Heimat shoppen Individuell, vor Ort und mit Aktionen

Von Cathrin Nicolai
Bürgermeister Heiko Voigt, Bärbel und Jana Wolff vom Handarbeitsladen Heß sowie Martin Kretschmann von der IHK (von links) freuen sich auf die neue Aktion „Heimat shoppen“. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Da einkaufen, wo man lebt, ist das Ziel der bundesweiten IHK-Aktion „Heimat shoppen“, das die Sonneberger Stadtverwaltung auch in diesem Jahr gerne unterstützt. 32 Händler locken mit verschiedenen Aktionen dabei in die Innenstadt.

Es ist eines der ältesten, wenn nicht sogar das älteste Geschäft in der Sonneberger Innenstadt – der Handarbeitsladen Heß, den es seit 1891 gibt. Jana Wolff ist heute hier die Chefin und das in der vierte Generation. „Einfach ist es nicht“, gibt sie offen zu, verspricht aber am Ball zu bleiben. Gerne macht sie deshalb auch in diesem Jahr bei der IHK-Aktion „Heimat shoppen“ mit.

„Sie ist immer dabei, wenn es um die Belebung der Innenstadt geht“, lobt Christiane Heim, die sich in der Stadtverwaltung um das Stadtmarketing kümmert. „Die wenigen, die noch hier übrig sind, müssen zusammenhalten“, ist Jana Wolff überzeugt. Gerne hat sie sich deshalb als eine von insgesamt 32 Händlern, Gastronomen und Dienstleistern der Innenstadt, für das „Heimat shoppen“ angemeldet. „Wir müssen doch auf uns aufmerksam machen“, meint sie.

Das „übrig bleiben“, möchte Bürgermeister Heiko Voigt so nicht stehen lassen. „Bei uns sieht es im Vergleich zu anderen Städten noch recht gut aus“, schätzt er ein. Einen drastischen Leerstand gibt es nicht und diejenigen, die über die Innenstadt schimpfen, wären in der Regel schon lange nicht hier gewesen. „Dabei haben wir einige schöne Geschäfte wie eben das inhabergeführte Handarbeitsgeschäft Heß“, sagt er. Genau solche Einrichtungen machen eine Innenstadt aus. „Kleine Geschäfte mit Nischenprodukten, die individuell beraten“, nennt er einen ganz großen Vorteil. Das können Bärbel und Jana Wolff voll und ganz bestätigen. Sie haben neben ihrem Handarbeitsgeschäft auch einen Paketversand und eine Änderungsschneiderei mit in ihr Angebot aufgenommen. „Bis auf ein Paket geht am Samstag sonst gar nichts“, erzählt Bärbel Wolff. Aber es gibt auch schöne Erlebnisse, die die Beiden bestärken, weiter zu machen. So haben sich vor Kurzem zwei Frauen im Handarbeitsgeschäft Heß getroffen, die sich schon 25 Jahre nicht gesehen haben.

„Genau das ist es, warum wir die Innenstadt unterstützen“, erklärt Heiko Voigt und verweist darauf, dass es eigentlich nicht Aufgabe der Stadt ist, das zu tun. „Aber wir wollen eine lebendige Innenstadt“, betont er. Ohne die einzelnen Geschäfte wäre sie trostlos und austauschbar. Neben dem Heimat shoppen startet die Stadt deshalb auch regelmäßig eigene Aktionen wie beispielsweise die Stempelkarte, den Rentier-Briefkasten, den Weihnachtskalender oder die Teddyrallye. „Damit locken wir hauptsächlich die Kinder an, die ihre Eltern dann gerne mitbringen“, ergänzt Christiane Heim. Aber auch mit Wochen-, Jahr- und Flohmärkten oder verschiedenen Höhepunkten, die mitten in der City starten möchten alle die Kunden in die Innenstadt locken. Noch mehr Aktivitäten in dieser Richtung erhofft sich die Stadtverwaltung von der speziellen Förderung, die vom Bund in Aussicht gestellt, aber noch nicht genehmigt wurde. „Damit können wir im nächsten Jahr unseren Aktionsradius noch erhöhen“, ist Heiko Voigt sicher.

Dass Sonneberg auch diesmal beim Heimat shoppen mitmacht, freut auch Martin Kretschmar, Niederlassungsleiter Sonneberg der IHK Südthüringen. Die größte Imagekampagne des lokalen Handels startete erstmals 2014. Seit 2017 ist Thüringen mit dabei, Südthüringen klinkte sich ein Jahr später ein. „Bundesweit beteiligen sich 500 Städte, in Thüringen sind es 27 und bei uns in Südthüringen acht“, weiß er. Das Ziel, die Innenstädte zu stärken, ist dabei wichtiger denn je. „Corona hat es den Einzelhändlern schon schwer gemacht und jetzt stehen sie durch die hohen Energiepreise und die damit aktuell eingetrübte Konsumlaune vor neuen Herausforderungen“, ist Martin Kretschmar sicher.

Für die Aktion haben sich die beteiligten Händler und Gastronomen verschiedene Angebote ausgedacht. Mal sind es Rabatte, mal ein Gratis-Getränk zu einem Essen oder auch ein Überraschungseisbecher, ein Gewinnspiel oder die Verlosung eines Designer-Kuscheltiers. Die Coupons dafür findet man in den speziellen Broschüren, die in allen beteiligten Geschäften ausgelegt sind. Außerdem wird die Aktion in die Feierlichkeiten zum Stadt- und Museumsfest eingebunden und ein verkaufsoffener Sonntag angeboten.

 

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