Gymnasium Kaltensundheim Rhöner Aktionstag: entdecken und erkennen

Die Rhön als Klassenzimmer: Schüler des Kaltensundheimer Rhön-Gymnasiums entdecken beim Biosphärentag Dinge unmittelbar vor ihrer Haustür. Was zum Beispiel?

Auf der Streuobstwiese erkundeten die Schüler mit digitalen Bestimmungs-Apps die Tier- und Pflanzenwelt, entnahmen Bodenproben und erfuhren, welche Bedeutung dieser Lebensraum für Artenvielfalt, Klima und Naturschutz hat. Foto: Lea Hohmann

Wie beeinflussen unsere täglichen Entscheidungen Umwelt, Klima und Artenvielfalt? Welche Rolle spielen regionale Produkte für eine nachhaltige Zukunft? Und warum sind Streuobstwiesen weit mehr als nur Obstgärten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich rund 60 Schüler der 10. Klassen des Thüringischen Rhön-Gymnasiums Kaltensundheim beim Biosphärentag auf dem Gelände der Propstei Zella/Rhön.

Nach der Werbung weiterlesen

Lernort unter freiem Himmel: die Rhön. Foto: Lea Hohmann

Einen Schultag lang wurde die Rhön zum Lernort unter freiem Himmel. Statt Unterricht im Klassenzimmer standen eigene Entdeckungen, praktische Erfahrungen und aktives Mitmachen auf dem Programm, berichtet die Reservatsverwaltung: „Ziel des Bildungstages war es, den Jugendlichen die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und biologische Vielfalt auf anschauliche Weise näherzubringen und sie für die Besonderheiten ihrer Heimatregion zu sensibilisieren.“

Rund 60 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Thüringischen Rhön-Gymnasiums Kaltensundheim beschäftigten sich beim Biosphärentag mit den Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und biologische Vielfalt. Bereits in der Einführung wurden die Jugendlichen aktiv einbezogen und konnten ihr Wissen einbringen. Foto: Lea Hohmann

Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltungsstelle des Unesco-Biosphärenreservats Rhön, begrüßte die Schüler mit einem interaktiven Vortrag. Zu erfahren war dabei, was Biosphärenreservate auszeichnet, welche Aufgaben sie erfüllen und warum die Rhön Teil eines weltweiten Netzwerks von Modellregionen für nachhaltige Entwicklung ist. Gemeinsam wurde diskutiert, wie Naturschutz, wirtschaftliche Entwicklung und die Interessen der Menschen vor Ort miteinander in Einklang gebracht werden können.

Nachhaltiger Konsum praktisch erfahrbar

Anschließend teilten sich die Jugendlichen in zwei Gruppen auf und durchliefen im Wechsel die Stationen „Nachhaltiger Konsum“ und „Streuobstwiese“. An der Station „Nachhaltiger Konsum“ wurde das Thema ganz praktisch erfahrbar. Mit einem virtuellen Budget ausgestattet, durften die Schülerinnen und Schüler im 24/7-Markt „Tante Enso“ in Zella auf Einkaufstour gehen.

Mit virtuellem Budget ausgestattet durften die Jugendlichen im 24/7-Markt „Tante Enso“ in Zella/Rhön einkaufen und dabei Kriterien wie Regionalität, Verpackung, Nachhaltigkeit und Gesundheit berücksichtigen. Foto: Lea Hohmann

Ihre Aufgabe: Produkte auswählen und dabei Aspekte wie Regionalität, Saisonalität, Verpackung, Herstellungsweise und Gesundheit berücksichtigen. Schnell zeigte sich, dass nachhaltige Kaufentscheidungen oft komplexer sind, als sie zunächst erscheinen. Unterstützt durch digitale Anwendungen, verglichen die Jugendlichen verschiedene Produkte, und hinterfragten Konsumgewohnheiten.

Entdeckungstour auf der Streuobstwiese

Natur zum Anfassen bot die Station „Streuobstwiese“. Auf einem abgegrenzten Untersuchungsbereich gingen die Jugendlichen als Forscher auf Entdeckungstour. Mithilfe digitaler Bestimmungs-Apps erkundeten sie die Pflanzen- und Insektenwelt der Streuobstwiese und erfuhren, warum dieser Lebensraum zu den artenreichsten Kulturlandschaften Europas zählt. Gemeinsam entnahmen sie Bodenproben, untersuchten deren Beschaffenheit und beschäftigten sich mit den Zusammenhängen zwischen Boden, Klima und biologischer Vielfalt.

Gemeinsam entnahmen die Schülerinnen und Schüler Bodenproben, untersuchten deren Beschaffenheit und beschäftigten sich mit den Zusammenhängen zwischen Boden, Klima und biologischer Vielfalt. Foto: Lea Hohmann

„Dabei wurde schnell deutlich, wie viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten selbst auf einer vergleichsweise kleinen Fläche vorkommen können und welche wichtige Rolle Streuobstwiesen für den Natur- und Klimaschutz spielen“, heißt es in der Mitteilung. Besonders eindrucksvoll war demnach für viele Teilnehmer die Verbindung von digitalen Werkzeugen und unmittelbarer Naturerfahrung. Die Jugendlichen konnten beobachten, analysieren und Zusammenhänge entdecken, anstatt diese nur theoretisch kennenzulernen.

Bewusstes Auswählen bei „Tante Enso“. Foto: Lea Hohmann

Mit zahlreichen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck traten die Schüler am Nachmittag die Heimreise an. Das Fazit der Veranstalter: Der Aktionstag machte deutlich, dass die Rhön nicht nur ein wertvoller Natur- und Lebensraum ist, sondern auch ein Ort, an dem junge Menschen Zukunftsthemen praxisnah erleben und mitgestalten können.

„Nachhaltigkeit lässt sich am besten verstehen, wenn man sie selbst erlebt. Genau darum geht es bei unseren Bildungsangeboten: Zusammenhänge erkennen, die eigene Region neu entdecken und Motivation entwickeln, selbst aktiv zu werden“, so Schade abschließend.