Grundschule „Am Kieselbach“ Neuer Anbau und viele Neuerungen

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Anja Brecker (hinten) freut sich über das Geschenk des Planungsbüros, einen großen Satz Malutensilien, während PBB-Chef Arndt Debus und seine Mitarbeiterin Michelle Kühling den symbolischen Schlüssel an Landrat Reinhard Krebs und Schulleiterin Dany Volkert (von rechts) überreichen. Foto: Werner Kaiser

Auch in Coronazeiten gibt es zum Stichwort Schule gute Nachrichten: Nach dreieinhalb stressigen Jahren wurde die sanierte Grundschule „Am Kieselbach“ samt neuem Anbau und Nebenanlagen jetzt übergeben.

Kieselbach - Die Schüler der 3. und 4. Klassen waren für die kulturelle Einleitung zuständig – mit einem Ergebnis, das Landrat Reinhard Krebs nach persönlichem Bekunden „noch nie so erlebt“ hatte. Die Viertklässler beispielsweise kleideten ihren Dank an die Beteiligten des Um- und Neubauprojekts in eigene Worte und hoben unter anderem die Einhaltung der Planungen und die neuen Toiletten hervor.

Der (inzwischen verstorbene) Pädagoge Jürgen Denner hatte den Schulen in Kieselbach einen Großteil seiner heimatgeschichtlichen Forschungen gewidmet, das jüngste Kapitel wäre wohl ein besonders schönes geworden.

Seit 2009 seien im Kreis die Überlegungen zur Ertüchtigung des Schulstandortes angestellt worden, teilte der Landrat mit. Manfred Grob allerdings, ehedem Bürgermeister des Dorfes und dann viele Jahre Vorsitzender des Schulausschusses im Kreistag, geht von einem noch längeren Zeitraum aus, in den auch die Schulnetzdiskussion fiel. Der zweigeschossige „Bestandsbau“, wie Schulleiterin Dany Volkert das bisherige Gebäude nannte, war seinerzeit vor allem durch die Einwohner Kieselbachs selbst in mehr als 20 000 Arbeitsstunden errichtet worden – der Weg wäre heute schon wegen der gesetzlichen Vorgaben nicht mehr gangbar.

Aber der finanzielle Aufwand ist auch nicht geringzuschätzen: Von den erforderlichen 3,5 Millionen Euro kamen zwei Millionen aus der Schulbauförderung des Freistaates Thüringen; der beträchtliche Rest wurde im Haushalt des Wartburgkreises bereitgestellt, daher von den vierten Klassen ein Dank an die „Bezahler“. Da eine ortsansässige Baufirma die meisten Arbeiten ausführte und die Eltern der Grundschüler im Freigelände 500 Sträucher und Bäume pflanzten, ist es aber trotzdem gerechtfertigt, von einem zu Buche schlagenden Eigenanteil der Kieselbacher zu sprechen.

Die grundhafte Sanierung des bisherigen Schulgebäudes war also angesagt; sie bestand unter anderem in den neuen Elektro-, Sanitär- und Heizungsanlagen und – ebenfalls von den Schülern gelobt – Garderoben. Für den zweiten Rettungsweg sorgt eine Fluchttreppe, ein Plattenlift und ein separater Ein- und Ausgang schaffen Barrierefreiheit. Die Unterrichtsräume sind LED-beleuchtet, das hoffentlich nie in Gang zu setzende Amok-Warnsystem erhöht die Sicherheit.

Der im stumpfen Winkel anschließende Neubau bietet den Platz für weitere Errungenschaften, darunter einen Hortraum und die große, durch eine Trennwand halbierbare Aula, die zugleich als Speiseraum dient.

Einige Details waren der Schulleiterin die besondere Hervorhebung wert. Dazu gehört der „Differenzierungsraum“, so steht es auch draußen dran, der es gestattet, Kinder individuell zu fördern, darunter Schüler mit Migrationshintergrund. Des Weiteren sind Unterrichtsräume durch eine Tür verbunden. Bei Lehrerausfall – nicht gewünscht, aber Realität – können dadurch zwei Klassen ohne Umwege von einem Pädagogen betreut werden. Dany Volkert sprach dem Planungsbüro PBB ihren besonderen Dank für die ständige Konsultation und zahlreiche Vorschläge aus, während Planer Arndt Debus voller Lob für die Schüler und Lehrer war, denn die hatten die insgesamt dreieinhalb Jahre des Projekts bei laufendem Betrieb durchgestanden.

Die direkt benachbarte Sporthalle war ein weiteres Teilobjekt des Vorhabens. Außen ein neuer Anstrich, innen statt zweier ehemaliger Horträume jetzt ein Werken- und ein Kunstraum, dazu eine Behindertentoilette und der Aufenthaltsraum für den Hausmeister können sich sehen lassen. Außerdem gibt es draußen jetzt eine Garage für die Spielgeräte und direkt am Neubau das „grüne Klassenzimmer“. Nur ein Wunsch ist noch offen, und Dany Volkert verkniff ihn sich nicht: die digitalen Tafeln.

Ein Landkreis mit solch hoher Grundschuldichte wie der Wartburgkreis muss dafür einen hohen Investitionsaufwand treiben, konstatierte Landrat Reinhard Krebs, jedoch: „Man sagt immer: Kinder sind unsere Zukunft. Ich aber meine, Kinder sind unsere Gegenwart! Und daher ist es wichtig, dass sie jetzt gute Lernbedingungen vorfinden.“ Wie das vor Ort gelungen ist, erlebte er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Udo Schilling, den Kreistagsfraktions-Vorsitzenden Klaus Bohl und Martin Henkel, Bürgermeister Peter Neumann sowie den am Bau Beteiligten, während die Schüler und Lehrer schon wieder bei ihren „Alltagsgeschäften“ waren. Denn, so die Schulleiterin, in der Grundschule Kieselbach mögen noch viele Generationen die ersten Schritte in das Abenteuer Lernen gehen.

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