Handball-Bundesliga Scharfer Start für die Spitzenteams

Eric Dobias
Liegt mit dem THW in Lauerstellung: Kiel-Trainer Filip Jicha. Foto: dpa/Frank Molter

Die Spielplaner stellen die Top-Mannschaften beim Wiederbeginn nach der Europameisterschaft gleich vor schwere Aufgaben. Die Fans dürfen sich freuen.

 
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Erst spielt Titelverteidiger THW Kiel gegen Tabellenführer SC Magdeburg, dann kommt es zum Verfolgerduell zwischen den Füchsen Berlin und der SG Flensburg-Handewitt: Nur zehn Tage nach dem Ende der EM startet das Titelrennen in der Handball-Bundesliga mit zwei Krachern voll durch. 

Während das Spitzentrio aus Magdeburg, Berlin (beide 32:4 Punkte) und Flensburg (28:8) die Rückkehr in den Alltag am Wochenende mit dem Einzug ins Pokal-Final-4 bravourös gemeistert hat, muss der THW im Prestigeduell mit dem Champions-League-Sieger nachlegen. Bei sechs Punkten Rückstand auf den SCM und die Füchse zählt für die Hansestädter an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) nur ein Sieg. „Wenn wir noch irgendeine Chance im Titelrennen haben wollen, dann müssen wir dieses Spiel gewinnen. Wenn du dieses Spiel verlierst, würdest du auch den Glauben an den Titel verlieren“, sagte Kiels Rückraum-Ass Mykola Bilyk.

Ein lockerer Aufgalopp nach der EM wäre allen Beteiligten lieber gewesen. Stattdessen kommt es für den Rekord-Champion gleich zum Showdown mit dem Spitzenreiter. „Jeder weiß, dass dieses Spiel wichtig ist. Vielleicht ist es sogar das wichtigste der Saison, denn wir wollen in der Liga unseren Weg, den wir vor Weihnachten eingeschlagen haben, fortsetzen“, bekräftigte der mit EM-Gold dekorierte Torwart Samir Bellahcene. Trainer Filip Jicha sieht seine wichtigste Aufgabe darin, „die Software im Kopf der Spieler zu überspielen. Wir müssen schnell dahin kommen, dass wir unsere 6:0-Deckung so spielen, wie wir es beim THW Kiel gewohnt sind. Dafür muss die dänische, schwedische oder deutsche 6:0-Variante raus aus den Köpfen.“

Das gilt aber auch für den SCM, der beim 34:24 im Pokal-Viertelfinale gegen Cup-Verteidiger Rhein-Neckar Löwen gleich wieder auf Hochtouren kam. Das überraschte selbst Trainer Bennet Wiegert, denn „man weiß nach einer EM nie, wo man steht“. Zumal der Erfolgscoach nach eigener Aussage im Anschluss an das Turnier viele Gespräche mit seinen Schützlingen führen musste. „Ich bekam keine zufriedenen Spieler zurück, denn alle wollten mit ihren Nationalmannschaften mehr erreichen“, berichtete Wiegert.

Die Titelrivalen aus Berlin und Flensburg werden genau hinschauen beim Kieler Duell mit dem SCM, ehe sie sich 24 Stunden später in der Hauptstadt gegenüberstehen. „Es ist ein kleines Schlüsselspiel und wir müssen zu Hause gewinnen, wenn wir deutscher Meister werden wollen“, sagte Dänemarks Superstar und EM-Torschützenkönig Mathias Gidsel von den Füchsen. Sein Trainer Jaron Siewert stellte hingegen klar: „Im Februar entscheidet sich noch gar nichts.“

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