Hassberge Polizei und Abschleppwagen im Dauereinsatz

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Wintereinbruch führt zu zahlreichen Unfällen auf Unterfrankens Straßen. Im Kreis Haßberge gehen sie glücklicherweise glimpflich aus.

Wer am Dienstag Auto gefahren ist, musste sich auf lange Fahrtzeiten einstellen. Quelle: Unbekannt

Ebern/Haßfurt - Der plötzliche Wintereinbruch am Dienstag mit starken Schneefällen hat in ganz Unterfranken zu einer Vielzahl von witterungsbedingten Verkehrsunfällen geführt. Hauptsächlich betroffen waren die Regionen Rhön und Steigerwald, doch auch in den Haßbergen war innerhalb von nur wenigen Stunden der Winter in seiner ganzen Pracht zurückgekehrt. Polizei und Rettungsdienste, sowie Räumfahrzeuge waren zwar im Dauereinsatz, konnten aber natürlich nicht sofort überall sein. Nachdem bei Minusgraden auch die Straßendecke unter dem Schnee im Nu gefroren war, rutschten die Autofahrer stellenweise mehr schlecht als recht durch den Landkreis.

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Zu 19 Einsätzen binnen weniger Stunden mussten die Beamten der Polizeiinspektion Haßfurt am Dienstag ausrücken. Deren stellvertretender Leiter, Peter Firsching, sah das "übliche Schnee-Chaos" zwar einerseits gelassen, ärgerte sich aber auch über den Leichtsinn einiger Verkehrsteilnehmer. Im Bereich Hofheim etwa war ein 76-jähriger Autofahrer bereits mit Sommerreifen unterwegs - da war die Hoffnung auf Frühling wohl größer, als die vorsichtige Vernunft. Sein Auto stellte sich prompt quer und prallte auf einen stehenden VW Golf auf, dessen 24-jähriger Fahrer dabei leicht verletzt wurde. "Dieses absolut uneinsichtige Verhalten wird die Polizei entsprechend zu würdigen wissen!", so Peter Firsching. Die meisten Zusammenstöße verliefen glimpflich und gingen mit Sachschaden aus, der Gesamtsachschaden summierte sich auf rund 64 000 Euro. "Kompliziert wurde die Situation noch dadurch, dass auch die Räumfahrzeuge zum Teil ihre Einsatzörtlichkeiten wegen liegengebliebener oder querstehender Pkw nicht rechtzeitig erreichten", erklärt Firsching. Gegen 17 Uhr habe sich die Lage langsam wieder beruhigt.

Mit diesem heftigen Wintereinbruch mitten im März hatten offenbar die wenigsten gerechnet, wie auch das Polizeipräsidium Unterfranken vermutet. "Alleine im Zeitraum von 10 Uhr bis 18 Uhr kam es zu rund 180 Verkehrsunfällen, deren Ursache der Witterung zuzuschreiben ist", teilt Polizeipressesprecher Roland Volpert mit. Zur Bewältigung von Verkehrsstörungen bei kritischen Wetterlagen seien zudem für die Bereiche Würzbug und Schweinfurt bei Bereitstellungsstufe zwei Feuerwehr und das THW eingebunden worden. Bei ungefähr 30 Unfällen sei es zu Personenschäden mit insgesamt knapp 40 Verletzten gekommen. Volpert: "Im genannten Zeitraum musste die Polizei über 600 Notrufe abarbeiten." Als Schwerpunkte von Verkehrsbehinderungen waren die Autobahnen betroffen.

Neun Verkehrsunfälle gab es allein auf den Autobahnen A 70 und A 73 rund um Bamberg, wo bei teils heftigem Schneetreiben zwar niemand verletzt wurde, aber Sachschaden von fast 30 000 Euro entstand.

Probleme hatten vor allem die Brummis. Auch in Ebern schaffte - wie berichtet - ein Lkw den eisglatten leichten Anstieg zum Gewerbegebiet nicht; einem weiteren war es in der Ritter-von Schmitt-Straße für längere Zeit nicht möglich, die enge Passage samt parkenden Autos und Schneehaufen zu passieren.

Zu einem Unfall kam es am Dienstagabend gegen 19 Uhr noch auf der Kreisstraße zwischen Gückelhirn und Eckartshausen. Hier fuhr eine 39-jährige Autofahrerin mit einem Multivan bergauf und kam dabei ins Schleudern. Das Fahrzeug drehte sich und rutschte rückwärts auf den Seitenstreifen, wo es glücklicherweise an der Böschung mit der Frontpartie an einem Baum hängen blieb. Den Schaden am Auto schätzt die Polizei auf 2000 Euro; zur Bergung musste ein Abschleppfahrzeug mit Kran eingesetzt werden.

Bereits am frühen Dienstagnachmittag befuhr der Fahrer eines Milchsammellastwagens die Kreisstraße von Treinfeld kommend in Richtung Mürsbach. Am Ortsausgang von Ottneuses driftete der Lkw auf der leicht nach rechts hängenden Fahrbahndecke immer weiter ab, bis er schließlich in der Grabenböschung hängen blieb. Dabei wurden ein Leitpfahl, die Grabenböschung und auch die Fahrbahnkante leicht beschädigt. Der Lkw-Fahrer musste wegen der Überlastung der Abschleppdienste etwa vier Stunden an der Unfallstelle ausharren, bis er schließlich von einem Bergungsunternehmen herausgezogen wurde.

Auch am Mittwochmorgen hatte der Schneematsch noch seine Tücken: Gegen 7.20 Uhr kam eine 22-Jährige in der Coburger Straße in Ebern, Richtung Untermerzbach, am Ortsausgang infolge des Schneematsches und eines Fahrfehlers mit ihrem Kleinwagen ins Schleudern und nach links von der Fahrbahn ab. Der Pkw beschädigte dabei eine kleine Hecke, die den Fußweg an dieser Stelle von der Fahrbahn der Staatsstraße abgrenzt. An ihrem Clio entstand Schaden in Höhe von 2000 Euro - für die Hecke dürften wohl weitere 1000 Euro hinzukommen.

Dieses absolut uneinsichtige Verhalten wird die Polizei zu würdigen wissen!

Peter Firsching, PI Haßfurt, zum Einsatz eines Fahrers von Sommerreifen


Zeit und Vorsicht

Die Polizei appelliert an alle Autofahrer, bei winterlichen Straßenverhältnissen die Geschwindigkeit anzupassen, besonders vorausschauend zu fahren und bei ihrer Reise auch entsprechende Zeitreserven einzuplanen.