Handball-Bundesliga Eisenach gelingt Paukenschlag in Kiel

David ärgert Goliath: Die Thüringer knöpfen dem deutschen Rekordmeister in dessen Halle einen Punkt ab. Der beste Mann steht zwischen den Pfosten.

Bester Mann auf dem Kieler Parkett: ThSV-Torwart Matija Spikic. Foto: imago/Funke Foto Services

Lange Zeit schnupperten die Bundesliga-Handballer des ThSV Eisenach an der Sensation, am Ende wurde es zumindest eine Überraschung. Beim deutschen Rekordmeister THW Kiel schnappten sich die Thüringer vor 10.285 Zuschauern in der Ostseehalle einen Punkt, das 30:30 war aus Thüringer Sicht mehr als verdient. Als beste Werfer trugen sich Elias Ellefsen á Skipagotu für Kiel mit acht und Rechtsaußen Moritz Ende für Eisenach mit sechs Treffern in die Statistik ein. Überragender Akteur war allerdings ThSV-Torwart Matija Spikic, der mit 15 Paraden glänzte.

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Die erste Halbzeit können sich die Eisenacher einrahmen und ins Vereinsmuseum hängen. Wenn man die Anzahl der technischen Fehler ausblendet, war es ein Galaauftritt mit einem grandiosen Spikic, einer herausragenden Abwehr und gutem Tempospiel. Der Pausenstand von 16:13 zugunsten der Gäste ging völlig in Ordnung, in der ersten Viertelstunde wirkten die Kieler überrumpelt.

„Wir müssen ein bisschen emotionaler rangehen, wehrt euch“, rief Trainer Filip Jicha den Stars von der Förde zu. Sie hörten auf ihren Coach und wirkten fortan engagierter, blieben jedoch fast zehn Minuten ohne eigenen Torerfolg. „Das war schon richtig gut, was wir in dieser Phase gezeigt haben“, sagte Eisenachs Spielmacher Felix Aellen.

Wer nach dem Seitenwechsel mit einem bedingungslosen Kieler Sturmlauf rechnete, lag daneben. Der THW zog zwar die Zügel an und stellte auf eine offensivere Deckung um, konnte den immer selbstbewusster werdenden Thüringern aber nicht entscheidend beikommen. Die Kieler verzettelten sich in Einzelaktionen, wirkten in einigen Phasen ungewohnt hektisch und taten sich schwer, ihre individuellen Vorteile gegen das kompakte ThSV-Team in die Waagschale zu werfen.

Kurz vor dem Ende wurde es dramatisch: Nach einem verwandelten Siebenmeter der Kieler gingen die Wartburgstädter mit einem Tor Vorsprung, aber in zweifacher Unterzahl in die Schlussminute. Lukas Zerbe glich für den THW aus – und nachdem der letzte Eisenacher Wurf von Dominik Solak nicht den Weg ins Tor fand, endete die Begegnung 30:30.