Ehemalige Porzelliner, die als Jugendliche aus Ungarn im Rahmen eines Abkommens mit der DDR für drei Jahre im Porzellanwerk „Graf von Henneberg“ gearbeitet hatten, haben am Mittwoch ihre ehemalige Wirkungsstätte besichtigt.
Sie haben zu DDR-Zeiten drei Jahre lang im Ilmenauer Porzellanwerk gearbeitet, nun ist eine Gruppe Ungarn an ihre ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt. Die Erinnerungen an damals sind durchweg positiv.
Ehemalige Porzelliner, die als Jugendliche aus Ungarn im Rahmen eines Abkommens mit der DDR für drei Jahre im Porzellanwerk „Graf von Henneberg“ gearbeitet hatten, haben am Mittwoch ihre ehemalige Wirkungsstätte besichtigt.
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Die Reisegruppe, die aus rund 60 Teilnehmern bestand, stattete nach Angaben der Ilmenauer Stadtverwaltung außerdem noch anderen einstigen Arbeitsstätten in Thüringen einen Besuch ab, darunter Erfurt, Sömmerda und Neuhaus am Rennweg.
Als Erinnerung an ihre Zeit von 1973 bis 1976 hatten die Gäste aus Ungarn im Jahr 2014 eine schwedische Mehlbeere als „Baum der Erinnerung“ im Amtsgarten hinter dem Goethe-Stadt-Museum und der Ilmenau-Information gepflanzt, der seitdem prächtig gediehen ist – nun aber wieder symbolisch gegossen wurde.
Von der ehemals dominierenden Porzellanbranche zu DDR-Zeiten in Ilmenau ist heute vor allem die Erinnerung an den großen Industriezweig geblieben, die vom Verein Ilmenauer Porzellantradition mit Herzblut am Leben gehalten wird, berichtete Oberbürgermeister Daniel Schultheiß den Besuchern. „Ich freue mich, dass auch Sie die Tradition aufrechterhalten und Ihre früheren Arbeitsorte regelmäßig aufsuchen“, sagte er.
Vereinsvorsitzender Michael Kühnlenz führte die Gäste anschließend zum Gelände des ehemaligen Porzellanwerks, das aktuell unter der Bezeichnung „Ilmwerk“ als neues Gewerbegebiet erschlossen wird und somit als jüngstes Beispiel für den wirtschaftlichen Wandel steht, den die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten durchlebte.
An Ilmenau haben die damals 18-Jährigen durchweg gute Erinnerungen. „Es waren schöne Jugendjahre“, beschrieb die Zeit Márta Bischof. Kaum ein Wochenende verging ohne die Besuche von Tanzveranstaltungen im „Gastronom“ oder dem „Parkcafé“, das Ritual des Polterabends ist den ungarischen Gästen von einst noch ebenso im Gedächtnis geblieben wie die ausgedehnte Faschingssaison von November bis Februar. So schön die Reise zurück in die Vergangenheit auch war – „es schmerzt natürlich auch etwas, dass das Porzellanwerk nicht mehr existiert“, sagte Márta Bischof.