Heinrichser Straßenmarkt Brunnen macht die Perle komplett

Der Brunnen auf dem Heinrichser Straßenmarkt sprudelt. Endlich. Die Heinrichser feiern ihr neues Schmuckstück, auf das sie lange gewartet haben.

Die Jahreszahl, die in den Muschelkalkstein gemeißelt wurde, verrät, dass der Brunnen auf dem Heinrichser Straßenmarkt schon im vergangenen Jahr hätte ans Netz gehen sollen. Auch hier hat die Pandemie für Verzögerungen gesorgt. Jetzt aber ist es soweit. Am Freitag wurde ein kleines Fest zu Ehren des Brunnens gefeiert. Gerade zur rechten Zeit möchte man angesichts der hochsommerlichen Temperaturen meinen. Kinder aus dem Suhler Ortsteil lassen ihre Beine in dem erfrischenden Nass baumeln, dessen fröhliches Plätschern fortan zum Sound des Straßenmarktes gehören wird.

Genau hier hat früher auch ein Brunnen gestanden. Nun ja, es war eher eine Tränke, an dem sich Pferde auf ihrer Durchreise mit den Fuhrwerken labten. Als der Heinrichser Straßenmarkt 1995 saniert wurde, ist vorsorglich auch eine Brunnenstube eingebaut worden. Aber bis zu einem funktionierenden und gut aussehenden Brunnen sollte es ein weiter Weg sein. „Zwischenzeitlich keimte gar die Idee, für die Gestaltung des Brunnens, Künstler zu beauftragen. Es hat auch eine Ausschreibung gegeben, aber ein Auftrag ist nie ausgelöst worden. Das war wohl eine Frage des Geldes“, erinnert sich Ortsteilbürgermeister Marcus Kalkhake.

Also blieb alles, wie es war. Der Holzsockel, mit dem die schon vorbereitete Brunnenstube abgedeckt wurde, ist bei einem der Heinrichser Maifeste sogar mal eingebrochen.

Vor ein paar Jahren hat der Ortsteilrat darüber diskutiert, wie es gehen könnte, den Brunnen zu bauen. „Wir sind das Thema angegangen – vielleicht ein bisschen naiv, auf jeden Fall aber so gut wie mittellos“, sagt der Ortsteilchef. „Die Stadtverwaltung hat gesagt, dass sie uns machen lässt. Also haben wir gemacht. Ohne Partner aber hätten wir es nicht geschafft.“ Die Geburtshelfer des Brunnens sind die Steinbach-Gruppe, die Bauwi Wichtshausen, der Statiker Fred Löffler, der Suhler Eigenbetrieb und der Heinrichser Brunnenspezialist Matthias Gebauer.

Für Gebauer war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Schließlich komplettiert das neue Schmuckstück die Perlenkette, die sich mit dem Heinrichser Rathaus, in dem jetzt die Volkshochschule ihren Sitz hat, den Fachwerkgebäuden mit den Höfen am kürzlich zum zweiten Mal sanierten Straßenmarkt entlang zieht. Wie viel der Brunnen letztendlich gekostet hat, das lässt sich Marcus Kalkhake nicht entlocken. Aber eine gute fünfstellige Summe kommt da bestimmt zusammen. Auch wenn jetzt schon die Brunnentaufe gefeiert wurde, ganz fertig ist das Teil noch nicht. An die Säule in der Brunnen-Mitte werden noch Tafeln angebracht. Eine mit dem Wappen von Heinrichs und eine mit der Jahreszahl 1111, die davon kündet, wann der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde.

Und wenn die Heinrichser noch einen Wunsch frei hätten, dann würden sie es sehr gerne sehen, dass das Gerinne, welches sich einst über den Straßenmarkt zog, wieder so hergerichtet wird, wie es einmal war.

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