Handball, Thüringenliga Und plötzlich führt der Gast

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Wird immer wieder gestört: Der Sonneberger Dinu Untu (rechts) wird vom Mühlhäuser Björn Harder festgehalten. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Der VfB Mühlhausen präsentiert sich in Sonneberg als erwartet schwerer Gegner. Das Resultat zum Schlusspfiff (32:24) lässt allerdings etwas anderes vermuten.

Die Thüringenliga-Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) haben am zurückliegenden Samstagabend den fünften Sieg im fünften Spiel feiern können. Der 32:24-Heimerfolg gegen Mühlhausen war dabei allerdings hart erkämpft und das Ergebnis am Ende deutlicher als der Spielverlauf. Sicherlich fiel der Sieg schlussendlich sogar zu hoch aus, denn in der 53. Minute stand es noch 25:23. Doch es zählt der nächste Doppelpunktgewinn und damit der Ausbau der Tabellenführung. Die erneut knapp 400 Zuschauer waren hellauf begeistert und spendeten wieder stehenden Applaus.

Heiße Schlussphase kündigt sich an

Die Gäste aus Mühlhausen präsentierten sich als der erwartet schwere Gegner. Spiel- und einsatzstark zeigten sie vor allem in der ersten Hälfte, warum sie stets um die Medaillenränge mitspielen. Mit dem Pausenpfiff gelang den Nordthüringern die erneute Führung (14:13); sie lagen zwischenzeitlich gar mit 10:7 in Front. Die Hausherren dagegen taten sich anfänglich schwer, glichen beim 10:10 zwar aus und gingen kurzzeitig in Führung. Doch das Spielgeschehen wogte hin und her. Kein Team konnte sich absetzen, zu ausgeglichen agierten beide Mannschaften.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber leichtes Oberwasser, führten nach 42 gespielten Minuten mit 21:17, leisteten sich in der Folgezeit aber wieder zu viele einfache Fehler. Vorne gingen die Bälle aufgrund unkonzentrierter Abschlüsse oder technischer Fehler verloren, und so schafften es die Gäste aus der Thomas-Müntzer-Stadt in der 53. Spielminute, wieder auf 23:25 zu verkürzen. Eine heiße Schlussphase schien bevorzustehen ...

Dass es anders kam, lag einerseits am sich steigernden Torhüter Borys Kriuchkov, der nun etliche Mühlhauser Würfe entschärfte, und andererseits zog man im Angriff wieder an den Ketten. Hochkonzentriert, ballsicher und erfolgreich im Abschluss zog man den hartnäckig kämpfenden Gästen den Zahn. Vier Tore in Folge – und es leuchtete ein 29:23 von der Anzeigetafel.

Ein hartes Stück Arbeit, was vor allem aufgrund der Routine und Souveränität am Ende erfolgreich abgeschlossen werden konnte. In den entscheidenden Minuten behielt die Mannschaft den Kopf, was Trainer Konstantin Selenow vor allem Viktor Ladyko zuschrieb: „Er beruhigte seine Kameraden in den hektischen Momenten und sorgte mit für die Entscheidung. Er ist 44 Jahre jung und spielte seine ganze Routine aus.“ Sein Pendant auf der Bank, Manuel Müller, war einfach nur glücklich und zufrieden mit der gezeigten Mannschaftsleistung, aus der er keinen Spieler hervorheben wollte, denn alle zogen an einem Strang, und nur so konnte man einen starken Gegner niederringen.

... und diese Woche Wunden lecken

Dank des Erfolgs strahlen die Spielzeugstädter weiter von der Tabellenspitze und können sich am kommenden Wochenende erholen und die Wunden lecken, ehe es eine Woche später zum Auswärtsspiel nach Ziegelheim geht. Dabei wird übrigens wieder ein großer Mannschafts- und Fanbus eingesetzt – Details folgen.

Sonneberg: Kriuchkov (1), Melniychuk; Ustymenko (4), Harmandaroglu, Ladyko (1), Maslak (4), Sychow, Untu (2), Mustafic (9/5), Zakharov (6), Bulov (5), Levitskiy, Rehm

Strafwürfe/Sonneberg: 5/6, Mühlhausen: 5/5 – Zeitstrafen/Sonneberg: 2, Mühlhausen: 2

 

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