Handballtag in Suhl Gute, alte (gewordene) Bekannte

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Rückblick, erster Teil: In der Suhler Wolfsgrube spielt am 7. November 2015 Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller (rechts) – hier im Verbund mit Tom Rehm gegen die Suhler Brüder Remo (links) und Mike Gerstenberg – von Beginn an im Deckungszentrum. Müller lief übrigens für beide Mannschaften als Spieler auf. Und so wird nicht nur er auf das Duell brennen, auch die Zuschauer und Fans dürfen sich auf einen emotionalen Handballabend freuen. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Der Sonneberger HV wird am Samstag gut sechs Stunden lang in der „Wolfsgrube“ gefordert sein. Die Thüringenliga-Männer duellieren sich mit der gastgebenden SG, die Reservisten beider Teams bestreiten ein Vorspiel.

Handballkracher stehen auf dem Programm: Das Südthüringen-Derby in Thüringens höchster Spielklasse verspricht einen Handballleckerbissen. Am Samstagabend stehen sich in der Suhler Sporthalle „Wolfsgrube“ die Männer der SG Suhl/Goldlauter und des Sonneberger Handballvereins (SHV) gegenüber. Ein Duell, das seit jeher für Spektakel und Gänsehautmomente steht.

Einem stimmungsvollen Handballtag steht nichts im Wege, denn bereits ab 15 Uhr geht es auf dem Parkett hoch her. Dann treffen die Reservemannschaften beider Vereine aufeinander. Waren es in der früheren Oberliga die Duelle zwischen den Gerstenberg- und Blechschmidt-Brüdern, geht es heute „nur“ noch in der Verbandsklasse gegeneinander – zwar nicht mehr so hochklassig und stimmungsvoll, dafür aber wesentlich kameradschaftlicher und entspannter. Anpfiff der Partie zwischen der SG Suhl/Goldlauter III und der SG Sonneberg/Mengersgereuth-Hämmern ist um 15 Uhr, und dabei werden sich einige ehemalige Kontrahenten, aber auch Mannschaftskameraden wieder sehen. Ein kleines Traditionsduell also. Anschließend muss sich die Suhler Thüringenliga-Reserve in der Landesliga gegen die HSG Hörselgau/Waltershausen beweisen. Anpfiff hier ist um 17.15 Uhr.

Das Highlight des Tages wird zweifelsohne um 19.30 Uhr angepfiffen, dann treffen die Thüringenliga-Teams aus Suhl und Sonneberg aufeinander. Der Tabellenvierte empfängt dabei den Tabellenführer. Auf Seiten der Gastgeber hat man sich vor Saisonbeginn sicher etwas mehr ausgerechnet, als die bisherigen 13:5 Punkte. Doch ein Remis gegen Goldbach/Hochheim (25:25) und die Niederlagen in Weimar (30:31) und Werratal (28:31) verhindern eine bessere Platzierung. Die bis dato sechs eingefahren Siege allerdings waren alle samt deutlich und souverän: Gegen Ziegelheim (39:19) und in Behringen/Sonneborn (32:18) gewann man zu Saisonbeginn. Anschließend folgte die bereits erwähnte Durststrecke mit drei Spielen ohne Sieg. Doch danach konnten erneut vier deutliche Erfolge gefeiert werden: 42:34 gegen Eisenach, 31:40 in Altenburg, 39:26 gegen Ronneburg und 22:32 in Jena. Die Hausherren schwimmen demzufolge auf einer kleinen Erfolgswelle und wollen diesen Ritt natürlich auch am Samstagabend fortsetzen. Ein Erfolg gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer käme da gerade recht.

Die Spielzeugstädter haben selbstverständlich andere Pläne. Offen ausgesprochen hat es zwar noch keiner, aber ein Blick auf die Tabelle genügt und lässt die Ambitionen verdeutlichen. Mit dieser Mannschaft und den bisherigen Auftritten kann nur die Meisterschaft und der erneute Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga das Ziel sein. Der jüngste 31:16-Heimerfolg gegen Behringen/Sonneborn untermauert dies. Mit bisher durchschnittlich 26,1 Gegentoren (Suhl: 26,3 Gegentore) treffen dabei nicht nur zwei der besten Abwehrreihen aufeinander. Vor allem die Angriffswucht in Südthüringen ist beeindruckend. Suhl warf bisher pro Spiel im Durchschnitt 34 Tore, Sonneberg gar 35. Ein Spektakel scheint programmiert, und sowohl der Abwehr als auch den dahinterstehenden Torhütern wird eine besondere Bedeutung zukommen.

Da zeigten die Spielzeugstädter jüngst ihre Flexibilität. Im zurückliegenden Heimspiel hütete größtenteils nicht Borys Kriuchkov das Tor, dessen Qualitäten unbestritten sein dürften, sondern der 19-Jährige ukrainische Nachwuchstorhüter Bogdan Melniychuk lief zu großer Form auf. Doch wer auch immer am Samstagabend auf der Platte stehen wird, es wird ein Spiel der Emotionen und des Kampfeswillen werden.

 

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