Hier brennt ein Trend Adventskränze mit schwarzen und mint-grünen Akzenten

Anica Trommer

Am Sonntag brennt die erste Kerze auf dem Adventskranz. Längst leuchtet die nicht mehr nur auf dem klassischen Modell aus Tannengrün. Asparagus- und Eukalyptus-Zweige dazu Kerzen und Deko in Schwarz-weiß, Silver und Gold sind im Trend.

Zella-Mehlis - Immer wieder öffnet sich die Tür zum Laden von Kerstin Recknagel. Kunde um Kunde holt den Adventskranz ab, den er zuvor beim Zella-Mehliser Blütenzauber-Team geordert hat. So schnell, wie die traditionelle Weihnachtsdekoration über den Ladentisch geht, können Helen Habermann und Diana Werner keinen Nachschub produzieren. „Alles, was hier an Kränzen im Laden steht, ist bestellt“, sagt Chefin Kerstin Recknagel. Die wenigen Exemplare, die die Ladeninhaberin und ihre Mitarbeiterinnen am Montagmorgen auf gut Glück gebunden hatten, waren bereits am Abend verkauft.

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Das klassische Modell eines Adventskranzes – gefertigt aus Tannengrün mit vier roten Kerzen obendrauf – werde noch gekauft, sagt Kerstin Recknagel. Im Blütenzauber allerdings fristet diese Variante eher ein Schattendasein. In einer Ecke des Ladens ist immerhin ein Gesteck in den Weihnachtsfarben Rot und Grün zu entdecken.

Wesentlich präsenter sind die Exemplare, die sich zumindest farblich entfernt haben vom ursprünglichen Adventskranz. Geblieben ist einzig ein mit Tannengrün umwickelter Heu- oder Styropor-Ring. Modern kommen sie daher mit den schwarzen oder grauen Kerzen, den schwarzen Plastikäpfel oder weißen Schneeflocken. Schwarz-weiß, Silber und Gold gehörten zu den derzeitigen Trend-Farben, weiß Kerstin Recknagel. Dazu gesellen sich klassische Kranz-Elemente wie Zapfen – gern weiß eingefärbt –, Perlen oder goldglitzernde Sterne.

Tanne statt Fichte

Schön buschig und dicht sollten die Adventskränze sein, sagt Helen Habermann. Dafür schneidet sie die Zweige zum Binden möglichst klein. Das Blütenzauber-Team setzt auf Äste der Nordmann- und Nobilis-Tanne. Dazwischen wechseln sich Tannenzweige aus Italien und Frankreich mit einem Stück Zypresse ab. „Vier bis fünf verschiedene Sorten sollten es schon sein“, sagt die Ladeninhaberin. Von Fichte rät sie allen, die sich selbst am Binden eines Kranzes probieren wollen, dringend ab. „Die Nadeln halten nicht lange, werden braun und fallen ab.“ Tannennadeln trockneten zwar bis zum Fest, blieben aber an den Ästen und behielten auch ihre grüne Farbe.

Zwischen 15 und 30 Minuten brauchen die Profis im Laden, um den Unterbau eines Kranzes zu fertigen. Danach wird nach Kundenwunsch und nach eigenem ästhetischem Empfinden dekoriert. So entsteht ein Unikat nach dem anderen.

Als Hingucker werden Eukalyptus-Zweige in die Adventskränze hineingewoben. Das Mint-Grün der tropfenförmigen Blätter werde dann auch in den Kerzen wieder aufgegriffen, denn es gehöre ebenfalls zu den diesjährigen Farben der Weihnachtszeit, schildert Kerstin Recknagel.

Kränze, komplett gefertigt aus Asparagus-Zweigen sind besonders schön anzusehen. Damit sie sich halten, werden sie mit einer Wachsschicht überzogen und dann mit Kunstschnee bestäubt, schildert Kerstin Recknagel. Auch Kork oder Holzstücke mit Fräsungen, die Platz bieten für Deko und Kerzen, halten her als Adventskranz-Unterbauten.

Ein paar Nachzügler

In diesem Jahr seien es vor allem jüngere Kunden, die ihre Leidenschaft für das traditionelle Deko-Element wiederentdeckt haben, hat die Landeinhaberin beobachtet.

Brennt dann die erste Kerze, lässt der Ansturm auf den Blumenladen nach. Meist kämen noch ein paar Nachzügler, die einen Adventskranz benötigten. Ansonsten seien dann Gestecke gefragt, die mit einer Kerze versehen als Mitbringsel dienten.

Wenn Sie, liebe Leser, in der Adventszeit zu Hause besonders dekorieren, dann lassen Sie es uns wissen. Egal, ob Sie einen ungewöhnlichen Adventskranz – selbst gebastelt oder gekauft – haben, jahrzehntealte Christbaumkugeln besitzen oder einen Schwippbogen, eine Krippe oder eine Pyramide aufstellen, die kein anderer hat, weil sie sehr alt oder selbst geschnitzt ist... Alles ist möglich. Gern können Sie uns davon ein Foto schicken. Am besten funktioniert das per Mail an die Lokalredaktion unter lokal.suhl@freies-wort.de. Was wir außerdem brauchen, ist die Angabe Ihres Namens, des Wohnortes sowie eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.