Achtsam mit dem Herzen umgehen
Mario L. geht inzwischen mit seinem Herzen achtsamer um. Der Tod seines Sohnes hat seiner Gesundheit zugesetzt. Er lässt seinen Herzrhythmus regelmäßig kontrollieren, nimmt Medikamente und hat sich auch psychologisch betreuen lassen. „Ich versuche nun, das Beste daraus zu machen – und andere aufzuklären.“ Damit anderen Familien ein ähnliches Schicksal erspart bleibt.
Dieser Artikel erschien erstmals im August 2023 und wurde im September 2025 aktualisiert.
Sekundentod bei Sportlern – Darauf ist zu achten
Häufigkeit
Je nach Studie liegt die Häufigkeit des plötzlichen Herztods beim Sport bei 1 bis 2 Todesfällen pro 100 000 Sporttreibenden pro Jahr. Beim Sport beschleunigt sich der Herzschlag deutlich – unproblematisch für ein gesundes Herz. Ist es aber vorgeschädigt, können durch die hohe Belastung, die hohe Herzfrequenz und den erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzens die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.
Ursachen
„Bei Sportlern unter 35 Jahren sind die häufigsten Ursachen eine vorzeitige koronare Herzkrankheit genetisch bedingte Arrhythmiesyndrome wie SADS und eine Myokarditis“, sagt Tim Meyer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes. „Verpflichtende sportmedizinische Untersuchungen können das Risiko eines plötzlichen Herztodes bei Sportlern deutlich senken.“ Auch junge Menschen ohne diagnostizierte Herzerkrankung sollten, bevor sie aktiv Sport betreiben, ihr Herz untersuchen lassen, wenn sie belastungsabhängige Beschwerden spüren, ungeklärte Bewusstlosigkeiten hatten oder wenn nahe Angehörige an Herzerkrankungen leiden. Bei Sportlern ab 35 Jahren ist dafür die Koronare Herzerkrankung mit etwa 80 Prozent mit Abstand häufigste Ursache. Das Risiko für diese Todesfälle lässt sich ebenfalls durch eine sportmedizinisch-kardiologische Untersuchung senken.
Untersuchung
Bei ungeklärten plötzlichen Herztodesfällen in jungen Jahren, aber auch bei anderen Todesumständen wie Tod im Schlaf oder plötzlichem Tod im Wasser wird eine Untersuchung der Verstorbenen inklusive der postmortalen Gendiagnostik empfohlen. Auch wird den betroffenen Familien in einer eigens dafür eingerichteten Spezialambulanz angeboten, dass bei ihnen selbst eine genetische und kardiologische Untersuchung im Hinblick auf ein Risiko für einen plötzlichen Herztod erfolgt. Das Frankfurter Zentrum für plötzlichen Herztod ist eine solche Anlaufstelle für Betroffene: https://herzstiftung.de/junge-herzen-retten