklassen „prima Einsatz“. Allerdings „ist die Teilnehmerzahl noch steigerungsfähig – auch wenn es von Jahr zu Jahr besser wird“, sagte sie und versprach für das kommende Jahr „noch mehr Werbung im Vorfeld der Aktion, denn es liegt immer noch genügend Müll draußen rum, der unbedingt beseitigt werden muss“.

Außerdem richtete die Vorsitzende des Nabu-Ortsvereins ihren Dank an „alle, die an dieser Sammelaktion teilgenommen und sie unterstützt haben“. Damit meinte Esther Dölle auch die Mitarbeiter des Bauhofes, welche die Geschwindigkeit auf der Docke während des Einsatzes mit Schildern auf 30 km/h begrenzt und an der Versorgungsaktion am Wildgehege zum geselligen Abschluss teil hatten. Dort gab es unter anderem Bratwurst und Getränke.