Hassberge Auf dem Weg zur Fachwerkstraße?

Gerold Snater

Der Stadtrat Königsberg beschließt den Beitritt zur "AG Fachwerkstädte". Damit könnte sich neben der Burgenstraße bald auch eine Fachwerkstraße durch den Landkreis schlängeln.

Durch seine vielen schönen Fachwerkhäuser wäre Königsberg ein potentielles Mitglied auf der ersten Fahrroute mit besonderen Fachwerkbauten in Bayern. Foto: Gerold Snater

Königsberg - Wer einmal durch die Gassen von Königsberg flaniert ist, kommt nicht umhin, die vielen, schön instand gehaltenen Fachwerkbauten zu bewundern. Die Stadt spielt daher mit dem Gedanken ihre Vorzüge besser sichtbar zu machen - und zwar als Teil der Deutschen Fachwerkstraße. Bürgermeister Claus Bittenbrünn (parteilos) stellte in der vergangenen Sitzung des Stadtrats eine potenzielle Mitgliedschaft in der AG "Deutsche Fachwerkstädte und "Deutsche Fachwerkstraße" vor.

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Die Arbeitsgemeinschaft sei ein Netzwerk von Städten mit bedeutendem Fachwerkbestand, führte Bittenbrünn aus. Sie dient dem Erfahrungsaustausch, gibt Hilfestellung und Beratung auch in rechtlichen und bautechnischen Fragen zur Erhaltung und Sanierung des Fachwerkbestands. Aktuell sind 130 Städte Mitglied. Zusätzlich könne die Stadt Königsberg als Mitglied der AG "Deutsche Fachwerkstädte" auch Teil der Deutschen Fachwerkstraße werden. Wobei die Fachwerkstraße im Gegensatz zum Beispiel zur Burgenstraße aus sieben Regionalstrecken besteht. 104 Städte sind bereits Teil der Ferienstraße.

Aktuell gehe es um die Gründung einer "Fränkischen Fachwerkstraße". Das wäre dann die 8. Regionalroute und die erste in Bayern. Königsberg ist mit einigen anderen Städten der Umgebung wie Seßlach, Zeil, Ebern, Untermerzbach, aber auch Tauberbischofsheim, Marktbreit, Ochsenfurt und Bad Windsheim, als potenzielles Gründungsmitglied ausgewählt worden. Aber auch weitere Städte in den Haßbergen wie Hofheim und Stadtlauringen seien an der Einrichtung der Straße interessiert. Natürlich würde auch der Haßberge-Tourismus die Route gern in die Haßberge ziehen.

Die Vorteile liegen in einer gemeinsamen und gegenseitigen Werbung, vor allem in den Gebieten der sieben Regionalstrecken in Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg, aber auch Skandinavien, wo großes Interesse am Thema Fachwerk herrsche. Dadurch werde ein weiteres touristisches Thema heraus gestellt, für welches kein Angebot extra geschaffen werden müsse, da bereits alles vorhanden sei.

Bittenbrünn ging auch auf die Kosten ein, die anfallen, um Mitglied der Fachwerkstraße zu werden. Dazu ist eine Mitgliedschaft in der "AG Deutsche Fachwerkstädte" nötig. Diese betragen entsprechend der Einwohnerzahl für Königsberg 250 Euro jährlich. Für die Fachwerkstraße selbst würde weitere 1000 Euro pro Jahr fällig.

Auch eine mögliche Kündigung wurde angesprochen. Eine Mitgliedschaft bei der Deutschen Fachwerkstraße endet mit dem Austritt aus der "AG Fachwerkstädte" oder durch gesonderte Kündigung zum 30.6. mit Ablauf des darauffolgenden Geschäftsjahres.

Nach einer kurzen Diskussion, in der sich besonders Eddi Klug (SPD) gegen die Mitgliedschaft mit der Begründung wandte: "Was bringt uns das? Es fehlt hier an der Infrastruktur! Ich sehe keinen Wert in der Mitgliedschaft.", Stadträtin Dagmar Kirchner (CSU) aber dagegen hielt, dass es sinnvoll sei für die Region gezielt Werbung zu machen, beschloss das Gremium - gegen drei Stimmen - einen Beitritt zur "AG Deutsche Fachwerkstädte" und "Fachwerkstraße" aber unter dem durch Bürgermeister Claus Bittenbrünn klar herausgestellten Vorbehalt nur dann, wenn die weiteren angesprochenen Kommunen auch Mitglied werden und daran teilnehmen.