Hassberge Corona-Ausbruch in Zeiler Seniorenheim

14 Bewohner und zwei Mitarbeiter im Zeiler Hans-Weinberger-Haus haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Symbolbild: Jonas Güttler/dpa Quelle: Unbekannt

Das Gesundheitsamt meldet einen weiteren sprunghaften Anstieg der Corona-Fälle im Kreis. Im Zeiler Hans-Weinberger-Haus haben sich 14 Bewohner und zwei Mitarbeiter angesteckt.

Kreis Haßberge - Die Zahlen gehen weiter nach oben: Das Gesundheitsamt Haßberge meldet am Donnerstag 33 weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle auf 574. Aktuell sind laut Mitteilung der Behörde 172 Personen mit dem neuartigen Virus infiziert; acht Personen werden stationär im Krankenhaus behandelt. Sieben Menschen sind leider im Zusammenhang mit der Infektion verstorben, 395 Bürger sind inzwischen wieder gesund. In häuslicher Isolation befinden sich derzeit 613 Personen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell bei 142,21.

Besuchsverbot und Testzentrum

Aufgrund der steigenden Inzidenz-Werte im Landkreis hat auch der Krisenstab der Haßberg-Kliniken ein generelles Besuchsverbot für die Häuser in Ebern und Haßfurt beschlossen. Ausnahmen gelten nur für werdende Väter, die bei der Entbindung dabei sein dürfen, sowie für Schwerstkranke und Patienten am Lebensende. Hier sind Besuche nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt möglich.

Wer sich im "Bayerischen Testzentrum" am Kreisabfallzentrum in Wonfurt testen lassen möchte, muss sich vorher online anmelden über das Kontaktformular auf der Homepage des Landkreises unter https://
www.hassberge.de. Wer keine digitale Möglichkeit zur Kontaktaufnahme hat, kann einen Termin vereinbaren unter Telefon 09521/27720, Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 13 Uhr. Mitzubringen sind die Versichertenkarte der Krankenkasse, der Personalausweis und ein Mund-Nasen-Schutz sowie die übermittelte Terminbestätigung, ausgedruckt oder digital.

Wer Fragen rund um das Corona-Virus im Landkreis Haßberge hat, sollte sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgertelefons am Landratsamt wenden. Diese sind von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 09521/27600 erreichbar. Empfohlen wird außerdem die Corona-Hotline der Bayerischen Staatsregierung. Die Servicestelle steht montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 089/122 220 zur Verfügung.

Bei den Neuinfektionen handelt es sich laut Landratsamt um Personen verschiedener Altersgruppen, ver-teilt auf den gesamten Landkreis. "Sowohl Kinder als auch junge Erwachsene sowie Personen im mittleren Erwachsenenalter und Senioren wurden positiv getestet", berichtet Landratsamtssprecherin Monika Göhr. Grund für die sprunghaft angestiegene Zahl der Neuinfektionen ist vor allem aber der Ausbruch der Infektion in einer Senioreneinrichtung in Zeil am Main. Ein Großteil der letzten Infektionsfälle gehe auf die Testung von Kontaktpersonen zurück, so Göhr. Im Hans-Weinberger-Haus in Zeil hatten sich 14 Bewohner sowie zwei Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. "Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist das Coronavirus in der zweiten Welle in unserer Einrichtung in Zeil am Main angekommen", berichtet Ulrike Hahn, Leiterin des Fachbereichs Senioren und Reha beim AWO Bezirksverband Unterfranken. Neben dem Hans-Sponsel-Haus in Würzburg, das im Frühjahr dieses Jahres ein hohes Infektionsgeschehen unter den Bewohnern bewältigen musste, ist das Hans-Weinberger-Haus in Zeil nun das zweite stark betroffene Haus der AWO in Unterfranken.

Alle anderen 85 Bewohner des Hans-Weinberger-Hauses haben laut Dirk Baumann, Leiter der Abteilung Kommunikation beim AWO Bezirksverband Unterfranken, ein negatives Testergebnis. Am vergangenen Mittwoch seien zuletzt alle Mitarbeiter getestet worden; die Testergebnisse stehen zurzeit noch aus. "Die Reihentestungen werden in regelmäßigen Abständen fortgeführt", so Baumann. Zudem würden alle Bewohner und Mitarbeiter seit März täglich auf Symptome überprüft, wie beispielsweise durch Messung der Körpertemperatur.

Wie der AWO-Sprecher weiter berichtet, wurden alle positiv getesteten Senioren im Haus unverzüglich von den negativ getesteten Bewohnern getrennt untergebracht. Somit sei es nicht notwendig, dass die Bewohner in ihren Zimmern isoliert werden müssen. "Alle betroffenen Personen können sich auf dem durch eine Schleuse getrennten Wohnbereich aufhalten", so Baumann weiter. Diesen Wohnbereichen seien nur bestimmte Mitarbeiter zugeteilt, die sich um die Bewohner kümmern. Den betroffenen Senioren gehe es "soweit gut", wie Ulrike Hahn am Donnerstag bestätigte. Bis auf eine Person, die wegen Atemproblemen ins Krankenhaus musste, weisen sie keine Krankheitssymptome auf. Die beiden betroffenen Mitarbeiter seien mit Erkältungen zuhause, so Hahn.

Vorsorglich gilt im Hans-Weinberger-Haus nun ein striktes Besuchsverbot. "Wir haben alle hygienisch notwendigen Maßnahmen ergriffen, doch der Kampf des Personals gegen das Virus in einem Pflegeheim ist nochmals schwieriger als in Kliniken, die mit entsprechendem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten sind", betont Ulrike Hahn. So müssten die Mitarbeiter für die Versorgung mit Nahrung, die Körperpflege oder um Medikamente zu verabreichen nah an die Senioren heran, so dass nicht immer der vorgegebene Mindestabstand gewährleistet sei. Deshalb arbeiten die Mitarbeiter unter strengen Hygienestandards und ausschließlich mit sicheren FFP2-Masken.

Die Situation im Hans-Weinberger-Haus ist nach Auskunft der AWO derzeit stabil. Der Mitarbeiterstab sei trotz der beiden krankheitsbedingten Ausfälle noch ausreichend gut, um die Bewohner wie gewohnt versorgen zu können. Ebenso sei ausreichend Schutzausrüstung vorhanden, da der Verband noch während der ersten Welle im Frühjahr vorausschauend seine Lagerbestände aufgefüllt habe.

Betroffen von positiven Corona-Fällen sind laut Landratsamt desweiteren auch die Kindergärten in Knetzgau, Ebelsbach, Prölsdorf, Goßmannsdorf und Westheim. "Personal und Kinder befinden sich teilweise in Quarantäne", so Landratsamtsprecherin Monika Göhr, Reihentestungen würden durchgeführt.

Aus aktuellem Anlass warnt das Landratsamt in Haßfurt überdies vor "Fake News", die offenbar über soziale Medien in Umlauf gebracht werden. Die Kreisbehörde appelliert an die Bürger, Meldungen immer auf ihre Richtigkeit zu prüfen, bevor sie weiter verbreitet werden. "Sehr oft wird sich herauss tellen, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt, die einem Fakten-Check nicht Stand hält, sondern nur auf Verunsicherung der Menschen und Angstmacherei gerichet ist", so Monika Göhr.

Autor

 

Bilder