Hildburghausen - "Bibliotheken rechnen sich nicht, aber sie zahlen sich aus." Diesen allgemein bekannten Satz stellte Dorothea Allmeritter, die Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Hildburghausen, in den Mittelpunkt ihres Vortrags über Inhalte und Aufgaben der Einrichtung. Und dieser Satz wies auch gleich auf den Anlass der Veranstaltung im Bürgersaal des historischen Rathauses am Montagabend hin - die weitere Kürzung des landkreislichen Zuschusses für die Stadt- und Kreisbibliothek. Waren es im vergangenen Jahr noch 77 000 Euro, mit denen sich der Landkreis an den Betriebskosten für die Bibliothek beteiligte, sind es in diesem Jahr nur noch 60 000 Euro - und das bei stetig steigendem Aufwand für Energie und Personal. Hatte die Stadt 2004 noch ein Defizit von 162 000 Euro für die Bibliothek auszugleichen, waren es im vergangenen Jahr schon knapp 210 000 Euro. Bürgermeister Steffen Harzer (Die Linke) befürchtet weitere Kürzungen des Landkreis-Zuschusses in den nächsten Jahren. Mittlerweile lege die Stadt Hildburghausen rund 154 Euro je Bibliotheksbenutzer im Jahr drauf, während der Landkreis nur mit rund 56 Euro im Boot sei. Und das, obwohl mindestens die Hälfte aller Leserinnen und Leser nicht aus der Stadt, sondern aus Gemeinden des Landkreises kommen. "Der Landkreis verkennt den Bildungsauftrag der Stadt- und Kreisbibliothek. Und Bildung ist eine kreisliche Aufgabe", so Steffen Harzer.
Hildburghausen Bibliothek: Hier wird jeder Euro mehrfach genutzt
Von Waltraud Nagel 14.03.2012 - 00:00 Uhr