Handball Sonneberg grüßt Ciudad Real

shv

Sonnebergs Thüringenligist lässt auch im ersten Spiel des Jahres nichts anbrennen, bezwingt daheim den HSV Ronneburg mit 30:23 (13:10) und bleibt (natürlich) Spitzenreiter.

Das Jahr 2023 beginnt wie das Jahr 2022 aufgehört hat – mit einem Heimsieg der Thüringenliga-Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV). Nach knapp sechswöchiger Punktspielpause präsentierten sich die Südthüringer gut vorbereitet für die „Wochen der Wahrheit“ in Thüringens höchster Spielklasse. „Soll ich sagen, wir wollen oben mitspielen“, antwortete Konstantin Selenow, einer der beiden Trainer, etwas flapsig auf die Frage, ob die Meisterschaft und der Aufstieg das Ziel seien. „Wir stehen ganz oben, und da wollen wir auch bleiben!“ Eine klare Ansage nach dem 30:23-Heimsieg gegen Ronneburg.

Das von ihm und Manuel Müller trainierte Team, welches mittlerweile zu einem Großteil aus ukrainischen Handballern besteht, offenbarte nach der langen Weihnachtspause kaum Schwächen. Das Trainergespann konnte es sich erneut leisten, verschiedene Varianten zu testen und auch die beiden weiteren Neuzugänge schon gezielt einzubauen: So rackerten Mykhaylo Krivchikov und Olexsandr Shevelev bereits auf dem Parkett und nutzten die Gelegenheiten, sich mit der Mannschaft einzuspielen. Beide spielten ukrainische Nationalmannschaft. Shevelev kann man übrigens auf diversen Protokollen europäischen Handballs lesen, spielte er doch beim spanischen Spitzenclub Ciudad Real.

Zwei Einheimische mischen mit

Es formt sich etwas in der Spielzeugstadt. Derzeit scheint die Mischung zu stimmen – zwischen Belastung und Entlastung, und alle Spieler bekommen genügend Einsatzzeiten. Selenow berichtete unter anderem, dass auch Tom Rehm knapp 40 Minuten spielte. Er ist der verbliebene „Einheimische“ aus Rödental. Auch als Einheimischen bezeichnen kann man natürlich Dino Mustafic. Auch wenn es der Name nicht direkt verrät, er wurde in Coburg geboren, ging hier zur Schule und macht derzeit eine kaufmännische Ausbildung in Sonneberg. Mustafic war auch einmal mehr der Mann für die meisten Tore: zwölf an der Zahl insgesamt.

Im ersten Durchgang hatten die Hausherren so noch ihre Mühen mit den wendigen, schnellen und aggressiven Gästen. „Ronneburg ist eine starke und schwer zu bespielende Mannschaft“, konstatierte Selenow nach dem Spiel und machte den Ostthüringern damit ein dickes Kompliment. Nach einer zwischenzeitlichen 10:5-Führung ging es über das 12:8 mit 13:10 in die Kabine. Zurück vom Pausentee erhöhten die Gastgeber Mitte der zweiten Hälfte die Schlagzahl noch einmal und bauten die Führung nach einer Leistungssteigerung von 20:15 (42.) auf 30:20 (57.) entscheidend aus. Das gute Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter Borys Kriuchkov war dabei der Grundstein. Und eben jener Mustafic, der im zweiten Durchgang zehn Treffer erzielen konnte, sich dabei treffsicher vom Strafwurfpunkt präsentierte und von seinen Nebenleuten – allen voran Viktor Ladyko und Volodymyr Maslak – perfekt eingesetzt wurde.

Es war ein guter und viel versprechender Aufgalopp für die kommenden beiden vorentscheidenden Spiele: Nächste Woche empfängt man den Tabellenzweiten Goldbach/Hochheim zum Duell in der heimischen SBBS-Halle; eine Woche später gastiert der Tabellendritte aus dem Werratal zum Südthüringen-Derby in Steinbach. Anpfiff ist jeweils um 19 Uhr. Die „Wochen der Wahrheit“ stehen also an, und es wird sich zeigen, ob Selenows Worten auch Taten seiner Schützlinge folgen.

insuedthueringen.de/Sport

Sonneberg: Kriuchkov, Dzhulay; Ladyko (2), Maslak (5), Sychow, Untu (1), Mustafic (12/5), Shevelev, Zakharov (4), Bulov (3), Pedan, Levitskiy (2), Rehm, Krivchikov (1)

Strafwürfe/Sonneberg: 5/6, Ronneburg: 1/2 – Zeitstrafen/Sonneberg: 5, Ronneburg: 2

 

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