Hildburghausen Michaelismarkt: Buntes Treiben mit Tradition

Der Michaelismarkt in Hildburghausen bietet am Sonntag, 28. September, ein vielfältiges Programm. Zusätzlich gibt es musikalische Unterhaltung und kulturelle Highlights.

Der Michaelismarkt lockt jedes Jahr viele Besucher in die Kreisstadt. Foto:  

Der Michaelismarkt in Hildburghausen findet am 28. September von 10 bis 18 Uhr statt. Bereits ab 9 Uhr lädt ein Flohmarkt in der Unteren und Oberen Marktstraße zum Stöbern ein. Ab 10 Uhr beginnt der Frühschoppen mit Weißwurst, Brezeln und Weißbier.

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Auf dem Marktplatz sorgen Händler und Verkaufsstände für ein buntes Markttreiben. Ab 13 Uhr unterhalten die „Wachbergmusikanten“ die Besucher, während das Theresienfest-Prinzenpaar Therese und Ludwig sich unters Volk mischt. Für Kinder steht das Spielmobil bereit, und um 15.30 Uhr präsentiert Kristine Stahl im Bürgersaal das Marionettenspiel „Der gestiefelte Kater“.

Kunst im Schaufenster

Geschäfte öffnen von 13 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag. Das Stadtmuseum eröffnet um 14.30 Uhr eine Sonderausstellung zur Königin Therese von Bayern und geht mit seinen Gästen auf eine Zeitreise. Parallel startet eine Schaufenster-Ausstellung des Netzwerks „Kunst trifft Wände“ in der Innenstadt, die bis zum 20. Oktober läuft.

Warum eigentlich „Michaelismarkt“?

Geschichtlich wird der Markt schon 1331 belegt. Berthold VII von Henneberg hatte den Markt an die Stadt Hildburghausen verliehen. Er fand drei Tage lang statt und sicherte den Händlern für diese Zeit sicheres Geleit. Zudem galt er als der größte Jahrmarkt Hildburghausens im Mittelalter. Der Name geht auf den Michaelistag zurück – den 29. September – an dem der Markt alljährlich durchgeführt wurde.

Der Heilige Michael ist ein Erzengel und kommt in den Traditionen des Judentums, Christentums und Islams vor. Der Erzengel wurde nach der siegreichen Schlacht gegen die plündernden Hunnen (aus Ungarn) auf dem Lechfeld 955 zum Schutzpatron des Ostfrankenreichs und später Deutschlands erklärt. Der Sieg auf dem Lechfeld war eine der größten militärischen Auseinandersetzungen. Otto der Große wurde nach der Schlacht zum Pater patriae, „Vater des Vaterlandes“, ausgerufen, ein Erfolg, der ihm nachfolgend die Kaiserkrone einbrachte. Er ritt unter dem St.-Michaels-Banner in die Schlacht. Traditionell war der Michaelistag ein beliebter Termin für laufende Miet-, Pacht- oder Zinszahlungen und ein traditioneller Termin für die Verdingung von Knechten oder Mägden sowie der Beginn des Wintersemesters und des akademischen Jahres an Universitäten beziehungsweise des Schulhalbjahres an Schulen, als das Schuljahr noch von Ostern bis Ostern ging.