Wahrscheinlich konnten die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Schmalkalden selbst nicht glauben, was da schwarz auf weiß gedruckt vor ihnen lag. Ein ganzer Straßenzug im Sanierungsgebiet der Schmalkalder Innenstadt wurde zum Verkauf angeboten. Und der Bauausschuss sollte nun darüber befinden, ob die Stadt ihr Vorkaufsrecht ausüben will. Bei dem aufgerufenen Kaufpreis mussten sie wahrscheinlich nicht lange überlegen. 92 stand da in der Preisspalte. Nicht 92 Millionen Euro und auch nicht 92 Tausend Euro, nein, 92 Cent. Nicht pro Haus und Grundstück, sondern für einen ganzen Straßenzug. Die Häuser in der Haargasse mit den Hausnummern 1, 3, 5, 7 und 9. Fünf Häuser zu einem Preis, für den man derzeit nicht einmal einen Liter Heizöl bekommt. Oder nur mit Glück. Inzwischen macht ein weiteres Gerücht die Runde: Die Stadt schlägt nicht für 92 Cent zu, sondern kauft die Immobilien für 190 000 Euro. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren.