Hassberge Zahl der Straftaten geht zurück

Christian Licha

Im jahr 2015 wurden im Bereich der Polizei Haßfurt noch 2165 Straftaten erfasst. Im vergangenen Jahr 2019 waren es nur noch 1864 Fälle.

Seit Beginn der Corona-Krise im März bis heute hat die Polizeiinspektion Haßfurt 306 Vorgänge zu verzeichnen, die mit Verstößen gegen Beschränkungen und Auflagen zu tun hatten. Archiv-Symbol Foto: Rudolf Hein

Kreis Haßberge - "Die Bürger können sich bei uns sicher fühlen", resümierte Polizeirat Daniel Seeburg die Ergebnisse der Kriminalstatistik für das Jahr 2019. Im Rahmen eines Pressegespräches erläuterte der Dienststellenleiter zusammen mit seinem Stellvertreter Kurt Etzel und dem Leiter der Ermittlungsgruppe, Jan Stoll, die Zahlen für den Bereich der Polizeiinspektion Haßfurt.

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Wurden im Jahr 2015 noch 2165 Straftaten erfasst, waren es 2019 nur noch 1864 Fälle. Auch bei der Häufigkeitszahl pro 10 0000 Einwohner stellt sich der Bereich Haßfurt sehr gut dar. Mit 2865 Fällen liege man sehr deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt von 4600, so Seeburg. Die Struktur der Kriminalität ist im Wesentlichen von Diebstahl (387 Fälle), Körperverletzung (288), Vermögens- und Fälschungsdelikte (328) und Sachbeschädigung (240) und Rauschgiftdelikte (238) geprägt. Kapitalverbrechen wie Mord oder Raub sind die Ausnahme. Gelegentlich gibt es Einzelfälle, so wie im vergangenen Jahr einen einzigen Raub. Die durchschnittliche Aufklärungsquote von rund 74 Prozent zeugt von einer qualitativ hochwertigen Ermittlungsarbeit. Bei Nötigungen liegt Haßfurt sogar bei 100 Prozent, dicht gefolgt von Rauschgiftdelikten (99,1 Prozent), Körperverletzung (95,1 Prozent) und Warenbetrug (93,9 Prozent). Die niedrigste Aufklärungsquote gibt es hingegen bei Sachbeschädigungen (29,6 Prozent) und Diebstahl von Fahrrädern (23,9 Prozent). Hier sei ausschlaggebend, dass oft keine Tatzeugen vorhanden seien und es somit nur wenig Ermittlungsansätze gebe, erklärt Seeburg. "Wir sind auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, Das ist die Basis für erfolgreiche Polizeiarbeit" verdeutlicht der Haßfurter Polizeichef, der zum Hinschauen und Handeln auffordert. Bei verdächtigen Wahrnehmungen bittet die Polizei um Hinweise. Keinem Bürger entstehen Nachteile, wenn sich mal eine Beobachtung als harmlos herausstellen sollte.

Bundorf, Wonfurt und Knetzgau stehen an der Spitze der Gemeinden, in denen ein starker Rückgang der Straftaten zu verzeichnen ist. Die Kreisstadt liegt mit einem Rückgang von 2,5 Prozent auf 655 Straftaten etwa auf Vorjahresniveau. Mit einer Steigerung von 142 Prozent fällt Königsberg aus dem Rahmen.

Polizeihauptkommissar Jan Stoll kann aber die Einwohner der Regiomontanusstadt beruhigen: "In Königsberg haben zwei Betrüger mit alleine schon über 50 Straftaten die Statistik nach oben schnellen lassen". Eine generelle starke Steigerung der Kriminalitätsrate gebe es somit nicht, so Stoll.

Die ermittelten Tatverdächtigen im Inspektionsbezirk sind zu knapp 80 Prozent Männer. In der Altersstruktur beläuft sich der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden bis 21 Jahre auf gut 25 Prozent. Um 20 Prozent zurückgegangen ist der Anteil Nichtdeutscher bei den Tatverdächtigen. Von insgesamt 989 Personen hatten 169 keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Erfreulich ist der Rückgang bei Gewalt gegen Polizeibeamte, wie zum Beispiel Beleidigung, Bedrohung oder Körperverletzung. Von 31 Fällen im Jahre 2018 sank die Zahl im vergangenen jahr auf 17. Hierzu habe sicherlich auch der Einsatz der Bodycam beigetragen, mit der die beamten ihren Einsatz dokumentieren können, ist sich Etzel sicher. Seit Frühjahr 2019 ist die technische Neuerung auch im Haßfurter Inspektionsbezirk verfügbar.

Um 23 Prozent angestiegen auf 230 Fälle sind die Rauschgiftdelikte. Im Jahr 2015 waren es sogar nur 160. Hier macht sich bemerkbar, dass mehr und intensiver kontrolliert werde als früher. "Die Kontrolldichte ist wesentlich höher und die Beamten verfügen über mehr Fachwissen und können damit professioneller vorgehen", stellte Erster Polizeihauptkommissar Kurt Etzel fest. Die Polizeibeamte sind auch besonders geschult, im Verkehrsbereich Drogenmissbrauch zu erkennen. Knapp die Hälfte der Delikte spielen sich im Zusammenhang mit Cannabis ab. "Die Diskussion über weiche Drogen fördert das fehlende Unrechtsbewusstsein", sagte Etzel und wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Polizei nicht wegschauen dürfe und Gesetzesverstöße zur Anzeige bringen muss. Eine Maßnahme zur Drogenprävention an Schulen ist das Projekt "Flashback". Hier werden die Jugendlichen über die negative Wirkung von Cannabis und Legal Highs aufgeklärt. Mögliche Konsequenzen des Drogenkonsums werden aufgezeigt und auch die Phasen der Suchtentwicklung. Daneben werden Hilfsangebote dargestellt, die viele Schüler vorher so nicht gekannt haben. Das zeigt die Erfahrung, denn in Unterfranken ist das Projekt schon angelaufen.

Neben Polizei sind auch andere Experten wie zum Beispiel Jugendamt oder Suchtberatung mit in den Schulen. Im Landkreis Haßberge war bereits alles für den Start an drei Mittelschulen vorbereitet. Die Corona-Krise machte dem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Sobald der Schulbetrieb es zulässt, werde die Präventionsmaßnahmen aber unverzüglich aufgenommen, versprach Seeburg.

Seit Beginn der Corona-Krise im März bis heute hat die Polizeiinspektion Haßfurt 306 Vorgänge zu verzeichnen, die mit Verstößen gegen Beschränkungen und Auflagen zu tun hatten. In 230 Fällen wurde hierbei Anzeige erstattet. Im Coronazeitraum wurden durch die Beamten der Dienststelle insgesamt 1050 Einsätze bewältigt. Im gleichen Zeitraum 2019 waren es 1157, was einen Rückgang von 9,25 Prozent darstellt.