Heubach Ein Hip-Hop-Camp im Woodcamp

14 Kinder verbrachten ihre zweite Sommerferienwoche mit einem Tanzcamp in Heubach. Zum Abschluss liefern sie den Beweis: Man kann sogar zu David Guetta gut tanzen.

 
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Mutig ist es schon, sich mitten im Hochsommer ein mehrtägiges Tanzcamp zu wünschen. Aber die Kinder und Jugendlichen, die bereits im vergangenen Jahr und vielleicht auch die Jahre davor ihre Ferienfreizeit im Heubacher Woodcamp verbracht haben, wollten diesmal genau das. Vielleicht wussten sie einfach, dass es in der Sporthalle des Camps trotz der Hitze angenehm kühl ist. Bei ihrer Tanzvorführung zum Abschluss des Camps am gestrigen Donnerstag jauchzen ihre hitzegeplagten Eltern und Großeltern beim Betreten der Halle dann auch merklich auf.

Die ganze Woche haben ihre Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahren hier trainiert, mindestens vier Stunden am Tag. Angeleitet wurden sie von Ramona Kreußler, Schulsozialarbeiterin in Schleusingen und Schönbrunn. Privat schafft sie zwar den auch wortwörtlich zu verstehenden Spagat, sowohl Erfahrungen als Poledancerin als auch als Tanzmariechen beim Mendhäuser Karnevalsverein „Die Elfen“ zu haben. Aber die Kinder hatten dann doch ihren eigenen Geschmack: Hip-Hop.

Verschiedene Erfahrungen

„Ich bin nie Hip-Hop-Trainerin gewesen“, sagt Ramona Kreußler. Ein Problem war das nicht. Eher ging es auch darum, in den vier Tagen ein körperliches Rhythmusgefühl für die Musik zu entwickeln. „Viele haben schon selbst einmal bei der Karnevalsgarde oder auf dem Stadtfest getanzt, einige aber noch gar nicht.“ Gut mitgezogen hätten trotzdem alle Teilnehmer.

Organisiert wurde das Tanzcamp von der offenen Jugendarbeit in Schleusingen. Jugendsozialarbeiterin Anica Moye war diejenige, die sich darum kümmerte, dass alle Kinder ihr Essen und ihren Schlafplatz neben dem Tanzen bekommen haben. „Und ich bin hier der DJ.“ Für die fünfminütige Vorstellung hat sie Lieder von Demi Lavato, David Guetta herausgesucht. „Ich fand es sehr toll“, sagt die elfjährige Jana.

Zu David Guetta tanzen?

Sie ist es, die kurz vor der Vorstellung noch mal sich selbst vergewissernd in die Runde fragt, ob die anderen denn auch aufgeregt wären und ob sie auch Probleme mit dem Übergang am Schluss hätten. Aber dann geht es los, die Familie wird auf den Holzbänken positioniert und die Musik fängt an zu laufen. Und sagen wir, wie es ist: Die 14 Kinder und Jugendlichen, die übrigens aus dem ganzen Landkreis nach Heubach kamen, finden bei ihrer Vorstellung tatsächlich einen guten Weg, wie man zu David Guetta tanzen kann.

Nach einem langsamen Start mit verschränkten Armen und einem weichen Hin-und Hergewippe auf den Füßen folgen erste Ausfallschritte. Sprünge. In der Mitte der Performance liegen plötzlich alle auf dem Rücken im Kreis und machen Fahrradfahrbewegungen mit den Beinen. Zum Schluss schlagen einige Kinder dann selber Rad. Nach fünf Minuten ist schon wieder Schluss. Die Eltern klatschen und zücken ihre Smartphones. Ihr Glück ist es, dass es noch mal eine zweite komplette Tanzzugabe geben wird. Die dritte und vierte Zugabe gibt es dann vielleicht zum Tanzcamp in den nächsten Sommerferien.

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