Handball-Bundesliga Eisenach legt Leipzig an die Kette

Der ThSV gewinnt das Ost-Duell gegen den SC DHfK zum Saisonauftakt mit 31:27. Besser hätte das Debüt von Trainer Sebastian Hinze nicht ausfallen können.

Rein damit: Gian Attenhofer trifft gegen Leipzigs Torhüter Domenico Ebner. Foto: Frank Arnold/sportfotoeisenach

Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich! Eisenachs Bundesliga-Handballer haben zum Saisonstart ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der als erster Abstiegskandidat gehandelte Club verspürte im Ost-Klassiker gegen den SC DHfK Leipzig wenig Lust auf Thüringer Gastfreundschaft und bezwang die Sachsen mit 31:27. Beste ThSV-Werfer waren Felix Aellen und Fynn Hangstein mit je fünf Toren, bei Leipzig wies Blaer Hinriksson (8) die beste Quote auf.

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Trainer Sebastian Hinze, der im Sommer Misha Kaufmann beerbt hat, berief fünf Neuzugänge in die Eisenacher Startformation. Dennoch sah es teilweise schon recht eingespielt aus, was der Ex-Berliner Max Beneke, der aus Hannover verpflichtete Linksaußen Vincent Büchner und die anderen Protagonisten auf das Parkett der mit 2722 Zuschauern fast ausverkauften Werner-Aßmann-Halle zauberten.

Nach dem 0:1-Rückstand durch ein Siebenmetertor des Isländers Hinriksson zog der ThSV auf 4:1 (6.) davon, ehe die Gäste eine doppelte Überzahl nutzten und zum 4:4 ausglichen (10.). Wenig später startete der runderneuerte ThSV-Express zum ersten Mal so richtig durch. Angeführt von Spielmacher Aellen, dessen geschmeidige Körperdrehungen am Kreis ein wenig an Fußball-Legende Gerd Müller erinnerten, zogen die Wartburgstädter durch einen verwandelten Strafwurf zum 13:7 (Fynn Hangstein/23.) erstmals auf sechs Tore davon. In die Pause gingen sie mit einer verdienten 16:11-Führung – auch, weil Leipzig immer wieder in der sattelfesten ThSV-Deckung hängen blieb.

Torwart Matija Spikic, der bis zum Seitenwechsel mit sechs Paraden ein starker Rückhalt seines Teams war, kam auch im zweiten Durchgang sofort auf Betriebstemperatur. Am Ende stach der kroatische Nationalspieler mit zehn gehaltenen Bällen heraus und wurde von den Fans ausgiebig gefeiert. Doch nun platzte auch bei den Sachsen so langsam der Knoten. Nach 35 Minuten stand es nur noch 15:18 aus Gästesicht, woraufhin die Partie endlich den Derbycharakter erhielt, den man zuvor phasenweise vermisst hatte.

Die Quote der Zeitstrafen schnellte nach oben, die Zweikämpfe wurden noch verbissener geführt – doch am Fakt, dass Eisenach in der Vorderhand war, änderte sich nichts. Die Gastgeber schafften es sogar, erneut auf sechs Tore zu enteilen (23:17/47.). Spätestens jetzt war den Messestädtern der Zahn gezogen.

„Macht sie alle, schießt sie aus der Halle“, skandierten die glückstrunkenen ThSV-Fans. Am Ende war es zwar kein Kantersieg für die Geschichtsbücher, zumal der SC DHfK eine kurze Schwächephase der Hausherren bestrafte und noch einmal auf 21:25 (54.) heranrückte. Es brannte aber nichts mehr an. Eisenach hielt das Tempo hoch, traf konstant und bereitete Trainer Hinze sowie den sieben neuen Spielern einen traumhaften Einstand beim selbsternannten Kultclub in Blau.