Vogel: Habe mich immer vor die Kameras gestellt
Spielerinnen und Trainerteam werden nicht müde, zu betonen, dass der Teamspirit der größte Faktor für die Leistungsexplosion ist. "Jede Spielerin nimmt ihre Rolle hier an. Es gibt keine Neidkultur. Es gibt nur Gemeinsamkeit. Jeder nimmt sein Ego und stellt es hinten an", berichtete Gaugisch, der die Sensation als Einziger weitgehend emotionslos hinnahm. "Ich bin einfach zufrieden, aber hungrig", beschrieb er seinen Gefühlszustand.
Leistungsträgerinnen, die in den letzten Jahren oft kritisiert wurden, haben sich in die Form ihres Lebens gespielt. Etwa Rückraum-Shooterin Vogel, der Gaugisch im Frühjahr die Kapitänsbinde entzogen hatte. Gegen Frankreich machte die 27-Jährige eines der besten Spiele ihrer Karriere. "Ich habe mich immer vor die Kameras gestellt und die Kritik abgefangen fürs Team. Aber es ist natürlich auch eine große Wohltat, Komplimente einzufangen und auch da das Gesicht hinzuhalten", berichtete Vogel strahlend.
Wechseln ohne Qualitätsverlust
Hinzu kommt Kapitänin Döll, die von der Außenposition oder dem Siebenmeterpunkt fast nach Belieben trifft. Viola Leuchter, die aus dem Rückraum abhebt und die Bälle mit teils über 90 Kilometern pro Stunde in das Netz knallt. Oder eine durchweg herausragende Torfrau Katharina Filter, die sich auf die Weltklasse-Abwehr verlassen kann.
"Wir können wechseln, ohne dass ein Qualitätsverlust da ist. Die Mannschaft ist so zusammengewachsen im letzten halben Jahr. Das ist jetzt so eine Einheit", schwärmte Meckes und schickte eine Kampfansage an die Norwegerinnen: "In der Form muss uns erst mal jemand schlagen".