Handwerk Friseure fordern Öffnung ihrer Salons ab 15. Februar

Friseure wollen endlich wieder zu ihren Scheren greifen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Friseure in Thüringen fordern eine Perspektive für ihre Branche. Eine Fortsetzung der Schließungen über den 14. Februar hinaus würde zu viele Existenzen gefährden.

Suhl/Gera - Die Friseur- und Kosmetiksalons in Thüringen dringen auf die Wiederöffnung der Betriebe ab dem 15. Februar. 70 Prozent von über 1000 befragten Unternehmen der Branche seien zu einer weiteren Verschärfung der Hygienemaßnahmen bereit, teilte die Handwerkskammer für Ostthüringen am Donnerstag in Gera mit. Zugleich beklagten die Betriebe, dass die versprochene Unterstützung noch nicht ausgezahlt sei oder bisher nicht einmal habe beantragt werden können.

„Die Lage der Unternehmen stellt sich teilweise dramatisch dar“, unterstrich Kammerpräsident Wolfgang Jacob. Bei knapp 40 Prozent der befragten Friseur- und Kosmetikbetriebe reichten die finanziellen Reserven nur noch für maximal zwei Wochen. Ende Februar seien dann die Liquiditätsreserven von 60 Prozent der Salons erschöpft.

„Uns droht in Ostthüringen ein Sterben vieler langjährig bestehender Friseur- und Kosmetikbetriebe. Die Rücklagen – vielfach auch das Privatvermögen der Inhaberfamilien – sind aufgebraucht.“ Jacob verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Beantragung der Überbrückungshilfe III erst im Februar möglich sei. Das sei für viele Salons zu spät.

Bereits Ende vergangener Woche hatte die Handwerkskammer Südthüringen eine rasche Perspektive für die Branche gefordert. Auch wegen der grassierenden Schwarzarbeit. Das Thema treibt auch den Präsidenten der Handwerkskammer (HWK) Südthüringen, Manfred Scharfenberger, um: „Wilde Friseure machen immer mehr Schwarzarbeit und die ist nicht kontrollierbar.“ Während in den Salons der Innungen regelmäßig kontrolliert werde, sei dies in so manchem Hinterzimmer gewiss nicht der Fall. „Ich bin ganz entschieden dafür, dass die Läden – übrigens auch in allen anderen Bereichen – möglichst schnell wieder geöffnet werden“, betont der Handwerkspräsident. Und mit Blick auf „die richtigen Friseure“, wie er die Innungsbetriebe nennt, ergänzt er: „Die sind schon aus Selbstschutz vorsichtig. Ich weiß, dass jeder einzelne Friseurhandwerker auch die aufwendigsten Hygienekonzepte akkurat umsetzt.“

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