Handysammelaktion Eine Spendenaktion besonderer Art

Nele Zuber

In Zusammenarbeit mit der Ilmenauer Regionalgruppe von „Ingenieure ohne Grenzen“ organisieren zwei Ilmenauer Studenten eine Spendenaktion besonderer Art.

Jonas Kößer und Thoralf Schmitz präsentieren eine der auf dem Ilmenauer Campus aufgestellten Handysammelboxen. Foto: Jonas Kößer

Mit der Entsorgung gebrauchter Mobiltelefone Gutes tun – das steckt hinter der Idee der beiden Ilmenauer Studenten Thoralf Schmitz und Jonas Kößer. Schmitz kommt ursprünglich aus der Nähe von Braunschweig, Kößer aus Schwäbisch Hall. An der Technischen Universität Ilmenau studieren beide angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft im sechsten Semester. In diesem Studiengang sieht das Modul „studentische Projekte“ das Engagement in einem Verein vor. Ihre Wahl fiel dabei auf die Ilmenauer Regionalgruppe von Ingenieure ohne Grenzen, eine gemeinnützige Organisation, deren Mitglieder auch in Ilmenau zu Hause sind.

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Mithilfe der Bürger ist gefragt

In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren ohne Grenzen starteten sie eine Handysammelaktion. In ganz Ilmenau wurden hierfür Handysammelstellen platziert. Beispielsweise in der Universitätsbibliothek, im Ernst-Abbe Zentrum, in der Cafeteria am Ehrenberg oder im Kirschhoff-Bau. Aber auch in der Ilmenauer Innenstadt kann man die Spendenboxen finden. Und zwar in der Waldmeister- und der Goethe-Apotheke sowie im „Lose & Lecker“ Unverpacktladen oder im Geschäft „Biotop“.

Bis zum 9. Oktober läuft das Modellprojekt noch, an dem jeder teilnehmen kann. Dazu ist es einzig und allein notwendig, sich von seinen gebrauchten Mobiltelefonen, für die es keine Verwendung mehr gibt, zu verabschieden. Nachdem die alten Handys von persönlichen Daten befreit und auf ihre Werkseinstellungen zurückgesetzt wurden, können sie an besagten Sammelstellen abgegeben werden, teilt die Ilmenauer Stadtverwaltung mit.

Um alles Weitere kümmert sich der Repariertreff der Ingenieure ohne Grenzen. Dieser bringt bereits seit 2014 gebrauchte Haushaltskleingeräte wieder in Schwung. Eine Aktion dieser Art sei aber auch für den gemeinnützigen Verein Premiere, wie Carsten Gatermann, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der Regionalgruppe Ilmenau, erklärt.

Zwei fliegen mit einer Klappe

„Nach Erhalt der alten Mobiltelefone gibt es zwei Möglichkeiten“, sagt Carsten Gatermann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Handys, die noch funktionieren, lassen wir entsprechenden Händlern zukommen. Der Rest, der nicht mehr funktionstüchtig ist, wird recycelt.“ Das Gerät selbst oder einzelne Teile davon werden also wiederverwertet und für einen neuen Zweck eingesetzt.

Mit dieser Vorgehensweise werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Durch die Wiederverwertung von Gebrauchsgegenständen können nicht nur Ressourcen geschont werden, sondern die Erlöse werden auch noch für einen guten Zweck verwendet. Carsten Gatermann bestätigt hierbei, dass die Gewinne ausschließlich in das Programm „Grundversorgung für Schulen“ der Ingenieure ohne Grenzen fließen. Der Umsatz hinge dabei stark von den Modellen ab, die gespendet werden.

Grundversorgung für Schulen

„Das Programm ist ein großer Topf aus unterschiedlichen Projekten im globalen Süden. Ziel ist es, den Kindern dort Zugang zu Bildung zu ermöglichen“, sagt Carsten Gatermann. Dabei leisten die Ingenieure ohne Grenzen nicht nur Bildungsarbeit, sondern kümmern sich zusätzlich auch um die Wasser- und Stromversorgung. Beispielsweise sind die ehrenamtlich engagierten Mitglieder der Regionalgruppe Ilmenau am Aufbau einer stabilen Stromversorgung in einem Schulzentrum in Uganda beteiligt, um die Lernqualität der dortigen Schüler zu steigern. Ständige Stromausfälle erschweren dort das Lernen und beeinträchtigen dadurch die Lernqualität.

Umsetzung in ganz Deutschland geplant

In Zukunft sollen Handysammelstellen nicht nur in Ilmenau zu finden sein. Jonas Kößer und Thoralf Schmitz erarbeiten ein Konzept für Ingenieure ohne Grenzen, das in jeder Regionalgruppe in ganz Deutschland nachgenutzt werden kann. „Ziel ist es, das Konzept einmal flächendeckend auf Deutschland auszuweiten“, berichtet Jonas Kößer.