Hassberge Schulbus kollidiert mit Lastwagen: Mehrere Kinder verletzt

Dramatischer Unfall zwischen Hofheim und Rügheim: Ein Lkw war in einen Schulbus gefahren. Mehrere Kinder wurden verletzt, eines davon schwer.

Hofheim/Rügheim - Die Kinder waren gerade auf dem Weg nach Hause, als es zwischen Hofheim und Rügheim passierte: Auf der Staatsstraße 2275 zwischen Hofheim und Haßfurt an der Abzweigung zur B 303 fuhr ein Lastwagen seitlich in den mit 20 Schulkindern besetzten Bus. Acht Kinder zogen sich Verletzungen zu und wurden in vier Krankenhäuser in Haßfurt, Ebern und Schweinfurt eingeliefert.

Nach ersten Erkenntnissen wollte der Lkw-Fahrer von der Bundesstraße gegen 11.40 Uhr auf die Staatsstraße Richtung Haßfurt einbiegen und übersah dabei einen vorfahrtsberechtigten Schulbus und prallte mit seiner Front gegen die linke Seite des Busses und schlitzte ihn zum Teil auf. Mehrere der großen Seitenscheiben gingen zu Bruch, ebenso wurde die Verkleidung teilweise abgerissen. Unverzüglich waren Streifen der Haßfurter Polizei, Eberner Polizei, die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren und insbesondere auch der Rettungsdienst samt Notärzten mit einem Großaufgebot vor Ort.

Man sei zunächst von einer großen Anzahl von Verletzten ausgegangen, sagte BRK-Pressesprecher Michael Will, weil unklar gewesen sei, wie viele Kinder sich im Bus befunden hätten. "Tatsächlich ist hier ein Massenanfall von Verletzten alarmiert worden", so Michael Will. Dies bedeutete Großalarm für die Kollegen: Drei Feuerwehren mit 25 Kräften, vom Roten Kreuz 50 Einsatzkräfte sowie neun Rettungswagen, drei Krankentransporte, ein Notarztwagen sowie ein Rettungshubschrauber seien alarmiert worden. Dazu noch ehrenamtliche Kollegen, deren Job es sei, sich einen organisatorischen Überblick zu verschaffen und die Auswahl der verfügbaren Krankenhäuser zu organisieren.

Glücklicherweise stellte sich die Zahl der Verletzten dann als weitaus geringer heraus. Im nicht voll besetzten Bus befanden sich 20 Kinder der Grund- und Mittelschule Hofheim im Alter von 7 bis 14 Jahren; die meisten Mädchen und Jungen blieben unverletzt. Lebensgefahr bestand nach aktuellem Stand bei keinem Beteiligten, der Rettungsdienst sprach von einem schwer verletzten, drei mittelschwer verletzen und vier leicht verletzten Kindern.

Nach Erstversorgung durch Rettungsdienst und Notärzte wurden sie in Kliniken nach Schweinfurt, Haßfurt und Ebern eingeliefert. Sieben Kinder wurden mit Rettungswagen transportiert, eines mit einem Rettungshubschrauber.

Wie erklärte, wurde ein schwer verletztes Kind mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Die leichten bis mittelschweren Verletzungen sind vor allem auf gebrochene Glasscheiben zurückzuführen. Etwa ein Drittel der Fahrerseite des Busses war bei dem Zusammenprall aufgerissen, die Scheiben fast vollständig zerbrochen. Der 28-jährige Lkw-Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Der Busfahrer im Alter von 55 Jahren kam mit dem Schrecken davon

Insgesamt saßen in dem Bus rund 20 Kinder, die nach Angaben von Eva-Maria Wagenhäuser-Müller, Seniorchefin des Busunternehmens, allesamt zuvor von der Grund- und Mittelschule Hofheim abgeholt worden waren und nach Hause gebracht werden sollten. Alle Kinder erlitten einen Schock. Neben der Versorgung der Verletzten galt es daher auch, die zwölf äußerlich unverletzten Kinder zu betreuen. Ein Ersatzbus brachte sie zur Rettungswache nach Hofheim, wo sie unter fachmännischer Betreuung durch ein Kriseninterventionsteam auf ihre Eltern warten konnten. Für die Betreuung der Schulkinder waren neben den Eltern und Verantwortlichen der Schulen auch drei Notfallseelsorger sowie die ehrenamtliche BRK-Schnelleinsatzgruppe Betreuung im Einsatz. "Die Polizei bedankt sich ausdrücklich auch bei der Schulleitung der betroffenen Grundschule und den eingesetzten Rettungskräften für die hervorragende Zusammenarbeit", teilte Polizeihauptkommissar Michael Zimmer, Pressesprecher am Polizeipräsidium Unterfranken, am Montagabend in einer Pressemitteilung mit.

"Polizeibeamte sind auch Menschen und haben Familie und Kinder", zeigte sich Polizeihauptkommissar Stefan Scherrer von der Polizeiinspektion Haßfurt betroffen vom Unfalleinsatz - und davon, " was Eltern durchleiden, bis sie ihr Kind wieder in die Arme nehmen können", wie er sagte.

Vermutlich der hervorragenden Reaktion des 55 Jahre alten Busfahrers dürfte es zu verdanken sein, dass der Verkehrsunfall nicht noch schlimmere Folgen hatte. Der Mann schaffte es trotz des heftigen Aufpralls, den Bus einigermaßen in der Spur und damit auf der Fahrbahn zu halten. Er konnte dadurch verhindern, dass das Gefährt eine neben der Straße befindliche rund vier Meter tiefe Böschung hinabstürzte und umkippte. "Ich bin froh, dass unserer Fahrer das verhindern konnte", sagte Unternehmerin Eva-Maria Wagenhäuser-Müller. Bei ihr weckt der schlimme Unfall Erinnerungen an ein tragisches Busunglück im Dezember 2014 auf der Bundesstraße 279 zwischen Pfarrweisach und Ebern. Damals hatte an der Einmündung nach Fischbach ein Lkw, ebenfalls beim Einbiegen, einem Schulbus die Vorfahrt genommen und es kam zum Zusammenprall. Der Busfahrer verlor sein Leben, der Lkw-Fahrer wurde lebensgefährlich verletzt. Zum Glück befanden sich damals keine Kinder in dem Schulbus.

Der Schaden am Schulbus beläuft sich laut Polizei auf etwa 60 000 Euro, der am Sattelzug auf rund 30 000 Euro; dazu kommen Kosten in fünfstelliger Höhe für das Abschleppen der Fahrzeuge sowie die Straßenreinigung. Die Rügheimer Straße blieb am Montagnachmittag für mehrere Stunden gesperrt. Eine großräumige Umleitung musste eingerichtet werden. Die Unfallermittlungen führt die Polizeiinspektion Haßfurt durch. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kam auch ein Sachverständiger hinzu.

Vor Ort machte sich auch Hofheims Bürgermeister und stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender Wolfgang Borst ein Bild von der Lage; Genesungswünsche kamen auch von Landrat Wilhelm Schneider.

tnk/news5/ppu/brk

 

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