Hermann-Brill-Preis „Für mich ist Ehrenamt ein Stück Leben“

Diana Lehmann (von links) verlieh Wolfgang Schlegelmilch für besonderes ehrenamtliches Engagement, auch im Beisein von Karin Schlegelmilch und Michael König, den Hermann-Brill-Preis. Foto: /Michael Bauroth

Wolfgang Schlegelmilch ist für besonderes Engagement mit dem Hermann-Brill-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung, für die er bereits 2021 vorgesehen war und die coronabedingt ausfallen musste, ist nun nachgeholt worden.

Alle, die wussten, dass Wolfgang Schlegelmilch 2021 mit dem Hermann-Brill-Preis geehrt werden sollte, haben nicht geplaudert. Denn die Würdigung, eine Auszeichnungsveranstaltung der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag für besondere Verdienste im Ehrenamt, konnte wegen Corona erst mehr als ein Jahr später stattfinden. So war am vergangenen Dienstag der Präsident vom Turn- und Sportverein Zella-Mehlis der Einzige, der nicht wusste, weshalb Vereinsmitglieder, Freunde, Mitglieder des SPD-Ortsvereins Zella-Mehlis und Landtagsabgeordnete Diana Lehmann im Vereinshaus am Köpfchen anwesend waren sowie Getränke und Häppchen bereit standen. Eigentlich dachte er, dass er wegen Absprachen zum wichtigen Opel-Cup im Tennis kommen sollte. Diesen nutzte Vizepräsident Michael König jedoch nur als Vorwand.

„Ich habe in meinem ganzen Leben selten Situationen erlebt, in denen ich nicht wusste, worum es geht“, so der Geehrte, nachdem er von Diana Lehmann Urkunde, eine geprägte Medaille und Blumen überreicht bekommen hat. „Diese ist so eine“, sagte er bewegt und reichte die Blumen gleich an seine Frau Karin weiter. „Die bekommst du. Denn den wichtigsten Teil leisten Partner und Freunde“, bedankte er sich auch bei allen, die ihn in seinem ehrenamtlichen Schaffen stets unterstützten. Und das reicht sehr weit zurück.

Ein Stück weit ließ daran Diana Lehmann teilhaben und betonte, dass Wolfgang Schlegelmilch bereits seit 1956 in verschiedenen Funktionen im Sport tätig ist. Seit 1971 ist er Vorstandsmitglied des damaligen Vereins BSG Robotron gewesen, später dem TSV, zugleich seit 1976 Vorsitzender des Tennisclubs Zella-Mehlis und war 20 Jahre im Präsidium des Kreissportbundes Schmalkalden/Meiningen aktiv. Seit 21 Jahren ist der Geehrte Präsident des TSV, dem größten Sportverein Südthüringens. All das im Ehrenamt zu leisten, zeichnet ihn längst nicht umfassend aus. Als Organisationstalent, das nicht nur im Verein wirkungsvolle Spuren hinterlässt, sondern auch verstehe, mit Stadtfestumzügen, Kinder- und Familienfesten, zu begeistern, Menschen zusammenzubringen und als gute Seele zu fungieren, habe er die Auszeichnung mehr als verdient.

Warum er all das mache? Darauf hatte Wolfgang Schlegelmilch gleich mehrere Antworten. Nie könne er sich vorstellen, auf seiner Couch zu sitzen. Dazu spiele der Sport eine zu große Rolle in seinem Leben. Traditionen zu pflegen, Pionierarbeit zu leisten, die einst belächelte Symbiose zwischen Kinder- und Jugendsport mit dem Sport und Miteinander für ältere Generationen zu schaffen sowie immer wieder mit neuen Ideen zu begeistern, das treibt ihn an. „Ehrenamt ist Teil meines Lebens und Verpflichtung, uneigennützig und nachhaltig. Schaue ich mich um, was wir im Ehrenamt geleistet haben, dann können wir richtig stolz darauf sein“, betonte er. Ebenso, dass es dafür immer viele Mitstreiter braucht, deren Einsatz keinesfalls selbstverständlich ist.

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