Handball-Bundesliga Eisenach bringt Kiel ordentlich ins Schwitzen

Was war das für ein Krimi! Am Ende gewinnt der Favorit aus dem Norden mit 28:27, doch der ThSV wehrt sich nach Kräften und schnuppert lange an der Überraschung.

Harte Gegenwehr: Eisenachs Regisseur Felix Aellen wird von Julian Köster bedrängt. Foto: imago/Christian Heilwagen

Puh, war das knapp! Der ThSV Eisenach ist in der Handball-Bundesliga um Haaresbreite an einer faustdicken Überraschung vorbeigeschrammt. Gegen den THW Kiel zogen die Thüringer am Ende mit 27:28 den Kürzeren, bereiteten dem Spitzenteam aus dem Norden aber gehöriges Kopfzerbrechen. Beste Werfer waren Felix Aellen auf Eisenacher und Lukas Zerbe auf Kieler Seite mit jeweils sechs Treffern.

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Schon in der vergangenen Saison war der ThSV für den THW eine harte Nuss. An der Förde luchsten die Thüringer dem haushohen Favoriten im April dieses Jahres ein 30:30 ab, in der Hinrunde endete die Partie in der Werner-Aßmann-Halle 27:27. Und auch diesmal machten die Wartburgstädter den Norddeutschen das Handball-Leben schwer. Gewohnt kampfstark präsentierten sich die Schützlinge von Trainer Sebastian Hinze, die sich vor dem Star-Ensemble um Lukas Zerbe, Domagoj Duvnjak, Hendrik Pekeler und Rune Dahmke nicht wegduckten. Im Gegenteil: Der ThSV warf alles in die Waagschale, um die Gäste im Zaum zu halten, und schwang sich zur bislang besten Saisonleistung auf.

Eine gute Viertelstunde dauerte es, bis der THW erstmals nennenswert davonzog. Beim 8:5 in der 16. Minute sah es so aus, als ob Eisenach den Anschluss verlieren könnte. Doch das geschah nicht, weil der wie aufgedreht spielende Dominik Solak traf, Matija Spikic im Tor zupackte und Kiel unter Druck Fehler machte. Plötzlich glich David Moré zum 10:10 aus, Elias Scholtes bescherte den Hausherren in der 25. Minute erstmals die Führung. Der Pausenstand von 14:14 war nicht glücklich. Er war redlich erarbeitet.

Nach dem Seitenwechsel brachte Moré den ThSV erneut in die Vorderhand. Der eingewechselte Torwart Mats Grupe parierte einen Kieler Strafwurf, Kapitän Peter Walz traf per Aufsetzer – und die erste Zwei-Tore-Führung (17:15/36.) war besiegelt. Als Felix Aellen vom Siebenmeterpunkt auf 19:16 erhöhte, musste man sich ernsthafte Sorgen um die Statik der mit 2850 Fans ausverkauften Halle machen. Doch dann ruckte der THW an, nutzte zwei Eisenacher Fehler zu schnellen Gegenstoßtoren – und in der 46. Minute begann die Partie beim Stand von 21:21 quasi von vorn.

War das die Wende zugunsten der Gäste, bei denen der Ex-Eisenacher Vincent Büchner auf Linksaußen zu Kurzeinsätzen kam? Zunächst nicht, denn Walz und Co. ließen nicht locker. Sie gingen immer wieder in Führung, waren voll auf der Höhe und nahmen ein Unentschieden (23:23) in die letzten zehn Minuten mit.

Dann wurde es Zeit für den ersten Einsatz von Nationaltorhüter Andreas Wolff. Einen Siebenmeter von Felix Aellen lenkte er leicht ab, doch der Ball kullerte zum 24:24 ins Netz. Anschließend geschah das, was in David-gegen-Goliath-Duellen öfter geschieht – Goliath besinnt sich seiner Stärken und reißt das Ruder herum. Felix Aellen hatte drei Sekunden vor Schluss die Chance, dem ThSV einen verdienten Punkt zu retten. Weil sein Wurf hängen blieb, jubelten letztendlich die Kieler über einen glücklichen Auswärtssieg.