Hildburghausen Hildburghausen: "Es sollte zielgenauere Lösungen geben"

"Es sollte zielgenauere Lösungen geben" Quelle: Unbekannt

Veranstaltungen, Versammlungen und Zusammenkünfte aller Art sind - mit wenigen Ausnahmen - untersagt. Hartwig Dede, Pfarrer und Stellvertretender Superintendent versteht die Maßnahme nicht.

Hildburghausen - Mit einer Änderung hat der Landkreis seine erlassene Allgemeinverfügung am Wochenende verschärft. Die Änderungen dürften eine Reaktion auf die Versammlung in Hildburghausen vom vergangenen Mittwoch sein. Mit der Änderung sind sämtliche Veranstaltungen untersagt. Versammlungen müssen mindestens vier Tage vorher schriftlich angemeldet werden. Unter Angabe des Versammlungsleiters, des Ortes, der Zeit und des Versammlungsthemas. Zudem muss ein Infektionsschutzkonzept vorgelegt werden. Unter das Verbot fallen etwa auch Gottesdienste, Sitzungen und Beratungen in den Kommunen (außer es besteht Dringlichkeit) sowie Veranstaltungen politischer Parteien.

Mit der Änderung gilt seit Sonntag die Pflicht, in der Innenstadt von Hildburghausen einen Mund-Nase-Schutz zu tragen (siehe Grafik).

Untersagt sind mit der Verordnung auch religiöse Versammlungen, wie Gottesdienste. Hartwig Dede, Pfarrer in Hildburghausen und stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Hildburghausen-Eisfeld ist ein wenig ratlos. "Wir unterstützen das Landratsamt in seinem Bemühen, die Infektionszahlen in den Griff zu kriegen, aber wir verstehen die aktuelle Maßnahme nicht", sagt er. Die Kirchen seien auch nicht in die Entscheidung eingebunden worden, noch habe das Landratsamt dazu den Kirchenkreis informiert. "Wir werden mit Tatsachen konfrontiert und ich hätte mir wenigstens ein Gespräch gewünscht, auch, dass wir rechtzeitig informiert werden, um die Maßnahme zu verstehen." Ein Problem sei ja auch, dass eine Nachfrage beim Landratsamt kaum möglich sei. Die Kirche wolle nach wie vor das Gespräch mit dem Landrat suchen, inzwischen, sagt Dede, habe sich auch die Landeskirche und von katholischer Seite der Bischof eingeschaltet.

Die Kirchen vor Ort hätten sich sehr zurückhaltend verhalten und genau darauf geachtet, dass die Regeln zum Schutz vor Ansteckung sehr gut eingehalten werden, schätzt Pfarrer Dede ein. Zudem sei die Zahl der Gottesdienstbesucher überschaubar. Einzig die Weihnachtsgottesdienste seien sehr gut besucht. "Dafür haben die Kollegen viele kreative Ideen im Rahmen der Vorbereitung erdacht", sagt Dede. Nun wisse man aber nicht, was diese Vorbereitungen wert seien. Die Regelung gelte zwar zunächst bis 13. Dezember, "aber bis zum Samstag galt auch noch, dass wir am Sonntag Gottesdienst feiern dürfen", so Hartwig Dede.

Er verstehe, dass mit der Verordnung weitere Zusammenkünfte, wie die vom vergangenen Mittwoch, verhindert werden sollen. "Ich finde aber, dass es dafür zielgenauere Lösungen geben sollte." Die Kirchen hätten zwar ihr Möglichstes getan, die Gläubigen kurzfristig zu informieren, dennoch seien am Sonntag einige zur Kirche gekommen. In Hildburghausen, erzählt Dede, habe man sich darauf geeinigt, wenigstens das Adventslicht zu entzünden, den aktuellen Psalm zu verlesen und habe den Gottesdienst ausfallen lassen. Eine Polizeistreife habe darauf verständnisvoll reagiert, erzählt der Pfarrer.

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