Handball-Vorschau HSG Ilm-Kreis: „Die Mannschaft muss sich erst finden“

Berit Richter
Trainer-Anweisungen: Ilmenaus Jens Rocktäschel wird künftig gemeinsam mit seinem Arnstädter Kollegen coachen. Foto: Pavel Chatterjee

Am Samstag startet die neugebildete Handball-Spielgemeinschaft Ilm-Kreis in ihre Landesliga-Saison. Auftaktgegner um 19.30 Uhr in der Arnstädter Jahn-Sporthalle ist Nordhausen.

Seit Ende 2021 machten sich die Verantwortlichen der Handball-Vereine des Ilm-Kreises Gedanken, wie das Niveau des Handballs in der Region verbessert werden kann, denn sowohl die damalige Ilmenauer Spielgemeinschaft aus HV 55 und TU wie auch die SG Motor Arnstadt/Plaue waren in ihren Ligen nicht mehr konkurrenzfähig. Das Ergebnis ist die HSG Ilm-Kreis, die nun in der Landesliga der Männer in ihre erste Saison startet.

Die Spielgemeinschaft wird aus den Vereinen SG Motor Arnstadt, TSV Plaue, SV TU Ilmenau und HV 55 Ilmenau gebildet. Sie umfasst den Spielbetrieb der Männer und der Jugend. Neben den Vertretern der Stammvereine besteht die HSG-Leitung aus dem Vorsitzenden Hendrik Möller (Arnstadt), seinem Stellvertreter Klaus-Dieter Heinz (TU Ilmenau), Finanzwart Andre Schneider (Arnstadt) und Jugendwart Nico Geyersbach (Plaue).

Die Mannschaften: Die erste Männermannschaft spielt in der Landesliga, die zweite in der Verbandsliga. Die dritte Mannschaft wurde aus der Verbandsklasse zurückgezogen, spielt stattdessen in der in der Volkssportliga. Im Nachwuchs gibt es Mannschaften in der B-, C-, E- und F-Jugend.

Die erste Mannschaft wird gleichberechtigt vom bisherigen Arnstädter Trainer Michael Hüttner und dem bisherigen Ilmenauer Coach Jens Rocktäschel trainiert. Der Kader wird zunächst 14 Akteure umfassen, acht Arnstädter und sechs Ilmenauer Spieler. Auf Arnstädter Seite sind Daniel Heym und Torwart Sebastian Vogl, die beide zur HSG Arnstadt wechselten, nicht mehr dabei. Vincent Barthel wird, wenn Not am Mann ist und kein Fußballspiel ansteht, einspringen. Matteo Schubert steht nur noch für die ersten vier Spiele zur Verfügung, dann zieht es den jungen Mann für ein Jahr ins Ausland. Philipp Hoppe nimmt aus privaten Gründen eine Auszeit. Ob Vasko Josifoski und Christian Bergner aus der letztjährigen Arnstädter Thüringenliga-Mannschaft zum Team zurückkehren steht noch nicht fest. Christoph Tank wird hingegen künftig in der Zweiten Spielen. Der Ilmenauer Kader bleibt gegenüber der letzten Saison unverändert. Einzig Sebastian Kasch wird aus privaten Gründen kürzer treten. Neuzugänge von außerhalb gibt es aktuell keine. Möglich, dass im Oktober mit dem neuen Semester der TU weitere Spieler dazu stoßen.

„Die Mannschaft muss sich erst finden“, sagt Micheal Hüttner. Der Zusammenschluss bringe im Vergleich zur Vorsaison aber Entspannung. So stehen ihm nun drei Torhüter zur Verfügung. „Mit Johannes Bill“ bekommen wir einen sehr guten Mittelfeldmann, mit Jonas Genat einen sehr guten Kreisläufer und mit Hannes Oppermann einen sehr guten Außen“, so Hüttner weiter Alexander Helm habe eine sehr gute Vorbereitung absolviert und bleibe hoffentlich diese Saison unverletzt. Kapitän Sascha Richter soll verstärkt im Rückraum spielen. Philipp Trefflich hat sich als Alternative auf Linksaußen angeboten.

Die Vorbereitung gestaltete sich schwierig. Da die Ilm-Sporthalle in Ilmenau nach wie vor mit Flüchtlingen belegt ist, kann das Training im Moment nur zweimal in der Woche in Arnstadt stattfinden. Aus gleichem Grund werden die meisten Heimspiele in der Jahn-Sporthalle ausgetragen. Nur drei Spiele sind für die Campus-Halle terminiert. „Dort dürfen wir kein Harz verwenden. Das macht es für uns schwierig. Das liegt uns nicht“, sagt Micheal Hüttner, der vor allem urlaubsbedingt bisher noch nicht alle Spieler im Training hatte.

Die Liga: Die aus 23 Mannschaften bestehende Thüringenliga verspricht eine spannende Saison. „Es gibt viele Mannschaften, die vorn mitspielen möchten“, weiß Michael Hüttner. „Wir wollen irgendwo im Mittelfeld rauskommen, einen guten Saisonstart hinlegen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“ Er sehe viele Mannschaften auf Augenhöhe, da sei „ein großer Kampf um die vorderen Plätze“ vorprogrammiert. „Ich hoffe auf mehr Siege, denn die vielen Niederlagen der letzten Jahre haben auch ein bisschen an der Moral gezehrt“, so Hüttner weiter. Die Mannschaft müsse sich aber erst einspielen, „da kann man nicht gleich verlangen, dass wir um den Aufstieg mitspielen.“

Als Favoriten sieht Micheal Hüttner die Mitabsteiger Saalfeld/Könitz und Gera, gegen das in der letzten Saison der einzige Sieg der Arnstädter gelang, aber auch Schnellmannshausen. „Bei den zweiten Mannschaften weiß man zudem nie, wie stark sie sein werden, wer aus der Ersten spielt“, so Hüttner. Es blieben aber auch Fragen wie „Kann die Saison diesmal zu Ende gespielt werden oder gibt es wieder Corona-Einschränkungen? Oder werden weitere Hallen für Flüchtlinge gebraucht?“

Der Auftakt: Nordhausen belegte in der letzten Landesligasaison Platz 9, gewann am letzten Spieltag 24:12 in Ilmenau. „Ich denke, das ist ein machbarer Gegner“, sagt Hüttner. „Wir sind motiviert und wollen zuhause hoffentlich vor vielen Zuschauern, gut in die Saison starten. Wir wollen zeigen, dass wir mehr können als letztes Jahr. Aber die Mannschaft hat auch noch nie zusammengespielt. Das braucht seine Zeit.“

 

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