Handwerk Meisterbriefe vom Ministerpräsidenten

Großer Bahnhof für 131 Jungmeister des Jahrgangs 2022 im CCS: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow überreichte ihnen zur großen Meisterfeier der Handwerkskammer Südthüringen die Meisterbriefe. Umrahmt wurde die Feier von einem furiosen Rahmenprogramm.

 
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Das Südthüringer Handwerk ist um 131 Meister ihres Faches reicher. Im großen Saal des CCS nahmen die 114 Männer und 17 Frauen, die in den vergangenen Jahren mitten in der Pandemie neben ihrer Arbeit zielstrebig und mit viel persönlichem Einsatz die Meisterlehrgänge absolviert hatten, ihre Meisterurkunden entgegen. Ihr erster Gratulant auf der großen und festlich ins Szene gesetzten CCS-Bühne war kein geringerer als Bodo Ramelow (Die Linke). Erstmals erwies der aktuelle Bundesratspräsident und Thüringens Ministerpräsident den Südthüringer Jungmeistern neben Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) damit die Ehre. Sein Besuch geht auf ein Versprechen gegenüber dem HWK-Präsidenten Lutz Koscielsky zurück, der im August dieses Jahres überraschend verstorben ist. Dem Bäckermeister, der das Amt erst seit Ende 2021 bekleidete, wurde von Vizepräsident Mike Kämmer, den Jungmeistern, ihren Familien und Begleitern im Saal mit einem Foto über der Bühne und dem Karat-Song „Schwanenkönig“ gedacht.

Zuvor waren die Jungmeister mit einem furios sprühendem Feuerwerk, Trommelwirbel der Percussiongruppe „El Tamburo“ aus der Kreismusikschule Hildburghausen und Showtanz des 1. Suhler Kammerballetts um Christiane Hammernick bei ihrem Einmarsch würdig begrüßt worden.

Mike Kämmer würdigte in seiner Ansprache die Leistung der 131 Jungmeister, die trotz aller Hürden durchgehalten und ihr Ziel erreicht hätten.. „Mit ihrer Qualifikation haben sie sich bewusst für den klassischen Karriereweg im Handwerk entschieden. Sie gehören nun zur Elite des deutschen Handwerks, aber auch zugleich zur europäischen Fachkräfteelite“, würdigte Kämmer die Leistungen. Mit ihrer bewussten Entscheidung für das Qualitätssiegel der beruflichen Qualifikation im Handwerk setzten die Jungmeister in ihrer Berufs- und Lebensplanung auf Wissen, Können, Kompetenz und Leistung. „Sie tragen ab heute sozusagen symbolisch ein deutsches Markenzeichen ,Made in Germany’ mit intenationaler Geltung.“

Er verneige sich vor dieser Leistung, sagte Bodo Ramelow. „Unser starkes Handwerk gibt uns die Garantie, dass wir die Aufgaben die wir zu stemmen haben, auch stemmen werden“, ließe er die Meister und ihre Angehörigen wissen. Während an den Börsen mit Wertpapieren sehr viel Geld bewegt und spekuliert werde, sehe er die Meisterurkunde als eigentliches Wertpapier im wahrsten Sinn des Wortes an, so Ramelow. Daher sei es richtig, auch in Deutschland diesen Wert wieder mehr wertzuschätzen und den vor Jahren aufgeweichten Meisterzwang in einigen Branchen wieder zurückzuholen. „Der Meisterbrief ist ein Wert an sich, den Ihnen keiner wieder wegnimmt“, sagte er an die Jungmeister gerichtet.

Mit einer wahrlich unvergesslichen Show begeisterte der bundesweit bekannte Kommunikations- und Gedächtnisexperte Markus Hofmann aus München in dem vom Suhler Entertainer Daniel Ebert moderierten Programm die frischgebackenen Meister, die Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie die Angehörigen. So gab er eindrucksvolle Ratschläge gegen das Vergessen, für Taktiken zum Speichern und Abrufen von Wissen im Gehirn und für ein erfolgreiches Leben, bevor die 131 Jungmeister aus 14 Handwerken von Mike Kämmer und HWK-Hauptgeschäftsführerin Manuela Glühmann ihre Meisterbriefe entgegennahmen.

Am stärksten vertreten war dabei wie in den Vorjahren das Elektrotechnikhandwerk, gefolgt von Kfz-Technikern sowie Maurern und Betonbauern. Das Durchschnittsalter liegt in diesem Jahr bei 31 Jahren. Neben den Meistern erhielten bei der Festveranstaltung auch 14 „Geprüfte Betriebswirte“ ihre Urkunden und Zeugnisse. Mit besonderen Anerkennungen wurden die jahrgangsbesten Jungmeister geehrt. Mit bewegenden Worten dankte Friseurmeisterin Maraike Böning aus Geisa im Namen aller Jungmeister den Ausbildern, Betrieben und vor allem die Partnern und Familien für die Unterstützung in der herausfordernden Zeit der berufsbegleitenden Meisterausbildung.

Nach dem offiziellen Teil der Meisterfeier verwandelte sich der große Saal des CCS in eine Partylounge, in der die frischgebackenen Handwerksmeister ihren Abschluss mit Partnern, Freunden und Familie bei Büfett, Tanz und Musik ausgiebig bis in den späten Abend hinein feierten.

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