Es ist ein Bild, das man selten sieht auf den Straßen am Hochwald in Zella-Mehlis. Geschäftig wuseln die Anwohner hin und her. Ausgerüstet mit Kannen und Eimern versuchen sie das kostbare Gut Wasser einzufangen, das sich über an Hydranten angeschlossenen Schläuchen ergießt. Mancher ist gar mit einem kleinen Wägelchen unterwegs, um sich das Schleppen zu erleichtern. Nach Wochen der Trockenheit versuchen die Anwohner, denen die Havarie am Donnerstagmorgen wasserlose Haushalte bescherte, ihr doch noch einen positiven Aspekt abzugewinnen und das wegen der nötigen Spülung und Lüftung entlaufende Wasser nicht einfach nutzlos entrinnen zu lassen. Stattdessen kamen die Gärten nun unverhofft in den Genuss des ersehnten Nasses, ebenso manch darbende Hecke oder wurden gar längst leere Regentonnen wieder befüllt. „Das hat ja fast schon Volksfestcharakter“, beschreibt eine Anwohnerin die Situation. „So viele Menschen auf einmal sieht man sonst hier nie“, sagt die Betroffene, aus deren Wasserhähnen ebenfalls kein Tröpfchen mehr floss. Nur im Keller lief noch ein hauchdünner Strahl vor sich hin.
Havarie in Zella-Mehlis Unverhoffter Wassersegen am Hochwald
Dörthe Lemme 08.06.2023 - 14:16 Uhr