Handball, Bundesliga, Frauen Acht Würfe, acht Tore

Abklatschen mit den Fans: THC-Urgestein Lydia Jakubisova. Foto: Steffen Prößdorf

Der Thüringer HC hat den dritten Heimsieg in Folge eingefahren. Die Bundesliga-Handballerinnen gewinnen mit 34:31 (21:17) gegen Neckarsulm. Dabei glänzt eine Spielerin.

Es geht doch: Nach dem blamablen Auftritt im Ost-Duell in Halle-Neustadt bei der 19:20-Niederlage haben die Handballerinnen des Thüringer HC schnell wieder in die Spur gefunden. Dem 40:25-Kantersieg am vergangenen Mittwoch gegen Blomberg-Lippe ließen die Thüringerinnen am Ostersamstag gegen die Sport-Union Neckarsulm einen 34:31 (21:17)-Erfolg folgen und überzeugten dabei mit temporeichem Angriffsspiel.

„Dieser Sieg war unheimlich wichtig. Wir haben die Aufgabe souverän gelöst und den Gegner nie näher rankommen lassen. Wir hatten immer alles im Griff“, freute sich Trainer Herbert Müller über die zwei wichtigen Punkte im Kampf um das internationale Startrecht. Mit dem Sieg festigte der THC Platz vier in der Tabelle.

Über 1000 Tore

Überragende Werferin beim THC vor 741 Zuschauern war Rechtsaußen und THC-Dauerbrennerin Lydia Jakubisova, die acht Treffer erzielte und im gesamten Spiel ohne Fehlwurf blieb. Die mittlerweile 40-Jährige trägt seit 2012 das rote THC-Trikot beim siebenmaligen deutschen Meister, ist ein Fixpunkt der Erfolgsdekade mit 13 Titeln. Vor gut zwei Monaten erzielte sie im Heimspiel gegen Leverkusen ihr 1000. Tor für den THC.

Beste Werferinnen für Neckarsulm mit je sechs Treffern waren Johanna Stockschläder und Carmen Moser, Nathalie Hendrikse erzielte fünf Tore. Nationalspielerin Stockschläger und Hendrikse werden im Sommer zum THC wechseln. In der anstehenden Länderspielpause geht es für die Müller-Schützlinge nun vor allem darum, die notwendigen Kräfte für den Endspurt mit noch vier verbleibenden Bundesliga-Spielen und dem Final-Four im Pokal zu sammeln. Die nächste Partie bestreitet der THC am 30. April in Oldenburg.

„Mit 21 Gegentoren zur Halbzeit und 34 insgesamt kann man in Thüringen nicht gewinnen. Wir haben es heute leider nicht geschafft, die notwendige Abwehr zu stellen beziehungsweise unsere Torhüter ins Spiel zu bringen. Ich kann meiner Mannschaft dennoch keinen Vorwurf machen, denn wir hatten verletzungsbedingt auch heute wieder eine unwahrscheinlich kleine Anzahl an gesunden Spielerinnen zur Verfügung“, erläuterte Neckarsulms Trainerin Tanja Logvin.

Kurze Schwächephase

Der THC begann selbstbewusst und erspielte sich vor allem dank seiner Außenspielerinnen rasch eine 8:4-Führung. Auch in der Folgezeit fanden die Gastgeberinnen in der Offensive stets gute Lösungen, sodass die Führung trotz einiger Nachlässigkeiten in der Abwehr bis zur Pause konstant blieb. Bis zum Seitenwechsel sahen die Fans bereits 38 Tore. Neben Jakubisova glänzte beim THC zudem Regiespielerin Kerstin Kündig mit sieben Toren.

Im zweiten Durchgang baute der THC den Vorsprung zunächst auf sechs Tore aus (25:19). Neckarsulm steckte jedoch nicht auf und nutzte eine kurze Schwächephase des THC, um bis auf 25:27 zu verkürzen. In der Schlussphase erhöhten die Thüringerinnen dann jedoch wieder das Tempo und siegten am Ende souverän. 

Thüringer HC: Kuske, Schjött; Meyer 5, Tanabe 5, Iskit 2/1, Niederwieser 2, Tsakalou 3, Kündig 7/1, Jakubisova 8, Reichert, Braun, Rode 2

Sport-Union Neckarsulm: Figueira de Gois, Wachter; Nooitmeer 4, Mann, Hendrikse 5, Knippenborg 3/1, Gautschi 4/1, Stockschläder 6, Kooij, Kretzschmar 3, Moser 6

Schiedsrichter: Bieler/Dietz (Elgersweier); Zuschauer: 741; 7-Meter: 2/3 - 2/3; Zeitstrafen: 5 - 3

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