Handball-Oberliga Zehn Zeitstrafen, aber 40 Tore

Hagen Schneider und

Die HSG Suhl demütigt den HBV Jena ein zweites Mal in dieser Oberliga-Saison. Und: Suhls Zweite schafft in Artern nach dem Schlusspfiff das Unmögliche – dank Michael Frank.

Im Hinspiel am 25. Oktober in Suhl (Foto) reichlich Gesprächsbedarf, im Rückspiel am Samstag auch: Jenas Trainer Daniel Hellwig (Vierter von rechts) während einer Auszeit. Foto: Karsten Tischer

Zum zweiten Mal in dieser Oberliga-Spielzeit haben die Handballer der HSG Suhl in einer Partie die 40-Tore-Marke geknackt. Am Samstagabend (31. Januar) gelang das auswärts beim HBV Jena 90. Wie im Hinspiel gewannen die Männer von Niels Greiner gegen das Team des ehemaligen Suhler Trainers Daniel Hellwig – diesmal sogar noch deutlicher als Ende Oktober. 40:30 hieß es für Suhl und das, obwohl man doppelt so lange in Unterzahl spielte wie der Gastgeber. Zehn Zeitstrafen musste Suhl verkraften, dazu kam gut elf Minuten vor dem Abpfiff die Rote Karte für Rechtsaußen Oleksii Ganchev.

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Da war die Begegnung beim Stand von 33:27 für Suhl längst entschieden. Nur in den ersten 25 Minuten konnte Jena das Spiel ausgeglichen gestalten. Danach zog Suhl Stück für Stück davon – bis zur Pause auf 23:16. Als bester Werfer überzeugte Vladyslav Ostroushko mit zehn Toren. Am nächsten Samstag, 19.30 Uhr, geht es in der Wolfsgrube mit dem Duell gegen Ronneburg weiter.

Michael Frank rettet Suhl II einen Punkt

Nach zehnwöchiger Pause stieg am Wochenende auch Suhls Zweite wieder in das Geschehen der Regionsoberliga ein. Beim HV 90 Artern ergatterten die Schützlinge von Trainer Hagen Schneider beim 25:25 (13:8) doch noch einen Punkt. 14 Minuten vor Schluss lagen die Suhler noch mit fünf Toren zurück (15:20), kämpften sich in der entscheidenden Phase heran und belohnten sich mit Michael Franks direkt verwandelten Freiwurf nach Ablauf der regulären Spielzeit.

Die Euphorie um die für Deutschland erfolgreiche Handball-EM lockte knapp 250 Zuschauer in die Kyffhäuser-Arena und stachelte die bekannt heimstarken Arterner zusätzlich an. Lediglich acht Treffer gelangen Görner und Co. bis zur Pause. Eine Umstellung in der Suhler Deckung sorgte in der zweiten Hälfte für die Wende.

Die hektische Schlussphase bot dann alles, was das Handballherz begehrt: Umstrittene Zeitstrafen, gehaltene Siebenmeter, Rote Karten und beim Stand von 24:24 fiel in der letzten Spielminute auch noch die Anzeigetafel kurzzeitig aus. Als es wieder los ging, nutzte Artern die Überzahl und traf neun Sekunden vor Schluss zum viel umjubelten 25:24. Aber die Gäste hatten noch ihre letzte Auszeit zur Verfügung. Der besprochene Spielzug lief wie geplant ab: Michael Frank wurde beim Abschluss gefoult. Und er fand beim direkten Freiwurf nach Abpfiff die Lücke oben links zum 25:25.