Handwerk Drei Viertel der Handwerker noch zufrieden

Jolf Schneider

Die Corona-Krise geht auch am Südthüringer Handwerk nicht spurlos vorüber. Doch während Friseure und andere Dienstleister in Folge der Lockdowns ihre Reserven aufbrauchen müssen, hat das Bauhandwerk nach wie vor viel zu tun.

Besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen ist auch das Kraftfahrzeughandwerk. Foto: HWK

Suhl - Das Südthüringer Handwerk hat sich nach Ansicht der Handwerkskammer Südthüringen im ersten Quartal 2021 einmal mehr als Stütze der Konjunktur im Freistaat erwiesen. Wie die Handwerkskammer am Freitag auf Grundlage ihrer jüngsten Konjunkturumfrage unter ihren Mitgliedern berichtete, seien 74 Prozent der Handwerksbetriebe mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden.

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Treiber dieser Zufriedenheit sei insbesondere das Bauhandwerk. Dieses profitiere weiterhin vom Niedrigzinsniveau, heißt es von der Handwerkskammer. Aufgrund von günstigen Finanzierungen und fehlenden alternativen Anlagemöglichkeiten forcierten sowohl die kommunalen Auftraggeber als auch private Haushalte Bauinvestitionen. Und das gelte sowohl im Neubau sowie bei der Modernisierung und Sanierung.

„Das Bauhandwerk ist der Profiteur dieser Entwicklung“, erklärte die Kammer in einer Mitteilung. Hingegen müssten viele private Kunden auf Handwerker warten.

Dennoch habe die Corona-Krise die Belastungen für die Mitgliedsunternehmen im Südthüringer Handwerk spürbar erhöht. „Vielfach müssen die Inhaber auf Reserven oder privates Kapital zurückgreifen, um zahlungsfähig zu bleiben“, sagte Manuela Glühmann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer in Suhl.

Die Pandemie habe insbesondere dem Friseur- und Kosmetiker-, dem Kfz-Handwerk und den Dienstleistern und Zulieferern für den gewerblichen Bedarf stark zugesetzt. Es komme zu einem regelrechten Abschmelzen der Eigenkapitalquote und die finanziellen Polster aus den vergangenen Jahren würden bald aufgebraucht sein, prognostizierte Glühmann.

Nachdem sich die Geschäftslage im Herbst letzten Jahres wieder erholt hatte, ist der Geschäftsklimaindex im ersten Quartal auf 58 Punkte (Vorjahr 63) gefallen. Insgesamt meldeten über alle Branchen hinweg 41 Prozent (Vorjahr 46 Prozent) der befragten Südthüringer Handwerksbetriebe eine gute Geschäftslage. 33 Prozent äußerten sich ebenso wie im Vorjahr zufriedenstellend und 26 Prozent (Vorjahr 21 Prozent) waren mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht zufrieden. Bis zum Ende des Jahres rechnen 75 Prozent mit einer guten Geschäftslage.

Die Auftragslage im Südthüringer Handwerk hat insgesamt nachgelassen. 60 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 74 Prozent) bewerteten ihre Auftragslage im ersten Quartal mit normal bis überdurchschnittlich. 40 Prozent (Vorjahr 26 Prozent) hingegen als unterdurchschnittlich. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2019 meldeten noch 90 Prozent eine normale bis überdurchschnittliche Auftragslage. jol