Heimatgeschichte Als auf Sonneberg Bomben fielen

Die Bombardierung Sonnebergs im Februar 1945 und die Geschichte eines innovativen Sanatoriums in Köppelsdorf sind Themen von zwei heimatgeschichtlichen Vorträgen, zu denen Stadtarchiv und Stadtbibliothek der Spielzeugstadt im Februar einladen.

Im Februar 1945 wurde Sonneberg Ziel eines alliierten Bombenangriffs, bei dem 28 Menschen starben und viele Gebäude zerstört wurden. Foto:  

Gleich zwei Termine sollten sich Geschichtsinteressierte in und um Sonneberg in ihren Kalender notieren. Denn gemeinsam mit Stadtarchiv und Stadtbibliothek werden im Februar interessante Vorträge zur Stadthistorie in der Spielzeugstadt organisiert und zwei neue Publikationen der Schriftenreihe des städtischen Archivs vorgestellt. Vor 80 Jahren wurde Sonneberg Ziel eines alliierten Bombenangriffs. Die Erinnerung daran ist Teil der kollektiven Erinnerung in der Spielzeugstadt und bewegt die Menschen bis heute. Allerdings bewegten sich viele Aussagen über die Hintergründe des Ereignisses bisher im Spekulativen. Freies Wort-Redakteurin Martina Hunka wird im Rahmen eines Vortrages die aufgearbeitete und teils neu geschriebene Geschichte der Ereignisse vor acht Jahrzehnten den interessierten Heimatfreunden vorstellen.

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In ihrer im Februar 2025 erscheinenden, gleichnamigen Publikation erzählen Martina Hunka und Stefan Lutz von den Bomben auf Sonneberg im Jahr 1945, von ihren Opfern, den Fliegern, von Ursachen, Zufällen und Folgen. Am 14. Februar 1945 kam der Krieg mit einem Bombenangriff erstmals direkt nach Sonneberg. 28 Tote, Verwundete und zerstörte Häuser waren das Ergebnis eines in wenigen Minuten abgeworfenen Bombenteppichs. Weitere Bomben fielen am 10. April.

Fakten zusammengetragen

Was wissen wir heute darüber? Die Autoren haben altes und neues Wissen über die Ereignisse in der Luft zwischen England und Böhmen und am Boden in Sonneberg zusammengetragen. Sie räumen dabei mit einigen Irrtümern auf und stellen Zusammenhänge her zwischen Sonneberg als Rüstungsproduzenten und den Kriegseinwirkungen. Der Vortrag zum Buch wird von Martina Hunka gehalten und richtet sich an alle Interessierten.

Ein weiteres Thema wird das einstige Sanatorium im heutigen Stadtteil Köppelsdorf sein. In der Stadtbibliothek wird Carola Hildebrand ihr zusammengetragenes Wissen über das ehemalige Köppelsdorfer Sanatorium Dr. Balser vorstellen. Ein findiger Arzt verhalf dem Ort Köppelsdorf zu einer kurzen Blüte als Kurort. Davon und von der Geschichte des Wirtschaftsstandorts Köppelsdorf erzählt Carola Hildebrand.

Innovative Kureinrichtung

Grüße aus Köppelsdorf schickten seit 1891 Kurgäste in Briefen und Postkarten an ihre Lieben in Deutschland und dem Ausland. Sie tranken Wasser vom Schönberg als Heilwasser im Sanatorium des promovierten Mediziners Balser, das sich auf gut betuchte Gäste mit Beschwerden wie Gicht, Rheuma, Stoffwechselstörungen und Nervenleiden spezialisiert hatte. Köppelsdorf, seit 1950 östlicher Stadtteil von Sonneberg, war für kurze Zeit Kurort. Vorher und nachher hat der Ort im Tal der Steinach mit Mühlen, Hüttenwesen, einer Spiegelfabrik, Glashütte, Sägewerken, Porzellanfabriken und zuletzt Unterhaltungselektronik eine breit gefächerte Industriegeschichte geschrieben. Viel ist nicht bekannt von dem einst beliebten Sanatorium in der aufstrebenden Industriegemeinde Köppelsdorf bei Sonneberg.

Die Köppelsdorferin Carola Hildebrand hat aufgeschrieben, was von der innovativen Kureinrichtung bekannt ist. Auch daraus entstand eine Publikation, die in der Schriftenreihe des Stadtarchives erscheinen wird: „Von Mühlen, Fabriken, Kureinrichtungen und Gaststätten. Eine Standortbetrachtung des ehemaligen Sanatoriums Dr. Balser“. Sie hat darin nicht nur die Geschichte des Sanatoriums erforscht, sondern die Historie des gesamten Standortes von den ersten Erwähnungen von Handwerk und Gewerbebetrieben bis in die Gegenwart. In ihrem Vortrag lässt die Autorin ihr Werk für alle Interessierten nun in Wort und Bild lebendig werden.

Das Stadtarchiv Sonneberg setzt mit beiden Publikationen seine Schriftenreihe fort in der jüngst mehrere Bände zur Entwicklung der Gastronomie in der Stadt Sonneberg sowie in mehreren Stadtteilen erschienen sind. Weitere Bände befassen sich mit Zeitgeschichte oder der Geschichte der Spielzeugstadt im 19. Jahrhundert. Wer sich dafür interessiert, kann sich an das Archiv wenden.

Buchvorstellungen in Rathaussaal und Stadtbibliothek

Mittwoch, 12. Februar
Über „Sonneberg im Luftkrieg 1933-1945“ und die dazugehörige Publikation spricht Martina Hunka ab 17 Uhr im Rathaussaal Sonneberg, Eintritt fünf Euro.

Freitag, 21. Februar
Über das Köppelsdorfer Sanatorium von Dr. Balser und die dazugehörige Publikation spricht Carola Hildebrand ab 17 Uhr in der Stadtbibliothek Sonneberg, Eintritt fünf Euro. Beide Publikationen können bei den Veranstaltungen erworben werden.