Handball, Thüringenliga Sonneberger Machtdemonstration

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Der Sonneberger HV eilt von Sieg zu Sieg. Nun ist also Goldbach/Hochheim an der Reihe. Freunden sich die Spielzeugstädter so langsam mit dem Thema Meisterschaft und Aufstieg an?

Am 11. Spieltag empfingen die Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) die Gäste des SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim. Es traf der Spitzenreiter auf den bis dato Tabellenzweiten. Nach Abpfiff der Partie sah man in enttäuschte Goldbacher Gesichter und erblickte aufseiten der Gastgeber nur glückliche und zufriedene Spieler, Trainer und Offizielle. Die einheimischen Fans waren ob der gezeigten Leistung und des souveränen 28:20-Heimsiegs ohnehin aus dem Häuschen. Im dritten von jahresübergreifend insgesamt fünf Heimspielen infolge schüttelten die Hausherren den engsten Verfolger ab. Nach dem 30:23-Heimerfolg im Nachholer eine Woche zuvor gegen Ronneburg war dieser Heimsieg erneut eine Demonstration der aktuellen Sonneberger Stärke und dürfte auch für die kommende Woche die Erwartungshaltung noch mehr verfestigt haben. Dann nämlich treffen die Spielzeugstädter zum Auftakt der Rückrunde auf die HSG Werratal, ihres Zeichens nunmehr Tabellenzweiter. Das nächste Spitzenspiel steht an. Mit einer ähnlichen Leistung wie gegen Goldbach/Hochheim könnte auch dann wieder ein Heimerfolg gelingen.

Provokation nach Kopftreffern?

Vor allem dank der Deckungsarbeit konnte man am Ende souverän jubeln. SHV-Coach Manuel Müller war einfach nur sichtlich happy, und sein Pendant Konstantin Selenow schwärmte von der Leistung in der Abwehr – mit einem sehr gut aufgelegten Borys Kriuchkov im Kasten dahinter. Vor allem der Mittelblock mit Olexsandr Shevelev und Viktor Ladyko ließ die Gäste immer wieder verzweifeln.

Doch der erste Durchgang verlief dennoch recht ausgeglichen. Das lag zum einen an der fehlenden Effizienz im Angriff und zum anderen an der unnötigen Hektik auf dem Parkett und den Auswechselbänken. Immer wieder gab es Diskussionsbedarf wegen Kopftreffern – entweder mit dem Ball oder mit den Händen. Die Regeln besagen, dass Treffer am Kopf – egal warum – progressiv bestraft werden müssen. Das heißt, es muss eine Zeitstrafe für den Verursacher geben. Das Auslegen dieser Regeln stieß auf beiden Seiten immer wieder auf Unverständnis, und die eine oder andere Provokation tat ihr Übriges. Kurz um: Goldbach blieb im Spiel und ließ sich nicht abschütteln.

Nach dem 7:3 der Hausherren und einem vergebenen Strafwurf der Gäste durch den erfahrenen Alexander Werner in der 18. Minute dachte man, bis zum Pausenpfiff könnten sich die Südthüringer etwas absetzen. Doch deren letztes eigenes Tor fiel bereits nach 14 Minuten und 15 Sekunden Spielzeit durch einen Strafwurftreffer von Dino Mustafic. Er war es dann auch, der erneut vom ominösen Punkt aus den nächsten Treffer für seine Farben besorgte. Gespielt waren da aber dann schon 22 Minuten und 15 Sekunden. Den Gastgebern gelang also satte acht Minuten kein Torerfolg – den Gästen aus der Nähe von Gotha aber glücklicherweise auch nur einer.

Weitere drei Minuten später aber schafften die kämpfenden Goldbacher den 8:9-Anschlusstreffer. In der Folgezeit dezimierten sie sich mit unnötigen, aber korrekten Zeitstrafen selbst. Phasenweise standen sie nur noch zu dritt auf der Platte. Die Spielzeugstädter nutzten dies zumindest teilweise aus und zogen bis zum Pausenpfiff auf 13:10 davon. Für den zweiten Durchgang konnten die knapp 400 Zuschauer also eine weiterhin packende Partie erwarten.

Vom Pausentee zurück war es vor allem Anatoli Bulov, der mächtig aufdrehte. Binnen sechs Minuten erzielte allein er vier Treffer und brachte seine Farben somit vorentscheidend in Führung (18:11). Der Bann war gebrochen und der sprichwörtliche Zahn den Gästen gezogen. Sie hatten einfach zu wenig Durchschlagskraft im Angriff oder sie blieben am robusten Abwehrbollwerk der Hausherren immer wieder hängen. Diese wiederum ließen sich nicht beirren, wechselten durch und verteilten so die Kräfte.

Mit sieben Feldspielern

Spätestens als in der 49. Spielminute der 43-jährige, topfitte Viktor Ladyko zum 25:15 einnetzte, waren die Messen gelesen. In den Schlussminuten versuchten die Sonneberger Trainer noch verschiedene taktische Varianten – so zum Beispiel ein Überzahlspiel mit sieben gegen sechs Feldspieler und dem eigenen ausgewechselten Torhüter. Unter Wettkampfbedingungen derartige Tests durchführen zu können, spricht einerseits für sich – die vielen Gegentreffer dadurch aber auch. Um ein konkurrenzfähiges Team für einen möglichen Aufstieg bereitzustellen, liegt noch viel Arbeit vor den SHV-Verantwortlichen. Dank des souveränen Heimsiegs aber kann man sich mit diesem Gedanken – „Meisterschaft und Aufstieg“ – allerdings durchaus beschäftigen.

Sonneberg: Kriuchkov, Dzhulay, Melniychuk; Ladyko (2), Maslak (1), Kumogorodskyy (1), Untu (2), Mustafic (10/4), Shevelev (1), Zakharov (2), Bulov (7), Pedan, Rehm (1), Krivchikov (1)

Strafwürfe/Sonneberg: 4/4, Goldbach/Hochheim: 0/2 – Zeitstrafen/Sonneberg: 6, Goldbach/Hochheim: 4

 

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