Highland-Games Rotheul wird wieder schottisch

Von Cathrin Nicolai
Die erste Station der Rotheuler Highland-Games ist immer das Kampftrinken. Foto: Zitzmann/Carl-Heinz Zitzmann

Ein sehenswertes Spektakel lockt am ersten Augustwochenende wieder in den Föritztaler Ortsteil. Die Teams sind bereits heiß und dürfen sich genau wie die Besucher zu den Highland-Games auf zwei neue Disziplinen freuen.

Inzwischen ist es längst kein Geheimnis mehr, dass, wenn die Rotheuler etwas machen, immer Ausnahmezustand in dem kleinen Örtchen herrscht. Das ist zur Karfreitagswanderung so, wenn hunderte von Wanderlustigen die schöne Gegend erkunden, und das ist zu den Highland-Games so, die immer am ersten August-Wochenende starten.

Die Idee, mal ganz etwas anderes zum Teichfest der Feuerwehr auf die Beine zu stellen, kam Holger Kemmler bei einem Fernsehabend. Er hatte gesehen wie viel Spaß das machen kann und konnte sich gut vorstellen, dass so etwas auch in Rotheul ankommen könnte. 2009 startete die Premiere. Damals noch auf der Wiese in der Nähe des Teiches. Vor einigen Jahren entschied man sich jedoch, in die Ortsmitte umzuziehen. „Ganz einfach, weil es hier mit der Versorgung einfacher ist“, begründet Rolf Wiegand, Vorsitzender des Feuerwehrvereins Rotheul. Während er mit seinem Team dafür sorgt, dass sowohl Gäste als auch die Sportler bestens versorgt werden, kümmert sich Henry Bolgehn um die eigentlichen Spiele.

Die Highland-Games stammen angeblich aus der Zeit der keltischen Könige in Schottland. Sie wurden der Legende nach ausgetragen, um die stärksten und schnellsten Männer Schottlands zu finden, die dann oft für den König Leibwächter und Boten oder Krieger wurden. Auch heute noch werden sie in Schottland regelmäßig organisiert. Aber eben nicht nur da, fanden im Laufe der Jahre immer mehr Interesse an diesem etwas anderen, sportlichen Wettkampf.

„Auch wir Rotheuler“, ist Henry Bolgehn überzeugt und freut sich, dass er für diese Veranstaltung jedes Jahr nicht nur tapfere Recken und sportliche „Weiber“ als Akteure gewinnen kann, sondern auch zahlreiche Zuschauer. „Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass wir hier einen wirklich tollen Wettkampf auf die Beine stellen“, weiß er.

Acht Mannschaften haben sich bereits für die diesjährigen Highland Games, die am 6. August, 6. August, um 13 Uhr gestartet werden, angemeldet. Die Blödgsuffnen aus Neustadt sind ebenso dabei wie die Feuerwehr Burggrub, die Sieger der letzten beiden Wettkämpfe vom MC Isolator aus Neuhaus-Schierschnitz, die R&H Industrie-und Sauftechnik Gmbierh aus Oberlind, Rad des Kreises aus dem Landkreis, Die Hotten Hühs vom Hualgassn Huaf aus Schwärzdorf, Sg Rotheul/Sichelreuth und die Schottentotten aus Sonneberg-Mürschnitz. „Bis jetzt also interessante Teams mit ausgefallenen Namen“, freut sich der Organisator. Noch nimmt er Anmeldungen entgegen und zwar unter 03674/70361 oder 0173/4071117.

Genauso ausgefallen wir die Teamnamen sind auch die einzelnen Disziplinen. Einige, so wissen Stammgäste, sind immer dabei. Andere kommen neu hinzu. „Es soll ja nicht langweilig werden“, sagt Henry Bolgehn. Für den neuen Wettstreit hat er sieben Stationen geplant. Auftakt wird wie immer das Kampftrinken sein, bei dem fünf Mann aus dem Team jeweils ein 0,5 Liter Bierseidla bekommen und es nacheinander der Reihe nach leeren müsse. „Diesmal anders und härter!!“, verspricht Henry Bolgehn. Beim Baumstammwerfen müssen zwei Spieler je zwei Mal den Baumstamm so werfen, dass er sich über das obere Ende überschlägt. Klappt das, bekommt man einen Punkt. Eine heikle Angelegenheit ist das Eierwerfen, zu dem fünf Spieler, ein Werfer und vier Fänger antreten. Geworfen werden zehn rohe Eier, die möglichst heil gefangen werden sollen. Aber das ist gar nicht so einfach und man hat einige Eierbatsche. Beim Wassertragen wird nicht einfach die Flüssigkeit von A nach B getragen. „Das wäre zu einfach“, meint der Moderator und Organisator und erklärt, wie es richtig geht: Der Recke dreht sich zehnmal links herum um einen Stamm und beginnt dann mit einem Eimer voll Wasser einen Slalom-Parcours zu überwinden, um Wasser in einer Tonne zu sammeln. Am Schluss wird der Wasserstand bewertet, der innerhalb von drei Minuten erreicht wird. Beim Baumstammparcours schultert das ganze Team Baumstamm, der während des Laufs immer auf den Schultern aller fünf Spieler aufliegen muss und absolviert zwei Runden eines Parcours. Schwierig dürfte es bei der 180 Grad Wendung durch den Startbogen werden, aber auch ansonsten hat es die Strecke in sich. Hört sich vielleicht alles nicht so schwierig an. „Ist es aber und sogt garantiert für viele Lacher“, wissen die Stammgäste. Vorbereiten wird Henry Bolgehn zusätzlich zwei neue Spiele, die er aber noch nicht verraten will. „Man darf gespannt sein“, sagt er nur und lädt alle Interessenten zum lustigen Spektakel ein.

 

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